Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Dezentrale Kollaboration im Anlagenbau

Geplant in der virtuellen Realität

Auch Konstrukteure mussten in der Pandemie ihre Abläufe auf remote umstellen. Doch bei der Anlagenplanung stehen ihnen mehr Möglichkeiten zur Verfügung, als nur im Video-Anruf miteinander zu sprechen. Mit der Software Rooms können sie in einem virtuellen Abbild eines CAD-Modells umherlaufen, um Fehler auszuspüren und Änderungen anzustoßen. Mit diesem Ansatz konnte die SMS Group in einem Projekt 80.000€ sparen.

(Bild: SMS group)

(Bild: SMS group)

Mit der Coronakrise und den daraus resultierenden veränderten Arbeitsbedingungen waren Unternehmen gezwungen, Abläufe in der Produktentwicklung und weiteren Bereichen zu adaptieren. Abstandsregelungen und Hygiene-Konzepte machten die Einführung neuer Tools beinahe unumgänglich und eine neue Art der Zusammenarbeit entstand. Auch im zweiten Jahr der Pandemie arbeiten viele von Zuhause aus. In dieser ungewohnten Situation haben sich Videokonferenzen als probates Mittel erwiesen. Netzbetreiber berichten deutschlandweit von deutlichen Steigerungen der Datenmengen – in Deutschland ein Plus zwischen 20 und 40 Prozent mehr. Diese Entwicklungen bringen aber nicht nur Nachteile mit sich. Rheinmetall konnte laut Wirtschaftswoche 80 Prozent der Kosten für Dienstreisen in nur vier Monaten sparen. Gleichzeitig stieg die Zahl der virtuellen Konferenzen um das Sechsfache. Der Verzicht auf Dienstreisen wirkt sich zudem positiv auf die Ökobilanz der Unternehmen aus.

(Bild: SMS group)

(Bild: SMS group)

Entwickler im Anlagenbau

Auch Entwickler und Konstrukteure im Anlagenbau schalten sich aus dem Homeoffice zusammen, was ein direktes Eingreifen erschwert. Zumal eine Sitzung am Laptop im Normalfall nicht den Rundgang auf der Anlage ersetzen kann, um Probleme rechtzeitig erkennen und lösen zu können. Spezialisierte Anwendungen können dazu beitragen, dieses Handicap auszugleichen. Die Virtual Reality (VR)-Entwickler WeAre ermöglichen mit ihrer Rooms beispielsweise, in einem gemeinsamen Raum an einem 3D-CAD-Modell einer Anlage zu arbeiten, um es zu untersuchen und zu besprechen. WeAre bezeichnet das als VR One Space-Lösung.

Planung der virtuellen Anlage

Der Maschinenbauer SMS Group hat mit dieser Methode ein Großprojekt in Russland fertiggestellt. Dort wurden zwei Gasometer errichtet, die zur Weiterverwertung von Gasen aus der Stahlherstellung benötigt werden. In allen Projektabschnitten von Vertrieb bis Montage wurden die Absprachen mithilfe der Rooms-Software getroffen. Dazu schalteten sich die Ingenieure in der virtuellen Realität zusammen und konnten etwaige Konstruktionsfehler am Objekt in Echtzeit erkennen und besprechen. So wurde im Projekt unter anderem in einer Begehung eine Kollision im Vorhaben entdeckt. Bis zu fünf Personen trafen sich gleichzeitig auf der virtuellen Anlage, um dort Planung und Fortschritt zu besprechen. Im Gegensatz zu Videokonferenzen bleibt in der virtuellen Realität der Themenbezug, also das eigentliche Projekt, immer der Mittelpunkt der Diskussion. Durch die Nutzung von CAD-Daten können zudem Konstruktionsfehler schneller erkannt werden als bei der Planung auf Papier. Die Zusammenarbeit zwischen Maschinenbauer und Softwarelieferant sorgte bereits im laufenden Projekt für Verbesserungen. Für die SMS Group belaufen sich die Einsparungen allein bei diesem Projekt durch den Einsatz der VR-Lösung auf 80.000 Euro. Die Anschaffungskosten für VR-Brillen und Software rentierten sich somit schnell. Künftig plant die SMS Group, alle Projekte mittels Virtual-Reality-Technik überwachen zu lassen. Gerade die Möglichkeit, technische Entscheidungen live überprüfen zu können, ohne sofort Kosten auszulösen, hat sich als Erfolgsfaktor im Anlagenbau erwiesen.

(Bild: SMS group)

(Bild: SMS group)


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Strecke zur Industrie 4.0 bewältigen Anlagenbetreiber nicht im Sprint, sondern im Marathon. Reifegradmodelle helfen ihnen, die vielversprechenden Meilensteine anzusteuern. Wobei bereits die Visualisierung zahlreiche Ansätze zur Modernisierung bietet – in der Balance zwischen Funktionalität und Sicherheit.‣ weiterlesen

So gut die Förderanlagen von Kühne im Betrieb auch funktionierten - bei den internen Fertigungsabläufen war Luft nach oben. Eine weitreichende Digitalisierungskampagne sollte das ändern. Heute fertigt die Firma vom Auftragseingang bis zur Auslieferung in einem durchgängigen Prozess - was künftig Optimierungen auf einem ganz neuen Niveau erlaubt.‣ weiterlesen

Meba Sawing Solutions setzt bereits seit den 1980er Jahren auf ein ERP-System. Doch die Software zur Verwaltung der Maschinen und Montage-Arbeitsplätze war in die Jahre gekommen und vieles wurde händisch in Excel-Listen ausgewertet. 2020 entschloss sich das Unternehmen daher, auf die MES-Lösung von Proxia zu setzen.‣ weiterlesen

Mit Beatrix Martinez hat Dassault Systèmes eine neue Vice President Investor Relations. Sie tritt die Nachfolge von François-José Bordonado an, der im nächsten Jahr in den Ruhestand geht.‣ weiterlesen

Beim Anlagenbauer Mühlböck bildete der Produktkonfigurator das Herzstück der Auftragsbearbeitung. Mit der Einführung eines neuen ERP-Systems sollte dieser abgelöst werden. Eine Aufgabe, die sich als sehr komplex herausstellte. Nach langer Suche und einem gescheiterten Versuch stellte sich schließlich Asseco Solutions dieser Herausforderung.‣ weiterlesen

Die Zunahme von Remote Work und der damit gestiegene Bedarf nach sicheren, hybriden Arbeitsumgebungen stellt IT-Verantwortliche vor Herausforderungen: Denn die Cyberangriffe auf Unternehmen steigen seit der Pandemie an.‣ weiterlesen

Die Cyberkriminalität nimmt zu und Cybersecurity-Fachleute sind schwer zu finden, folglich wächst die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich Cybersecurity jährlich um mehr als 30% (laut (ISC)2, 2021), und gut vorbereitete Studierende werden die ersten sein, die für die Top-Jobs der Branche infrage kommen. Daher werden akademische Programme, die sie darauf vorbereiten, sehr gefragt sein.‣ weiterlesen

Nozomi Networks Labs hat seinen neuesten OT/IoT Security Report veröffentlicht. Wie der Bericht zeigt, hatten Wiper-Malware, die Aktivitäten von IoT-Botnetzen und der Ukraine-Krieg im ersten Halbjahr 2022 entscheidenden Einfluss auf die Bedrohungslandschaft. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 konnten die Forscher von Nozomi Networks Labs Aktivitäten verschiedenartiger Bedrohungsakteure beobachten. Dazu zählten Hacktivisten, von staatlichen Stellen vorangetriebene APTs und Cyberkriminelle.‣ weiterlesen

Der Fokus von cyberkriminellen Handlungen liegt auf Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, maßgeblich um den Betrieb lahm zu legen oder um Erpressungsgelder zu erbeuten. Dass die Gefahrenlage angespannt ist, belegen Fakten: Laut BSI wurden 2021 rund 144Mio. neue Schadprogramme identifiziert.‣ weiterlesen

Der IT-Dienstleister Syntax hat mit Catherine Solazzo eine neue Marketing-Chefin. Sie soll u.a. die Nachfrage-Generierung des Unternehmens vorantreiben.‣ weiterlesen