Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Interview mit Rolf Lisse, Head of Development and Customer Support bei Cideon

„Cloudsysteme werden sich durchsetzen“

Die Welt der Engineering-Software ist in Bewegung. Zusammenschlüsse großer Softwarehersteller münden in Versprechen mächtiger Alleskönner-Lösungen. Dabei sind im Mittelstand eher schlanke Gesamtprozesse gefordert, meint Rolf Lisse, Head of Development and Customer Support bei Cideon. Ralf Steck hat mit dem Manager über den Wandel des Unternehmens vom Softwarelieferant zum Systemintegrator gesprochen, über Engineering in der Cloud und dabei erfahren, dass es Cideon-Kunden auf die lösungsorientierte Abbildung ihrer Prozesse ankommt.

Bild: Cideon Software & Services GmbH & Co. KG

Bild: Cideon Software & Services GmbH & Co. KG

Herr Lisse, wie verändert sich die Welt von Cideon im Augenblick?

Rolf Lisse: Wir haben uns früher als Softwarelieferant gesehen, der Integrationslösungen zwischen SAP und Autorensystemen von Autodesk Autocad und Inventor über SolidWorks und Solid Edge bis hin zu Eplan, aber auch zu Dassaults 3DExperience liefert. Damit sind wir erfolgreich, was sich unter anderem darin zeigt, dass SAP unsere Direktintegrationslösungen exklusiv in das eigene Portfolio übernommen hat. Die CAD-Desktop-basierten Direktintegrationen von SAP werden übrigens im SAP ECC 6.0 noch bis 2030 weitentwickelt und gewartet, die SAP ECTR-basierten unter S/4HANA sogar bis 2040. Inzwischen sind wir zu einem Systemintegrator gereift. Die Kunden erwarten nicht nur, dass wir eine Software installieren, sondern dass ihre Prozesse vollständig und durchgängig abgebildet werden. Überspitzt gesagt: Welche Software wir einsetzen, ist dem Kunden prinzipiell egal – solange wir die Prozesse optimal umsetzen. Aber das ist ja auch richtig, die Kunden agieren heute sehr viel stärker ergebnisorientiert.

Wie reagieren Sie auf diese neuen Anforderungen?

Lisse: Wir stellen uns immer breiter auf. Mittlerweile kümmern sich 120 Beratungskollegen und 80 Softwareentwickler um die Integrationen. Auch unser Portfolio im Rahmen der Autodesk-Lösungen haben wir erweitert auf beispielsweise CAM-Systeme. Wir beobachten ständig die Prozessanforderungen unserer Kunden und reagieren mit entsprechenden Lösungen und Services.

 (Bild: CIDEON Software &Services GmbH &)

(Bild: CIDEON Software &Services GmbH &)

Aktuell scheint es im Trend, dass die großen Softwarehersteller direkt zusammenarbeiten. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Lisse: Das ist nicht neu. Die großen Hersteller arbeiten wie wir daran, ihr Portfolio auszuweiten. An den Stellen, wo sie keine eigenen Lösungen haben oder haben wollen, arbeiten sie mit Partnern zusammen. Das wird sehr oft auch von großen Kunden getriggert, die keinen zusätzlichen Lieferanten für die Integration wollen.

Setzt solch eine Entwicklung Sie unter Zugzwang?

Lisse: Nein, denn der Markt teilt sich aus meiner Sicht in zwei Bereiche: Large Enterprises, das sind die Großkunden, die sich aufwändige Lösungen programmieren lassen, um komplexe bestehende Prozesse abzubilden. Diese Programmierungen werden entweder von den Systemherstellern selbst oder von den internen IT-Abteilungen der Large Enterprises durchgeführt. Daneben gibt es den Mittelstand. Hier sind vor allem unsere Kunden angesiedelt und die verlangen von uns – wie bereits erwähnt – die Integration ihrer Systeme als Komplettlösung. Da ist viel Analyse gefragt, das Identifizieren der Anforderung, Aufbauen oder Anpassen von Prozessen und schließlich die Umsetzung. Diese Kunden haben weder die Ressourcen noch ein Interesse daran, umfangreiche Anpassungen selbst zu programmieren. Da werden eher mal ganz pragmatisch die Prozesse angepasst – und bei dieser Abwägung brauchen Unternehmen unsere Erfahrung und unser Know-how.


Das könnte Sie auch interessieren:

Zutrittskontrollsysteme dokumentieren Aufenthaltszeiten, können bei der Corona-Kontaktverfolgung unterstützen und ermöglichen die individuelle Arbeitszeiterfassung. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung, der Pandemie sowie dem Trend zum dezentralen Arbeiten lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuellen Anforderungen.‣ weiterlesen

Mit dem Security Operations Center will Vinci Energies Cybersecurity-Spezialisten vernetzen. Die Eröffnung ist für das zweite Halbjahr 2021 vorgesehen.‣ weiterlesen

Plus 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr haben die deutschen Maschinen und Anlagenbauer in Ihren Auftragsbüchern verzeichnet. Dabei kamen besonders aus dem Ausland mehr Aufträge.‣ weiterlesen

In der Softwareentwicklung gewinnen die Low- und No-Code-Plattformen zunehmend an Bedeutung. Doch neben den Vorteilen etwa in Sachen Geschwindigkeit oder Handhabung sind dem Low-/No-Code-Ansatz noch Grenzen gesetzt, etwa wenn es zu komplex wird.‣ weiterlesen

Low-Code/No-Code-Entwicklungen bieten Potenzial für Industrieunternehmen. Dadurch wird Software-Programmierung auch Mitarbeitern zugänglich, die nicht über tiefes Fachwissen verfügen. Mendix hat in einer Studie untersucht, wie es um den Low-Code/No-Code-Ansatz in Deutschland bestellt ist.‣ weiterlesen

Mit Pascal Redaoui hat Process Analytics Factory einen neuen Chief Financial Officer.‣ weiterlesen

Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 'Engineering von Anlagen - Evaluieren und Optimieren des Engineerings' wurde komplett überarbeitet und an den Stand der Technik, insbesondere an Industrie-4.0-Vorgaben, angepasst. Im März 2021 erscheint Blatt 4 der Richtlinie. Es beschreibt die Hilfsmittel, die eine Engineering Organisation (EO) einsetzen beziehungsweise nutzen sollte.‣ weiterlesen

Warum liegt die mittlere Anlagenverfügbarkeit der maschinellen Fertigung im Mittelstand bei weniger als 40 Prozent? Wie kann künstliche Intelligenz helfen, dies zu verbessern? Lösungen liefert OEE.AI aus Aachen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige