Anzeige
Anzeige

Projekte richtig aufsetzen

MES ist mehr als Technologie

Beitrag drucken
MES mehr als Technologie. Bild zeigt die Anforderungen einer MES-Checkliste/Lastenheft

Bild: HIR Hoff Industrie Rationalisierung GmbH

MES und ME-Layer

Ein weiterer Erfolgsfaktor für ein MES-Projekt ist es abzustecken, welche Aufgaben das MES überhaupt übernehmen soll. Zunächst gilt es in der Automatisierungspyramide aus Sicht des MES-Layers nach oben auf die ERP-Schicht abzugrenzen. Reichen die Materialbedarfsplanung im ERP-System oder die vielleicht vorhandene Feinplanungslösung (APS), um Fertigungsaufträge zu generieren, zu planen und zu steuern? Oder bedarf es einer gegebenenfalls ergänzenden Feinplanung und Steuerung beziehungsweise eines ‚Dispatching‘ durch lokale, fertigungsnahe Leitstände? Ähnliche Fragen gilt es häufig für die Instandhaltung, Qualitätssicherung und etwa das Werkzeugmanagement zu klären. Auch in Richtung Scada-Ebene ist es sinnvoll, klar abzugrenzen. Ist etwa die Steuerung von automatisierten Fertigungslinien noch eine MES-Aufgabe oder eher eine der Automatisierungstechnik? Spätestens wenn als MES die SAP Manufacturing Execution Suite mit dem PCo-Modul ins Spiel kommt, können Konflikte entstehen. Darüber hinaus gilt es auf dem ME-Layer festzulegen, wie mit vorhandenen und zukünftigen Lösungen und Anforderungen verfahren wird. Hier ist zwischen zentral betreuten, unternehmesweiten Best Practice-Lösungen, lokalen Speziallösungen, Übergangslösungen und Ablösekandidaten zu unterscheiden. Erst daraus leitet sich ab, für was das neue MES zuständig sein wird. Es ist nicht sinnvoll und in der Praxis auch nicht möglich, alle Aufgaben auf dem ME-Layer für alle Standorte und Produktionsbereiche vollständig mit einem MES abzudecken.

MES-Entwicklungen

Zusätzlich sollten schon die neueren Entwicklungen in der MES-Welt mit den eigenen Anforderungen abgeglichen werden. Beispielsweise sollten sich ME-Systeme vor dem Hintergrund des Industrie 4.0-Trends in Bezug auf die Datenstrukturierung und Abbildung der Produktion von der ERP-Sicht emanzipieren – im Sinn eines digitalen Zwillings der Produktion. Klassische Stücklisten- und Arbeitsplanstrukturen mit Arbeitsvorgängen – häufig eher konstruktions- als fertigungsgerecht aufgebaut – reichen meist nicht, um eine digitalisierte Produktion abzubilden mit variantenreichen, serialisierten Teilen und Baugruppen in Losgröße Eins, hergestellt auf automatisierten Anlagen mit Online-Prüfschritten oder an Arbeitsplätzen mit digitalisierten Arbeitsanweisungen im Rahmen einer Online-Werkerführung. Ob das MES später als offene Integrationsplattform dienen soll, oder als klassisch modular aufgebautes MES, kann bei der Systemauswahl trotzdem entscheidend sein. Doch genauso wichtig ist es, einen Rahmen für das MES-Projekt zu schaffen, der den vielen Faktoren Rechnung trägt, die beachtet werden wollen. Ganz sicher wird kein Unternehmen der Weg zur Industrie 4.0 ’so nebenbei‘ erfolgreich gehen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen die Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Das hat der VDMA in einer Befragung mit McKinsey ermittelt. Auf großes Wachtumspotenzial deutet dabei hin, dass erst 0,7 Prozent der Umsätze in Europa mit digitalen Plattformen und Services erzielt werden.‣ weiterlesen

Verschlüsselungssoftware spielt auf dem Weg zu mehr Datenschutz eine wichtige Rolle, doch können Computersysteme auch auf physikalischem Wege angegriffen werden. Durch das Abfangen von Stromschwankungen oder das Auslösen von Fehlern durch elektromagnetische Impulse werden Geräte wie Smartphones und Schlüsselkarten angreifbar.‣ weiterlesen

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit der Isoloc Schwingungstechnik GmbH eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt. Sie erfasst die Fußposition eines Mitarbeiters und erkennt Gewichtsverlagerungen.‣ weiterlesen

Die Technologieinitiative SmartFactory KL feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Heute beteiligen sich mehr als 50 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen an der Initiative.‣ weiterlesen

ERP-Lösungen spielen eine zentrale Rolle in den Unternehmen und das tun sie gut. So die Erfahrungen von 2.089 Anwenderunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, die im Zuge der aktuellen Studie ‘ERP in der Praxis‘ durch die Analysten der Trovarit mittlerweile zum 10. Mal befragt wurden. Die Studie weist Zufriedenheitsbewertungen von mehr als 40 ERP-Lösungen aus.‣ weiterlesen

Die Anforderungen an die Produktionsplanung von Fertigungsbetrieben steigen stetig. Jetzt hat MPDV, Hersteller von Fertigungs-IT, eine Feinplanungslösung für das eigene MIP-Ökosystem vorgestellt. Die APS-Software baut auf langjährigen Erfahrungen mit der bewährten MES-Lösung Hydra auf und kann von einfachen Arbeitsgängen bis hin zu komplexen Fertigungsaufträgen planen und optimieren. Im Interview erläutern Thorsten Strebel, Vice President Products, und Jürgen Petzel, Vice President Sales, warum der Softwarehersteller gerade jetzt mit einer APS-Lösung an den Markt geht - und was Fedra zu bieten hat.‣ weiterlesen

Wird weniger Energie verbraucht, sinken Betriebskosten ohne Produktivitätsverlust. Gerade im Verteilzentrum könnte viel Sparpotenzial brach liegen. Denn dort haben technische Fortschritte die Leistung, aber auch den Energiebedarf, in die Höhe getrieben. Daher sind zuletzt viele Materialflusshersteller an ihre Reißbretter zurückgekehrt, um energiesparende Varianten ihrer Fahrzeuge, Kräne und Managementsysteme herzustellen.‣ weiterlesen

Hat das ERP-System einmal den Anschluss verpasst, muss nicht immer gleich etwas Neues her. Sasse Elektronik gelang mit seinem IT-Partner Cosmo Consult das Re-Engineering der Business-Anwendung. Der Lohn bestand in deutlich kürzeren Prozessen bei erheblich weniger Papier im Büro.‣ weiterlesen

Insbesondere Unternehmen der Fahrzeugbau- und Elektroindustrie besitzen großes Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauchs in ihrer Produktion. Daher haben die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und Limtronik als Mitglieder des SEF Smart Electronic Factory e.V. einen Use-Case entwickelt, in dem Wartungsintervalle eines energieintensiven Reflow-Ofen sensorgestützt optimiert werden.‣ weiterlesen

Edge Computing ist für die industrielle IT grundsätzlich nichts Neues. Seit Jahrzehnten werden Geräte und Monitore in der Produktion weit entfernt von zentralen Rechenzentren betrieben. Das aktuelle Revival des Begriffes ist auch technologischen Innovationen geschuldet, die Latenzen auf wenige Millisekunden senken.‣ weiterlesen

Auch durch Bewegungen wie Fridays for Future und extreme Wetterphänomene befassen sich Unternehmen intensiver mit dem ökologischen Wandel. Doch während Energieeffizienzprojekte bereits häufig betrieben werden, stehen die Möglichkeiten zum Materialsparen eher selten im Fokus. Dieser Artikel liefert Impulse entlang der Wertschöpfungskette, Ressourcen erst gar nicht zu verbrauchen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige