Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Projektmanagement beim Automobilzulieferer BIA

Werkumbau Outlook-Integriert orchestriert

Um neuen gesetzlichen Regelungen bei der Galvanisierung gerecht zu werden, hat der Automobilzulieferer BIA damit begonnen, seine Produktionsanlagen umzubauen. Damit bei diesem Großprojekt alles möglichst reibungslos vonstattengeht, setzt BIA auf die Projektmanagement-Lösung InLoox.

(Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)

(Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)

Im Automobilbau werden verchromte Bauteile seit langem eingesetzt, um etwa optische Akzente zu setzen. Die BIA Gruppe beliefert Automobilkunden mit veredelten, konstruktiv anspruchsvollen Bauteilen für Interieur und Exterieur. Das Unternehmen produziert am Hauptsitz in Solingen sowie in mehreren Werken weltweit.

Neue Anforderungen

Galvanisieren ist ein komplexer Produktionsprozess zur Oberflächenveredlung, der zudem strengen gesetzlichen Auflagen unterliegt. Und auch Umweltschutz wird immer wichtiger. So verlangt die EU-Verordnung Reach (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien), dass künftig nur noch alternative Chrom(III)-Verfahren erlaubt sein werden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, rüstet die BIA-Gruppe ihre Chrom-Produktionsanlagen in Deutschland derzeit um. Im Jahr 2020 begann das Unternehmen mit dem Um- und Neubau der ältesten Bestandsanlage des Hauptsitzes in Solingen, der bis 2022 abgeschlossen sein soll. Anschließend folgen drei weitere Anlagen. „Solch ein Großprojekt umfasst viele Beteiligte und Gewerke, die es alle mit einzubeziehen gilt: Vom Boden über Dach, Stahlbau und Brandschutz bis hin zur Abwasserbehandlung muss alles nachvollziehbar sein. Große Baumaßnahmen müssen zeitlich getaktet sein. Mit unseren vormals verwendeten Excel-Tabellen wäre es schwierig, alle beteiligten Personen immer gleich einzubinden, auch weil viele Besprechungen nur wenig digitalisiert waren“, schildert Johannes Knott, als Betriebsingenieur bei BIA für die Koordination Projekts mitverantwortlich.

Unternehmensleitung und Projektleitung beim Planen und Koordinieren des Großprojekts (Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)

Unternehmensleitung und Projektleitung beim Planen und Koordinieren des Großprojekts (Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)

Übersichtliche Planung

BIA hatte sich 2020 entschieden, als Projektmanagement-Lösung InLoox einzusetzen. Denn mit Blick auf die vielen Schnittstellen bei den Großprojekten ist eine übersichtliche Planung nötig. Auf die Informationen sollten mehrere Personen gleichzeitig zugreifen können, wobei die Daten an einem zentralen Ort integriert sind. Die Software ist in die tägliche Arbeit mit Outlook integriert und die Projektdaten daraus sind zentral abrufbar. „Das Besondere an unserer Lösung ist das Tracking und die Koordination von Großprojekten. Dabei müssen wir die gleichzeitige Interaktion von vielen verschiedenen Abteilungen und Bereichen abbilden“, so Knott. Dazu ist ein wöchentlicher Regeltermin angesetzt, an dem die Informationen aus den Unterprojekten aufbereitet werden. In den Unterprojekten sind die Daten zu den jeweiligen Gewerken abgelegt. Den Unterprojektleiterm wird die Arbeit so vereinfacht. Sie können Projektdaten strukturiert sammeln und Aufgaben effektiver verwalten. Insgesamt nutzen 28 Führungskräfte und Projektmitglieder bei BIA die Projektmanagement-Lösung.

