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Bosch KI-Zukunftskompass

Mehr KI-Einsatz in der Industrie

Die Deutschen stehen dem Einsatz von künstlicher Intelligenz im industriellen Umfeld positiv gegenüber. In anderen Bereichen fällt die Zustimmung laut einer Bosch-Studie jedoch geringer aus.

(Bild: ©zapp2photo/Fotolia.com)

Eine Mehrheit der Deutschen (60 Prozent) wünscht sich laut einer Studie von Bosch einen vermehrten Einsatz von industrieller KI, wie etwa bei der Herstellung von Autos oder Flugzeugen. Mehr als zwei Drittel der Befragten befürworten zudem KI-basierte Lösungen bei der Diagnose von Maschinenfehlern sowie in High-Tech-Bereichen wie der Raumfahrt. Insgesamt wurden für den ‘Bosch KI-Zukunftskompass‘ 1.000 Menschen befragt.

„Deutschland und Europa haben in der industriellen KI das Zeug zur Weltspitze“, sagte Bosch-Geschäftsführer Dr. Michael Bolle bei der Vorstellung der Studie. Gerade beim KI-Einsatz im industriellen Umfeld, etwa in der Qualitätskontrolle, zur Verbesserung der Energieeffizienz oder der Effizienz in der Fertigung, sei das Fach- und Domänenwissen in Deutschland und Europa einzigartig, so Bolle. Insofern sei die relativ hohe Zustimmung zur industriellen KI ermutigend: „Für den deutschen und europäischen Wirtschaftsstandort ist der Rückhalt in der Bevölkerung und den entscheidenden Institutionen von enormer Bedeutung.“

Geringere Zustimmung in anderen Bereichen

In anderen Einsatzbereichen, etwa in der Krankenpflege oder bei der Anlageberatung, sind die Zustimmungsraten der Befragten für den KI-Einsatz mit 40 Prozent beziehungsweise 31 Prozent deutlich geringer. Auch bei juristischen Entscheidungen oder der Vorauswahl von Kandidaten für eine offene Stelle vertrauen die Deutschen einem Menschen deutlich mehr als einer Maschine. Über alle Bereiche hinweg bewerten 53 Prozent der Deutschen den Einsatz von KI positiv, während 36 Prozent eher negativ eingestellt sind.

„KI-Anwendungen werden sich nur dann durchsetzen, wenn Kunden und Anwender ihnen vertrauen“, so Bolle. Deshalb brauche man klare, moralisch begründete Leitlinien nicht nur in Deutschland, sondern auf europäischer Ebene.

Der Mensch als letzte Instanz

Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer fordern, dass künstliche Intelligenz nur dem Allgemeinwohl dienen darf. Ebenfalls rund zwei Drittel wünschen sich, dass auf internationaler Ebene über die rechtlichen und ethischen Maßstäbe beim Einsatz von KI entschieden wird (38 Prozent global und 27 Prozent europäisch), lediglich 35 Prozent setzen laut Studie auf eine nationale Strategie. Und 85 Prozent der Befragten geben in der Befragung an, dass der Mensch die letzte Instanz beim Einsatz von künstlicher Intelligenz sein müsse.

Notwendig für Internationalen Wettbewerb

Ferner denkt die Mehrheit der Studienteilnehmer (53 Prozent), dass der Einsatz künstlicher Intelligenz für Unternehmen notwendig sei, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. 42 Prozent der Befragten glauben, dass große Probleme, wie beispielsweise Krankheiten oder Klimawandel, durch künstliche Intelligenz besser gelöst werden können.

Unabhängig von der grundsätzlichen Einstellung gegenüber KI sind sich die Befragten über die Chancen und Risiken weitgehend einig. Zu den am häufigsten genannten Vorteilen gehören Stichworte wie Effizienz, Fortschritt und bessere (Arbeits-)Ergebnisse, während Begriffe wie Überwachung, Gefühllosigkeit oder fehlender Datenschutz die Negativskala anführen.

Der ‚Zukunftskompass‘ zeigt zudem: Je ausgeprägter die Kenntnisse im Bereich KI, desto höher ihre Akzeptanz in der Bevölkerung. So bewerten 81 Prozent aller Befragten, die sich selbst als technologieaffin einschätzen und nach eigenem Dafürhalten über fundiertes Wissen in dem Bereich verfügen, künstliche Intelligenz als grundsätzlich positiv. In der Gruppe derjenigen, die sich selbst als wenig techniknah und eher uninformiert einschätzen, liegt die Zustimmung bei lediglich 27 Prozent.


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