Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Datenverwaltung im Maschinenbau

Eine digitale Maschinenakte für jede Sonderfertigung

Bei der Präwema Antriebstechnik GmbH steigt mit der Komplexität der produzierten Sondermaschinen auch die Größe der Datenvolumina, die es zu verwalten gibt. Das betrifft die Dokumentation von Investitionsgütern ebenso wie die Buchhaltungsbelege. Um diese Aufgaben effizient zu bewältigen, arbeiten die Mitarbeiter mit einer Software für Enterprise Content Management.

ECM - Eine digitale Maschinenakte für jede Sonderfertigung

Bild: Kutzner Prozessoptimierung

Die Präwema Antriebstechnik GmbH stellt Sondermaschinen für die Zahnradbearbeitung her. Das Unternehmen im hessischen Eschwege beschäftigt aktuell 280 Mitarbeiter und bedient hauptsächlich internationale Kunden aus der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie. Dabei bietet der Sondermaschinenbauer individuelle Lösungen und vor allem der Automobilbranche ganze Produktionslinien an. Eine Fülle von Sonderanfertigungen geht mit großen Datenmengen für Buchhaltung, Verwaltung und Produktion einher. Hier muss IT-gestützte Prozessoptimierung die Entwicklung des Unternehmens begleiten, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.

Datenstrom per ECM gelenkt

Seit 17 Jahren arbeiten die Nordhessen in puncto IT-Infrastruktur mit dem niedersächsischen Lösungsanbieter Kutzner Prozessoptimierung zusammen. Damals setzte die Individualentwicklung eines industriespezifischen ERP-Systems auf Basis von P2 den Startpunkt. Es erwuchs eine Zusammenarbeit, die der digitalen Transformation von Geschäftsprozessen und den daraus resultierenden Anforderungen an die Informationsgewinnung Rechnung trägt. Diese Informationsgewinnung in Bezug auf die hergestellten Maschinen ist recht aufwändig, da Informationen als Dokumente in diversen Formaten auf verteilten Systemen, Fileservern und in physischen Konstruktionsakten vorliegen. Um Datenströme zu lenken und zu bündeln, zunehmende Datenmengen zu digitalisieren und Informationen zentral abzulegen, integriert Kutzner seit Mitte 2017 ein Enterprise Content Management-System (ECM) auf Basis von d.3ecm von d.velop. Vor der Integration erfolgte eine Analyse der Arbeitsabläufe in Verwaltung, Produktionsvorbereitung und Produktion.

Prioritäten setzen

Diese Analyse ergab viel Potenzial zur Effizienzsteigerung in der Eingangsrechnungsverarbeitung, so dass Präwema hier begann und mit der Abkehr von manuell geprägten Prozessen startete. Bis zur ECM-Nutzung gestaltete sich der Prozess im Rechnungseingang so, dass eingehende Rechnungen, beispielsweise von Lieferanten, in Papierform vorlagen und manuell in das ERP-System eingepflegt wurden. Mitarbeiter recherchierten alle Positionen aus der Bestellung und dem Wareneingang. Die erfasste und kontrollierte Rechnung stand dann im ERP-System und der Finanzbuchhaltung zur Verfügung, die den Rechnungsvorgang abschloß. Ein zeitintensiver und von möglichen Übertragungsfehlern geprägter Prozess. Mit dem neuen ECM-System hingegen wird die eingehende Rechnung via OCR (Optical Character Recognition) gescannt. Das selbstlernende System weist automatisch auf Abweichungen zur Bestellung hin, deklariert Teil-Lieferungen und überträgt das kontrollierte Dokument in die ERP-Anwendung. Diese überspielten Daten gelten der Finanzbuchhaltung als Grundlage für den Bezahlvorgang. Zudem können via ECM-Programm auch Rechnungen verarbeitet werden, zu denen keine Bestellvorgänge im System vorliegen. Das sind beispielsweise laufende Kosten wie Telefonrechnungen und Verpackungsmaterialien.

Bei der Präwema Antriebstechnik GmbH im hessischen Eschwege sind rund 280 Mitarbeiter beschäftigt.

Bild: Präwema Antriebstechnik

Komplexität bändigen

Automatisierung von Buchhaltungsprozessen macht nur einen kleinen Teil dessen aus, was Enterprise Content Management (ECM) im variantenreichen Industriebetrieb leisten kann. Richtig interessant werden Digitalisierungsprojekte, in denen alle Dokumente rund um das Kernprodukt Maschine an einem zentralen Ort, in einer digitalen Akte, abteilungsübergreifend zugänglich und abrufbar werden. Wer sich den Umfang von Daten, Plänen und Dokumenten zu einer Maschine betrachtet, dem wird schnell klar, dass für deren Strukturierung und Archivierung heute andere Maßstäbe angelegt werden müssen als noch vor wenigen Jahren. Big Data hat den Maschinen- und Anlagenbau längst erreicht. Die Datenmenge ist einerseits der gestiegenen Komplexität der Maschinen und Anlagen geschuldet. Durch die damit verbundene Zunahme an Automatisierungsbestandteilen, die ebenfalls erklärungsbedürftig sind, wächst die Dokumentenmenge. Anwender arbeiten nicht selten mit 100-seitigen Word- oder PDF-Betriebsanleitungen und Bauplänen. Dazu kommt die abnehmende Fertigungstiefe, denn Fremdkomponenten wie Frästeile werden vermehrt von Lohnfertigern geliefert, statt inhouse produziert. Auch die dazugehörende IT-Umgebung kommt von Dienstleistern und mit ihnen weitere Anleitungen und Dokumente. Der Bedarf an Lösungen zur gezielten Ablage, Zusammenführung, Archivierung und transparente Bereitstellung der Daten steigt.

Die digitale Maschinenakte

Die oben beschriebene Situation trifft nicht nur auf Präwema zu und aus diesem grund hat das IT-Unternehmen Kutzner Prozessoptimierung eine Dienstleistung namens DMF Industry Solution im Portfolio, die eine revisionssichere und gesetzeskonforme Digitalisierung aller Dokumente aus der Fertigung sowie den kaufmännischen und verwaltenden Bereichen vorsieht. DMF steht für Digital Machine File, da die Lösung die Anlage digitaler Maschinenakten mit allen zu einer Maschine gehörenden Dokumenten zum Ziel hat. Diese digitalen Maschinenakten sind mit einem Berechtigungssystem ausgestattet und halten Dokumente im standardisierten Format für Langzeitarchivierung PDF/A vor. Als technologische Basis setzt Kutzner dabei auf das Enterprise Content Management-System d.3ecm von d.velop. Ein Vorteile dabei ist, dass durch die Dokumentenablage für wiederholbare Prozesse viele Aufgaben mit der Zeit schneller von der Hand gehen als am Anfang.


Das könnte Sie auch interessieren:

Disruption und Digitalisierung stellen Unternehmen vor Herausforderungen. In einer Studie des Datenspezialisten Teradata sieht sich die Mehrheit der Befragten damit konfrontiert, aufgrund dieser Herausforderungen die eigene Strategie zu überdenken.

‣ weiterlesen

Im Zuge des Wachstums der letzten Jahre wollte Stabilus das Zutrittsmanagement und die Zeitwirtschaft mit einem zukunftsfähigen System optimieren. Fündig wurde das Unternehmen bei Interflex Datensysteme. Zeitraubende Übertragungen von Buchungsdaten gehören nun ebenso der Vergangenheit an, wie die vielen Firmenschlüssel in den Hosentaschen der Mitarbeiter.‣ weiterlesen

Nextlap hat die nach eigenen Angaben weltweit erste 4G/5G-Pick-by-Light-Applikation auf den Markt gebracht. Die Plug-and-Play-Lösung für Picker kommt ohne klassische Netzwerkinfrastruktur aus.‣ weiterlesen

Im dritten Geschäftsquartal hat die Software AG bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Der Gesamtumsatz wuchs um 7 Prozent, der Gewinn um 15 Prozent.

‣ weiterlesen

Beim generativen Design werden KI-Algorithmen zur treibenden Entscheidungskraft im Produktdesign. Anhand vorgegebener Parameter können sie eine Vielzahl an passenden Produktentwürfen berechnen. Dadurch ändert sich auch die Rolle von Produktdesignern und Ingenieuren. Ganz ohne sie geht es jedoch nicht.‣ weiterlesen

Der Industrie-4.0-Index, den die Unternehmensberatung Staufen bereits zum sechsten Mal aufgelegt hat, ist auch in der 2019er Auflage erneut gestiegen. Demnach setzen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Industrie 4.0 operativ um. Der Sprung von der Einzellösung hin zum unternehmensübergreifenden Einsatz gelingt jedoch nur selten.‣ weiterlesen

Kunden erwarten von einem guten Service schnelle und effektive Hilfe - am besten rund um die Uhr. Mit einem KI-gestützten Self-Service-Angebot kann man diesen Anforderungen Rechnung tragen und gleichzeitig die Mitarbeiter entlasten.‣ weiterlesen

Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik hat einen VDI-Statusreport veröffentlicht. In 'Agenten zur Realisierung von Industrie 4.0' geht es um das Konzept einer I4.0-Sprache, die zu höherer Flexibilität und mehr Effizienz in Wertschöpfungsketten führen soll. Der Ansatz ermöglicht einen interoperablen Austausch von Informationen und darauf aufbauend das flexible Aushandeln und Aktivieren von Aufgaben.‣ weiterlesen

DataProphet will Anwendern mit einem neuen Software-Paket erlauben, auf Basis von künstlicher Intelligenz die Produktionsprozesse und die Produktqualität zu verbessern.‣ weiterlesen

Bei allen Vorteilen, die Industrie-4.0-Technologien mit sich bringen, muss zunächst auch eine leistungsstarke digitale Infrastruktur vorhanden sein. Sie muss große Volumen an Sensordaten schnell, sicher und ortsunabhängig übertragen und auswerten können. Mit dem Rückgriff auf externe Partner erhalten Firmen eine solche Infrastruktur - und gleichzeitig Zugang zu einem erweiterten Ökosystem.‣ weiterlesen

Im nordrhein-westfälischen Düren findet sich die vermutlich einzige professionelle Wurmzucht Deutschlands - und die wahrscheinlich am weitesten automatisierte weltweit. Die nötigen Anlagen dafür wurden vom Unternehmer selbst in bester Daniel-Düsentrieb-Manier entwickelt und gebaut - mit einem Fokus auf kostengünstige, aber zuverlässige Automatisierungstechnik.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige