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Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland

Cyberangriffe gefährden die Digitalisierung

Im seinem neuen Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland fordert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik der Cybersicherheit eine stärkere Bedeutung beizumessen. Die Gefährdungslage sei hoch, so Bundesinnenminister Horst Seehofer.

(Bild: Bundesamt für Sicherheit in der IT)

(Bild: Bundesamt für Sicherheit in der IT)

Das Bundesamt für Sicherheit für Informationstechnik hat seinen Lagebericht zu IT-Sicherheit veröffentlicht. Demnach verursachen Cyberangriffe zum Teil erheblichen wirtschaftlichen Schäden und bedrohen existenzgefährdend Produktionsprozesse, Dienstleistungsangebote und Kunden. Der neue Lagebericht mache deutlich, dass eine erfolgreiche Digitalisierung auf Grund der zunehmenden Vernetzung, durch eine Vielzahl gravierender Schwachstellen in IT-Produkten sowie der Weiterentwicklung und Professionalisierung von Angriffsmethoden zunehmend gefährdet sei, heißt es Seitens des BSI.

„Die Gefährdungslage im Cyberraum ist hoch. Wir müssen davon ausgehen, dass dies dauerhaft so bleibt oder sogar zunehmen wird. Wir haben die letzten Jahre deshalb genutzt, um die Cybersicherheit in unserem Land massiv zu stärken. Wir haben das BSI mit über 700 neuen Stellen in dieser Legislaturperiode fast verdoppelt. Mit seiner Arbeit sorgt das BSI dafür, dass die IT-Sicherheit ein Wettbewerbsvorteil für Deutschland wird“, so Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der Präsentation des Lageberichts. BSI-Präsident Arne Schönbohm sieht im Bereich der Informationssicherheit ‚Alarmstufe Rot‘ erreicht: „Der neue Lagebericht des BSI zeigt deutlich wie nie: Informationssicherheit ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltige Digitalisierung“, so Schönbohm.

Methoden weiterentwickelt

Das BSI stellt im Bericht auch die Weiterentwicklung von kriminellen Methoden fest. Demnach wird bei Ransomware-Angriffen neben der Forderung nach einem Lösegeld immer öfter auch damit gedroht, zuvor gestohlene Daten zu veröffentlichen. Mit dieser Schweigegelderpressung erhöhen Cyber-Kriminelle den Druck auf Betroffene. Auch DDoS-Angriffe haben im Berichtszeitraum deutlich zugenommen. Sie werden dazu eingesetzt, digital Schutzgeld zu erpressen.

Im Februar 2021 hat das BSI den höchsten jemals gemessenen Wert an neuen Schadprogramm-Varianten notiert. Pro Tag kamen durchschnittlich 553.000 neue Varianten hinzu. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 144 Millionen neue Schadprogramm-Varianten gezählt, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Schwachstellen in IT-Produkten

Dem BSI bereitet darüber hinaus auch die Qualität und die Verbreitung vieler Schwachstellen in IT-Produkten zur Sorge. Wie das Bundesamt berichtet, wurde eine gravierende Schwachstelle in Microsoft-Exchange auf 98 Prozent aller geprüften Systeme festgestellt. Das BSI hatte darauf mit einer Warnung der Stufe Rot reagiert und öffentlich und gezielt die Betroffenen zum Handeln aufgerufen.

Als Konsequenz aus der Bedrohungslage fordert das BSI, der Informationssicherheit einen höheren Stellenwert beizumessen. Im Rahmen von Digitalisierungsprojekten sollte die Cyber-Sicherheit fest verankert werden sowie die gesamte Lieferkette umfassen.


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