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Technik vs. Kultur bei cloudbasierter Ressourcenplanung

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Die Implementierung

Die technologischen Herausforderungen bei der Inbetriebnahme von Cloudsoftware sind vergleichsweise gering. Entscheidend für die Umsetzung sind vielmehr die Analyse der Bestandssysteme und die Optimierung der künftigen Prozessverläufe – das klassische Handwerkszeug für jedes ERP-Projekt also. Bedenken sollten Unternehmen jedoch die Verfügbarkeit entsprechender Kapazitäten für die Anbindung an cloudb asierte Systeme. Nicht selten sind solche Unternehmen Hidden Champions aus dem Mittelstand. Sie sind meist mit Knowhow und viel Gründereinsatz in ländlichen Gebieten gestartet und dort gewachsen. Doch selbst heutzutage sind an solchen Standorten Breitbandanschlüsse noch keine Selbstverständlichkeit. Sind die grundsätzlichen Überlegungen angestellt und etwaige Hindernisse aus dem Weg geräumt, geht es an die Feinheiten beim internationalen Rollout: Mögen die technologischen Standards für die Anbindung einer ganzen Palette von Infrastruktursystemen bei den Unternehmen auch geklärt sein, kann das für die Finanzbuchhaltung anders aussehen. Denn die Gesetzgebung für Steuern, Qualitätsmanagement oder Compliance kann sich von Land zu Land maßgeblich unterscheiden. Die cloudbasierte ERP-Lösung muss das abbilden können, denn diese Aspekte fallen eher in die Kategorie Pflicht als Kür.

Management der Kulturen

Die Begleiterscheinungen der Internationalisierung lassen sich mit technischer Expertise und einer passenden Software gut bewältigen. Für weitreichende Veränderungsprojekte wie einer Umstellung auf cloudbasiertes ERP ist das nicht genug. Tatsächlich fällt geschätzt 40 bis 50 Prozent Aufwand an, um die weichen Faktoren einer Technologieumstellung in den Griff zu bekommen. Das beginnt schon bei Unternehmen, die ausschließlich beziehungsweise hauptsächlich in Deutschland agieren: Vertriebsmitarbeiter sehen in der Umstellung auf ein neues System vielleicht keinen direkten Mehrwert für ihre – provisionsabhängige – Vergütung und Sachbearbeiter sind nach vielen Jahren gewohnter Abläufe vielleicht nur wenig bereit etwa zu ändern. Noch größer ist die Herausforderung im internationalen Umfeld. Denn während bei einer innerdeutsch agierenden Firma vor allem individuelle Aspekte zählen, gibt es im Ausland grundlegende gesellschaftskulturelle Unterschiede zu beachten. Es ist wichtig, Ängste zu nehmen und Transparenz zu schaffen. Das kann schon damit beginnen, wenn Muttergesellschaften durch ein Cloud-ERP-System tiefere Einblicke in Zahlen bekommen oder stärker steuern möchten. Die Ausprägungen einer technologisch und betriebswirtschaftlich sinnvollen Lösung können für einzelne Länder oder Regionen befremdlich sein. Internationale IT-Dienstleister können dabei helfen, die weichen Faktoren bei einem weltweiten Rollout im Blick zu behalten. Das Risiko eines Fehlschlages kommt oft teuer. Denn wenn Mitarbeiter in Niederlassungen erst einmal Resistenzen gegen die Cloudlösung aufgebaut haben, ist viel Effizienzpotenzial einer solchen ERP-Lösung vergeben.


Arnim Eberle ist Head of Project Management & Prokurist bei der KCS.net GmbH (an Avanade Company); Dr. Rainer Bamberger ist Business Applications Lead bei der Avanade Deutschland GmbH.


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