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Entwicklung komplexer Systeme

Standards schaffen Rahmen für Innovation

Normen und Standards bilden einen wichtigen Bestandteil der Entwicklung und Produktion, beispielsweise in den Bereichen Qualität oder Sicherheit. Die Regeln sollen dabei weitestgehend reibungslose Abläufe ermöglichen. Sollen mit Systems Engineering Prozesse optimiert werden, kommt man um die Einführung einiger Standards quasi nicht herum.

©Gorodenkoff/Fotolia.de

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Die Grundlage für alle Prozesse, bei denen Systems Engineering Anwendung findet, ist der Standard ISO/IEC/IEEE 15288:2015, der den Lebenszyklus aller Abläufe in von Menschen erschaffenen Systemen beschreibt. Dazu zählen Hardware, Software, Dienstleistungen oder Datensätze sowie auch Mitarbeiter und Geschäftspartner. „Die Norm beinhaltet zahlreiche untergeordnete Prozesse, die jedoch nicht immer gleichermaßen in allen Projekten angewendet werden“, sagt Georg Hünnemeyer, Systems Engineer und Geschäftsführer der Hünnemeyer Consulting GmbH. „Ausgewählte Vorgänge lassen sich bei der Umsetzung und Verwaltung der Lebenszyklusphasen einsetzen.“ Die auf technische Aspekte fokussierte Norm schließt eine Vielzahl von Teilprozessen ein, dazu gehören Projektabläufe, die das Risikomanagement umfassen, technische oder auch operative Prozesse wie die Instandhaltung. Mithilfe von ISO15288 können Unternehmen Ziele festlegen sowie Bewertungen und Verbesserungen vornehmen. Oftmals werden die Stakeholder eingebunden, um eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen. Ähnliche bzw. verwandte Standards sind ISO29110, ANSI/EIA 632 oder ISO12207.

Legitimation gegenüber Kunden

ISO9000ff. beinhaltet alle Normen zum Qualitätsmanagement und legt sämtliche Anforderungen an ein Unternehmen oder eine Organisation diesbezüglich fest. „Mithilfe dieses Standards können Betriebe nicht nur den Maßstab für interne Prozesse vorgeben, sondern sich auch gegenüber Kunden, Lieferanten oder anderen Geschäftspartnern legitimieren“, sagt Hünnemeyer. Sieben Grundsätze stellen die Basis der Normen zum Qualitätsmanagement dar: Kundenorientierung, Verantwortlichkeit der Führung, die Einbeziehung aller beteiligten Personen, einen prozess- sowie einen systemorientierten Ansatz, ständige Verbesserung, sachbezogene Entscheidungsfindung und eine positive, wechselseitige Beziehung zu Lieferanten. Für die Entwicklung komplexer Systeme sind diese Anforderungen unabdingbar.

(Bild: ©Delux/Fotolia.com

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Sicherheitsaspekt im Blick behalten

Zudem darf der Sicherheitsaspekt nicht aus den Augen gelassen werden. Im Bereich der elektrischen und elektronischen Systeme beschäftigt sich die Norm IEC61508 mit den sicherheitskritischen Funktionen. „Der Standard lässt sich je nach Branche individuell anpassen. Übergeordnetes Ziel der Norm stellt der Schutz von Anwendern und Umwelt durch Risikominimierung dar“, so Hünnemeyer. Jegliche Gefahren sollen aus dem Entwicklungs- sowie Produktionsprozess verbannt werden, dabei lässt sich durch eine exakte Dokumentation aller Abläufe jeder Schritt nachverfolgen. Eine ständige Einbindung technischer Fortschritte ist zwingend notwendig, um die Prozesse effizient zu halten. Besonders häufig findet sich IEC61508 in sicherheitskritischen Branchen wie der Öl- und Gasindustrie oder bei Nuklearanlagen sowie im Maschinenbau.

Von Fall zu Fall unterschiedlich

Unternehmer, die interne und externe Prozesse optimieren und dabei Systems Engineering einsetzen möchten, sind darauf angewiesen, bestimmte Normen einzuführen. Dazu kommen neben den genannten viele weitere infrage. Dabei müssen die Verantwortlichen von Fall zu Fall entscheiden, welche Standards notwendig sind. Im Zusammenhang mit Systems Engineering kann sich etwa auch der Einsatz von ISO21500 – Leitfaden zum Projektmanagement – lohnen. „Alles in allem gilt es einen ganzheitlichen Ansatz zu schaffen und statt übereilter Handlungen zunächst alle Prozesse in den Fokus zu nehmen.“

 


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