Alle Informationen an einem Ort

„In InLoox können wir überlegen, wie wir die Baumaßnahmen zeitlich umsetzen: Indem wir die Termine aus den einzelnen Bereichen erfassen und mit den jeweiligen Gewerken koordinieren sowie mit den Zulieferern abstimmen“, sagt Knott. Die Termine, die von den jeweiligen Gewerken, wie etwa Boden-, Dach- und Stahlbau, eingegeben werden, bilden die Grundlage für den Sachstand. Details aus den Unterprojekten werden in einem Gesamtplan veröffentlicht – beispielsweise die Abwasserbehandlung, die IT-Anbindung oder etwa der Brandschutz, der sich in die Aufgaben Entrauchungs-, Sprinkleranlagen und Meldeanlagen gliedert. „Alle können auf den Plan zugreifen. Da sämtliche Termine dokumentiert sind, braucht nicht jeder Beteiligte vor Ort zu sein“, sagt Knott. Allerdings ist die Projektmatrix laut Knott so groß, dass sich der Gesamtplan nicht einmal mehr auf einem DIN/A0-Großformatdrucker gut leserlich ausdrucken lässt. Dafür sucht BIA noch nach einer Präsentationsvariante. Die Vorteile der Lösung für die BIA Gruppe bestehen im Wesentlichen aus verbesserter Transparenz, dem zentralen Tracken aller gesammelten Informationen an einem Ort, dem Schnittstellenmanagement und der zeitlichen Eingliederung aller Bauvorhaben. Die Geschäftsführung kann sich sofort einen Überblick verschaffen. „Den Um- und Neubau planen wir seit Jahren. Daher wäre es immer kritisch, wenn die Produktion stillstehen würde“, sagt Knott.

Übersicht über den Logistikprozess in einem Gantt Diagramm dargestellt (Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)

Übersicht über den Logistikprozess in einem Gantt Diagramm dargestellt (Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)

Künftige Projekte geplant

Darüber hinaus lassen sich die Daten auch für künftige Projekte heranziehen und gegebenenfalls anpassen. Schließlich sollen an drei weiteren Anlagen Umbauprojekte folgen. Ferner ist geplant, auch internationale Projekte in Mexiko, China und der Slowakei einzubinden.

‘Vignette-6-Gang’ aus dem Produktspektrum des Geschäftsbereichs Galvanotechnik (Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)

‘Vignette-6-Gang’ aus dem Produktspektrum des Geschäftsbereichs Galvanotechnik (Bild: BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG)


Das könnte Sie auch interessieren:

Der Automobilzulieferer Hirschmann Automotive muss Produktionsdaten bis zu 15 Jahre lang aufheben. Eigentlich lästig, doch mit dem Rollout einer IIoT-Plattform wird die Aufbewahrungspflicht zum Sprungbrett für Optimierungen. Denn einlaufende Maschinendaten ermöglichen Applikationen wie Echtzeit-Monitoring, datenbasierte Problembewältigung und sogar KI-Analysen.‣ weiterlesen

Wer Produktion und Logistik in einer Echtzeit-Visualisierung abbildet, kann niedrigschwellig in die digitale Transformation einsteigen und viel Papier aus dem Shopfloor bannen. Ergänzt um zentrale MES-Funktionen lassen sich solche Visualisierungssysteme zur Operational Excellence-Plattform ausprägen, die bei fortlaufenden Prozessoptimierungen unterstützt.‣ weiterlesen

Zum 1. Januar übernimmt Jörg Tewes den Posten des CEO bei Exasol. Er kommt von Amazon zum Analytics-Spezialisten.‣ weiterlesen

Industrielle Trends wie IIoT und Digitalisierung setzen immense Datenströme voraus. Doch im Gegensatz zur IT-Security für Büros müssen Fabrikbetreiber auf wesentlich mehr Stolpersteine achten, damit ihre Anlagen nicht schon einfachen Angriffen zum Opfer fallen.‣ weiterlesen

Ab und zu fehlte ein Schlüssel im Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd. Beim letzten Mal gab das den Impuls, anstatt neue mechanische Zylinder in die rund 220 Türen des Komplexes einzubauen, die alte Technik durch das Bluesmart-System von Winkhaus zu ersetzen.‣ weiterlesen

Mit 100,5 Punkten hält sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im November stabil und liegt weiter im leicht über der neutralen Marke. Auf europäischer Ebene sank der Frühindikator allerdings erneut.‣ weiterlesen

In einer neuen Expertise des Forschungsbeirats Industrie 4.0 untersuchen das FIR an der RWTH Aachen und das Industrie 4.0 Maturity Center den Status-quo und die aktuellen Herausforderungen der deutschen Industrie bei der Nutzung und wirtschaftlichen Verwertung von industriellen Daten und geben Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft.‣ weiterlesen