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Virtual Reality

Nicht Anlagen bewegen, sondern Käufer

Die Anlagen von Schauenburg sind groß. Sie potenziellen Käufern zu zeigen, war jedes Mal ein logistischer Kraftakt – und auf die Messestände passte meist nur ein Modell. Heute treffen sich Interessent und Vertriebsmitarbeiter in einem virtuellen Anlagenmodell. Die Virtual-Reality-Technik dafür hat der Mitarbeiter im Handkoffer dabei.

Daniel Hübner (links), WeAre, und Norman Perten (rechts),Vertriebsleiter bei Schauenburg, mit dem 3D-Modell eines Zentrifugencontainers von Schauenburg. (Bild: Sputnik GmbH)

Daniel Hübner (links), WeAre, und Norman Perten (rechts),Vertriebsleiter bei Schauenburg, mit dem 3D-Modell eines Zentrifugencontainers von Schauenburg. (Bild: Sputnik GmbH)

Separationsanlangen zur Fest-Flüssig-Trennung, Bodenwaschanlagen oder Anlagen zur Aufbereitung von Sand, Kies und Mineralien: Ganz gleich, für welche Art von Anlage sich ein Kunde der Schauenburg Maschinen- und Anlagen-Bau GmbH interessierte, Vertriebsleiter Norman Perten stand bis vor kurzem vor dem immer gleichen Problem. Damit sich ein Interessent ein Bild vom Produkt machen konnte, musste ein Termin auf einer Baustelle vereinbart werden, auf der das gewünschte Modell im Einsatz war. Ein großer Aufwand für den Anlagen- und Maschinenbauer aus Mülheim an der Ruhr – zeitlich, organisatorisch und finanziell. Aufgrund einer Virtual-Reality-Lösung des Berliner Startups WeAre läuft ein Termin völlig anders ab. „Das Treffen findet beim Kunden statt. Alles, was ich oder einer meiner Vertriebskollegen benötigen, habe ich in einem handlichen Koffer bei mir“, sagt Perten.

Die Anlage im Handkoffer

Darin ist eine VR-Brille, ein leistungsfähiges Notebook und sogenannte Lighthouses zur Begrenzung des virtuellen Raumes. Der Interessent setzt die Brille auf und findet sich daraufhin in einem realitätsgetreuen 3D-Modell der Anlage wieder. Hier erwartet ihn Daniel Hübner zur gemeinsamen Begehung. Der Konstruktionsingenieur ist bei Schauenburg verantwortlich für den VR-Einsatz. „Die Möglichkeit, sich in der virtuellen Realität zu einem Termin zu verabreden und zwar unabhängig davon, ob sich die Teilnehmer im gleichen Raum oder auf einem anderen Kontinent befinden, ist ein Alleinstellungsmerkmal, das WeAre vergleichbaren Systemen voraus hat“, schildert Hübner.

Virtuelle Welten auf dem Messestand

Jeder, der die Brille nach einem virtuellen Rundgang absetze, habe ein Lächeln im Gesicht, so Perten. „Wenn wir Kunden ein solch positives und neuartiges Erlebnis bieten können, lässt er sich natürlich auch leichter für unser Produkt begeistern.“ Der Kundentermin ist aber nicht der einzige Anwendungsfall, bei dem Schauenburg auf VR setzt. Auch auf Messen erweist sich die Technologie als wertvolles Vertriebsinstrument. Denn schon die kleinste Anlage aus dem Schauenburg-Produktportfolio ist sechs Meter lang und zweieinhalb Meter breit. Soll eine solche Anlage etwa auf der Fachmesse Bauma in München gezeigt werden, verursacht allein der Transport hohe Kosten. Hinzu kommt, dass ein entsprechend großer Messestand benötigt wird, der ebenfalls teuer bezahlt werden muss. Als Ergebnis kann nur ein einziges Modell der verschiedenen Schauenburg-Anlagen präsentiert werden. „Mithilfe der VR-Lösung können wir beliebig viele unterschiedliche Systeme zeigen und sparen gleichzeitig Transport- und Standkosten“, sagt Perten. „Noch viel stärker fällt dies natürlich bei Auftritten auf internationalen Messen, z.B. in Dubai, ins Gewicht.“

Transport einer Schauenburg-Anlage (Bild: Schauenburg Maschinen- und Anlagen-Bau GmbH)

Transport einer Schauenburg-Anlage (Bild: Schauenburg Maschinen- und Anlagen-Bau GmbH)

Hilfsmittel für Konstrukteure

Doch nicht nur zu Präsentationszwecken eignet sich die VR-Technologie. Auch in der Planungs- und Konstruktionsphase kann sie zum Einsatz kommen. Denn weil die Anlage virtuell bereits existiert, werden mögliche Schwachstellen noch vor ihrem Aufbau erkannt. So erinnert sich Perten an einen Fall, in dem an einer Anlage für einen australischen Kunden noch nach dem Aufbau Korrekturen durchgeführt werden mussten. Der Grund: Der verbaute Fußlauf musste ein anderes Maß als in Deutschland besitzen, um konform zu den australischen Gesetzen zu sein. Dies zog seinerzeit einen großen Aufwand nach sich. „Heute können wir einfach den Sicherheitsbeauftragten des Kunden in die virtuelle Anlage einladen, sodass dieser eventuelle Hürden schon im Vorfeld benennen kann.“

Fruchtbare Zusammenarbeit

Als Konstruktionsingenieur ist Daniel Hübner für die Erstellung der 3D-Modelle zuständig. „Die native Datei aus dem 3D-CAD-Programm wird per Drag&Drop in die WeAre-Anwendung gezogen, wo sie innerhalb von wenigen Minuten automatisch in das benötigte Format konvertiert wird. Das Ausgangsprogramm spielt dabei keine Rolle“, erläutert er. Als Ergebnis erhält er ein skalierbares und virtuell begehbares 3D-Modell, das auch Explosionsansichten oder Schnittansichten erlaubt. Die Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Startups funktioniert ebenfalls sehr gut. So habe man beim Anlagenbauer während der Entwicklungsphase zahlreiche Anregungen an die IT-Spezialisten weitergegeben. Viele davon wurden bereits umgesetzt oder werden in einem der regelmäßig veröffentlichten Updates berücksichtigt. Der Austausch ist ein kontinuierlicher Prozess, sodass Schauenburg auch zukünftige Neuerungen beeinflussen kann. Vorstellbar wäre zum Beispiel ein Modell, in dem jedes einzelne Teil virtuell gegriffen und in einen Warenkorb gelegt werden kann. Durch eine ERP-Anbindung könnte daraufhin automatisch die Bestellung des entsprechenden Teils erfolgen. Aktuell ist man bei Schauenburg jedoch sehr zufrieden mit dem Stand der VR-Lösung. „Wir haben die Anschaffung bereits allen Unternehmen der Schauenburg-Gruppe empfohlen“, sagt Hübner.


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