Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Digitalisierte Lieferkette

Ein Zwilling zuhause, der andere unterwegs

Bei Unwägbarkeiten in der Lieferkette ist schnelle Reaktion gefragt. Passende Daten führen dabei zu den richtigen Entscheidungen. Mit einem digitalen Zwilling im Einsatz können Firmen Szenarien in ihrer Lieferkette sogar simulieren, um im Ernstfall Plan B schon zur Hand zu haben.

Eine graphische Benutzeroberfläche hilft, komplexe, globale Lieferketten übersichtlich darzustellen. (Bild: LLamasoft Deutschland GmbH)

Eine graphische Benutzeroberfläche hilft, komplexe, globale Lieferketten übersichtlich darzustellen. (Bild: LLamasoft Deutschland GmbH)

Für produzierende Unternehmen, die sich zunehmend international aufstellen, sind reibungslos funktionierende und anpassungsfähige Supply Chains von höchster Wichtigkeit. Sie müssen beispielsweise die richtigen Materialien und Teile zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge bekommen sowie fertige Waren zeitig an ihre Distributionszentren verteilen. Damit dies funktioniert, müssen Prozesse nicht nur ganzheitlich etabliert, sondern auch ständig an sich ändernde Bedingungen angepasst werden. Neben einer strategischen Planung müssen tagesaktuell taktische Entscheidungen entlang der Lieferketten getroffen werden. Als Basis dienen im besten Fall Daten aus dem Unternehmen für eine faktenbasierte Entscheidungsfindung. Bauchentscheidungen in der Supply Chain haben sich noch nie dauerhaft als zielführend erwiesen.

Schnelle Anpassung möglich

Ein Anpassen der Supply Chain kann schneller nötig sein, als viele denken. Von defekten Maschinen oder Materialien, Explosionen, Naturkatastrophen wie Bränden, Stürmen oder Hochwasser, der Ausfall von Lieferanten oder auch Mitarbeiterstreiks bis hin zu Handelskonflikten oder Ereignissen wie dem Brexit – all dies hat Auswirkungen auf die Supply Chain. Viel häufiger lösen aber weitaus weniger dramatische Begebenheiten Störungen der gesamten Lieferkette aus: z.B. menschliche Fehler, die zu Verzögerungen in der Produktion führen. Weitere betriebsinterne Gründe, die Änderungen in der Supply Chain erfordern, können Übernahmen eines anderen Unternehmens sein, oder die Notwendigkeit Kosten zu senken. Ebenso wird es immer wichtiger, Lieferketten nachhaltig zu gestalten und die Emission von Treibhausgasen zu senken, Abfälle zu vermeiden und Lieferanten bezüglich ihrer Umweltbilanz auszuwählen. Gerade globale Lieferkettennetzwerke werden durch diese Anforderungen noch umfangreicher. Um diese Komplexität zu meistern, ist der Einsatz von Technologie unabdingbar. Plattformlösungen zum Modellieren und Simulieren von Lieferketten wie beispielsweise von LLamasoft können bei der Entscheidungsfindung helfen

Vollständiger Überblick

Das Software-Unternehmen setzt dafür auf einen digitalen Zwilling der Supply Chain. Umfangreiche Lieferketten können so vollständig zu überblickt werden. Mit der Hilfe des digitalen Zwillings können Unternehmen unterschiedliche Supply-Chain-Szenarien simulieren und so beispielsweise einen Plan B modellieren. Dazu werden existierende Daten aggregiert, konsolidiert und dargestellt. Auf diese Weise können Unternehmen in einer risikofreien Umgebung experimentieren und erhalten datengestützte Entscheidungshilfen, wie sie mit einer möglichen Störung umgehen. Auch auf makroökonomische Ereignisse wie den Brexit können sich Unternehmen so vorbereiten. So kann beispielsweise simuliert werden, wie lange sich Lieferungen verzögern, oder wie Warenströme umgeleitet werden können.

Bereinigte Daten

Zum kontinuierlichen Modellieren von Supply Chains ist der Zugang zu bereinigten Daten die Voraussetzung. Relevantes stammt dabei aus sehr unterschiedlichen Quellen. Dazu gehören die Kosten für den Transport einer Ware, die Länge von Transportwegen, die Auslastung bestimmter Maschinen und Fabriken, der Abnutzungsgrad von Werkzeugen, die Kosten und Verfügbarkeit bestimmter Ersatzteile, aber auch externe Faktoren wie Wetterdaten oder Verkehrsinformationen. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie historische und gegenwärtige Auftragseingänge oder Bestellungen bei Zulieferern zählen ebenfalls dazu. In produzierenden Unternehmen liegen diese Daten oft getrennt und abgeschirmt voneinander in verschiedenen Bereichen. Es gilt, diese Datensilos aufzubrechen, um die Daten als Grundlage für den digitalen Zwilling zu nutzen. Neben der Menge der Daten kommt es auch auf die Qualität an. Einheitlich formatiert ermöglichen sie genauere Modelle und Simulationen, was zu besseren Entscheidungen für das Anpassen der Lieferketten führt. Die entsprechende Lösung muss daher in der Lage sein, die Daten nicht nur zu sammeln, sondern sie auch zu bereinigen und zu formatieren, damit sie übersichtlich dargestellt werden können.

Karten und Grafiken

Damit Unternehmen die richtigen Entscheidungen aus den Modellen ableiten, müssen die Supply Chains und die großen Datenmengen über Karten, Graphiken oder Dashboards visualisiert werden. So kann beispielsweise anhand von Karten ein neuer Transportweg gesucht werden.

Erhöhte Flexibilität

Ein datenbasierter digitaler Zwilling der Supply Chain kann produzierenden Unternehmen dabei helfen, die Risiken entlang der Wertschöpfungskette zu verringern, die Nachhaltigkeit zu verbessern und Prozesskosten zu senken. Gleichzeitig erhöht sich damit auch die Flexibilität: Denn Unternehmen können sowohl tagesaktuell auf Ereignisse reagieren, aber auch langfristige Konzepte erstellen. Ein digitaler Lieferkettenzwilling ist daher ein lohnenswertes Konzept für viele Unternehmen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Werkzeugmanagement eröffnet das Kennzeichnen von Assets mit Data Matrix Codes die Möglichkeit, Werkzeuge zu tracken und mit ihren Lebenslaufdaten zu verheiraten.‣ weiterlesen

Google Cloud gab kürzlich die Einführung der beiden Lösungen Manufacturing Data Engine und Manufacturing Connect bekannt. Mit den Tools lassen sich Assets einer Fertigungsumgebung vernetzen, Daten verarbeiten und standardisieren.‣ weiterlesen

Virtuelle multicloudfähige Plattformen können in Fertigungsbetrieben das Fundament bilden, um IT-Infrastruktur und Betriebsabläufe zu modernisieren und effizient zu betreiben. Denn das nahtlose Zusammenspiel von Cloud-Anwendungen, Softwarebereitstellung sowie Remote Work lassen sich mit digitalen Plattformen vergleichsweise einfach und global orchestrieren.‣ weiterlesen

Wibu-Systems ist Anwendungspartner im Projekt KoMiK. Im Mai wurde das Projekt abgeschlossen und der Karlsruher Lizensierungsspezialist hat zusammen mit den Projektpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft Empfehlungen zur Auswahl eines digitalen Kooperationssystems erarbeitet, inklusive eines Screening-Tools.‣ weiterlesen

MES-Lösungen verfügen über unterschiedliche Erweiterungsmodule, etwa für das Qualitätsmanagement. Der Ausbau der Basisfunktionen sorgt jedoch oft für Aufwand. Eine Alternative versprechen Cloudlösungen.‣ weiterlesen

Bei ihrer digitalen Transformation adaptieren Fertigungsunternehmen Technologien wie künstliche Intelligenz, Machine Learning und digitale Zwillinge. Cloud Computung hilft, dafür erforderliche Kapazitäten skaliert bereitzustellen.‣ weiterlesen

Mit mehreren neuen Partnern erweitert der Softwareanbieter ZetVisions sein Partnerangebot. Unter anderem sollen Pikon und People Consolidated das Beratungsangebot des Heidelberger Unternehmens ergänzen.‣ weiterlesen

Viele Deep-Learning- und Machine-Vision-Anwendungen stellen hohe Ansprüche an die eingesetzten Industrie-Rechner. Für den Einsatz in diesem Umfeld hat Hardware-Spezialist Spectra die PowerBox 4000AC C621A ins Programm genommen.‣ weiterlesen

Mit Hybrid Cloud-Lösungen wollen Firmen die Vorteile des privaten und öffentlichen Cloud-Betriebs erschließen. Managed Cloud Service Provider sind darin geschult, Fallstricke bei der Cloud-Nutzung solcher Infrastrukturen zu bewältigen.‣ weiterlesen

Per Low-Code-Tool können Anwender Prozesskonfigurationen selbst umsetzen. Im MES-Bereich ist dieser Ansatz noch selten zu finden, doch einige Lösungen gibt es bereits.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige