Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Tragbare Helfer für nahtlose Digitalisierung

Bessere Sicht auf die Dinge

Im Alltag begegnet uns Augmented Reality häufiger als es uns bewusst ist, etwa bei der kalibrierten Abseitslinie bei Fußballübertragungen. In der Industrie sind es oft die leichten Wearables, die Prozesse auf Industrie-4.0-Niveau heben sollen.

 (Bild: Ubimax GmbH)

(Bild: Ubimax GmbH)

Durch Augmented Reality (AR) wird es ermöglicht, virtuelle Informationsüberlagerung in realen Umgebungen einzublenden. Ein Beispiel dafür ist ein Arbeiter in einer Produktion, der verschiedene Schritte für die Montage eines Produkts durchführen muss. Zu den jeweiligen Prozessschritten bekommt er durch die AR-Technologie notwendige Informationen direkt in sein Blickfeld eingeblendet und hat beide Hände frei für seine eigentliche Aufgabe. Dies geschieht über sogenannte Wearables, die direkt am Körper getragen werden. Besonders geeignet sind für solche Anwendungsfälle Smart Glasses.

Prozess beschleunigt

Die Schnellecke Group, ein Logistikdienstleister aus dem Automobilbereich, setzt bereits seit langem auf die Technologie. Um die zeit- und reihenfolgegerechte Bereitstellung sowie die Endmontage von Autokomponenten zu verbessern, wurde eine Lösung des Bremer Dienstleisters Ubimax implementiert. Dabei wird per Datenbrille der nächste zu erledigende Auftrag auf der Montagelinie angezeigt. Die für den Prozess benötigten Teile werden mit einem RFID-Armband gescannt und dadurch auf ihre Richtigkeit geprüft. Nach der Endmontage wird per Datenbrille der entsprechende Ablageort angezeigt, um das Produkt Just-in-time liefern zu können. Während des gesamten Prozesses hat der Arbeiter somit beide Hände zur Verfügung, was eine zentrale Anforderung an die Lösung darstellte. Durch deren Einsatz konnte letztlich die Geschwindigkeit der betroffenen Logistik- und Produktionsprozesse um 25 Prozent erhöht werden – bei steigender Qualität und sinkender Fehlerrate. Die Mitarbeiter profitieren zudem von der Verbesserung der Ergonomie.

Qualitätssicherung

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche AR-Implementierung findet sich beim Bremer Automobilzulieferer WS System. Zur Unterstützung der Montageoperationen werden eine Datenbrille und ein RFID-Armband simultan verwendet. Dadurch kann jeder Montageschritt per Sensorerkennung geprüft und bestätigt werden, was Qualitätssicherung bereits in einer frühen Phase erleichtert. Der gesamte Prozess wird zudem im IT-System dokumentiert. Die Mitarbeiter werden schrittweise mit den Datenbrillen durch den Prozess geleitet, was zu einer geringeren Fehlerrate führte. Dabei stellen die schrittweisen Instruktionen gerade für neu eingestellte Werker eine Erleichterung dar. Kommt es dennoch zu Problemen, so können die Mitarbeiter über die Datenbrille remote einen Experten zuschalten.

AR-Einsatz nimmt zu

Laut einer Toshiba-Studie aus dem Jahr 2018 sehen immer mehr Unternehmen die Vorteile, die sich durch den Einsatz von AR-Anwendungen ergeben: Demnach erwarten 38 Prozent der IT-Verantwortlichen, dass Smart Glasses in den nächsten zwei Jahren in ihren Unternehmen implementiert werden. Auf die nächsten drei Jahre gesehen sind es sogar 82 Prozent.

Werker profitieren

Auch die Werker profitieren vom Einsatz der Technologie, besonders was die Ergonomie betrifft. Dadurch, dass sie nicht ständig auf Handbücher blicken müssen und beide Hände nutzen können, verringert sich die Belastung in der Kopf- und Nackenregion sowie des Handgelenks. Zudem können sie ihr Arbeitsumfeld besser im Blick behalten, was auch ein Sicherheitsaspekt ist. Weiterhin lassen sich auf der Brille Warnhinweise zu Gefahrenzonen oder schweren Teilen einblenden, um Arbeitsverletzungen vorzubeugen.

Einfluss auf andere Prozesse

Bei der Implementierung entsprechender Anwendungen, müssen eine Vielzahl von Faktoren beachtet werden. Denn die AR-Plattform unterstützt im besten Fall nicht nur Produktionsprozesse, sondern auch andere Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette. Bei der Hardwareauswahl sollte zudem darauf geachtet werden, dass diese zu den IT- und Produktionsumgebungsanforderungen passt. Mit der Implementierung AR-basierter Wearables werden insbesondere die Arbeiter und Prozesse unterstützt, die bisher wenig mit Digitaltechnik zu tun hatten. Somit bietet die Technologie den Unternehmen die Möglichkeit, digitale Lücken entlang der Produktionskette zu schließen und sich damit auch einer Industrie 4.0 anzunähern.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Konsolidierung großer Datenmengen, um damit KI-Anwendungen für Produktionsprozesse zu entwickeln, fällt vielen Unternehmen noch schwer. Im Projekt ExDRa sollen Lösungen entstehen, die diesen Prozess spürbar vereinfachen. Dieser Text ist der Auftakt zu einer Artikelreihe zu den produktionsbezogenen Initiativen des vom BMWi geförderten Technologieprogramms Smarte Datenwirtschaft.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat einen neuen CTO. Zum 1 Juli hat Cyril Perducat das Amt des Chief Technology Officers übernommen.‣ weiterlesen

Um schon vor der Lieferung einer Werkzeugmaschine Einblicke in ihre Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, arbeitet die Schweizer Starrag-Gruppe mit der NC-Simulationslösung Vericut. Anhand der ermittelten Daten lassen sich die für später angedachten NC-Programme feinjustieren, noch bevor die Maschine ihr Werk verlässt.‣ weiterlesen

Viele Firmen befassen sich gerade mit der Neuausrichtung Ihrer Lieferketten. Dabei bietet das europäische Estland auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen beispielhafte Digitalisierungs- und Fertigungsexpertise. Zusammen mit dem vergleichsweise einfachen Marktzugang, der räumlichen Nähe und dem Rahmen der EU-Gesetzgebung dürfte das kleine Land ein zunehmend wichtiger Partner der hiesigen Industrie bei ihrer digitalen Transformation werden.‣ weiterlesen

Änderungen in Personalzeitwirtschaft und Entgeltabrechnung gehören im HR-Management zu den oft ungeliebten, aber dennoch regelmäßig anstehenden Aufgaben. Jede Änderung in den Betriebsvereinbarungen, Gesetzesnovellen oder tarifliche Neuregelungen verlangen die Überarbeitung von Schemen und Regeln in den Personalabteilungen. Und auch Adhoc-Änderungen müssen unmittelbar umgesetzt werden.‣ weiterlesen

ERP-Branchenlösungen sollen Standardgeschäftsprozesse und Spezialfunktionen unter einen Hut bringen. Innovachem für mittelständische Chemieunternehmen verbindet den Systemkern aus Basis von SAP S4/Hana etwa mit Modulen zur Rezepturentwicklung und Compliance-Prüfung. Das erspart so manche Programmierarbeit und Schnittstellenpflege.‣ weiterlesen

Aras Software hat einen neuen Geschäftsführer. Peter Schoppe hat mit Wirkung zum 1. Juli die Leitung des Plattformanbieters übernommen.‣ weiterlesen

Er ist schnell, leicht und verbraucht wenig Treibstoff: Der Hochgeschwindigkeits-Helikopter Racer kann Fluggeschwindigkeiten von bis zu 400km/h erreichen. Die Schalenbauteile seiner Außenhaut werden mit einem neuartigen Fertigungsverfahren hochautomatisiert hergestellt. Ein Forscherteam des Fraunhofer IGCV hat die Methode gemeinsam mit Airbus Helicopters entwickelt.‣ weiterlesen

Dualis hat den neuen Hauptsitz des Unternehmens in Dresden bezogen. Der reguläre Arbeitsbetrieb begann am 19. Juli.‣ weiterlesen

Kawasaki Gas Turbine Europe plant, produziert, installiert und wartet Gasturbinen. In Bad Homburg befindet sich das europäische Zentrallager des Tochterunternehmens von Kawasaki Heavy Industries. Um dort fehleranfällige Prozesse abzulösen, hat das Unternehmen eine Lagerwirtschaftslösung eingeführt, die alle Transportbewegungen dokumentiert.‣ weiterlesen

Störungen in der Lieferkette können schnell zu Problemen führen. Jaggaer hat vier Tipps zusammengestellt, wie Unternehmen Schwachstellen in der eigenen Lieferkette identifizieren können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige