Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Innovationswettbewerb Künstliche Intelligenz (1 von 3)

Datentausch in der Medizin mit KI revolutionieren

Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass der Datenaustausch in der Medizin oft noch viel zu schleppend vonstattengeht. Mehrere Projekte, die im Rahmen des ‚Innovationswettbewerb Künstliche Intelligenz‘ (KI-Innovationswettbewerb) des BMWi gefördert werden, setzen an diesem Problem an – und entwickeln innovative digitale Infrastrukturen für medizinische Daten.

 (Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com)

(Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz findet sich längst von Produktionsprozessen bis hin zur Mediennutzung zuhause. Welche Technik dahinter steht, ist nicht immer leicht zu identifizieren, da die Einsatzszenarien so breit ausfächern. Im Zentrum der Anwendungen stehen Daten, die etwa der Industrie ermöglichen, Arbeitsschritte zu automatisieren und Produktionsprozesse besser zu verstehen. Auch im Medizinbereich kommen immer mehr KI-Anwendungen zum Einsatz. Die praktischen Möglichkeiten dieser Technologie hängen aber direkt mit dem verfügbaren Datenbestand zusammen. Die offenkundigen Mängel beim Datenaustausch zwischen Praxen und Kliniken ist vor diesem Hintergrund umso hinderlicher beim Einsatz von KI in diesem Sektor. Zahlreiche Einrichtungen sind nur unzureichend digitalisiert, manchmal werden Daten händisch erfasst, analysiert und weitergegeben. Es mangelt an Plattformen, auf denen Daten aus Forschung und Praxis zusammengeführt und neue Entwicklungen vorangetrieben werden. Im Rahmen des KI-Innovationswettbewerbs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) werden Projekte gefördert, die mithilfe von KI-Anwendungen medizinische Daten effektiv und datenschutzkonform aufbereiten und damit den Weg für den medizinischen Austausch der Zukunft ebnen.

Daten vielfältig nutzbar machen

Die im Rahmen des Förderprojekts AIQNET entwickelten Technologien sollen unter anderem beitragen, die zeitaufwendige manuelle Weitergabe von Daten abzulösen. Dafür wurden zwei KI-Systeme entwickelt: Eins ermöglicht die automatisierte Auswertung von Fließtexten, das andere kann Bilddaten wie Röntgenbilder verlässlich interpretieren. Doch die so gewonnen Daten machen nur einen Teil derer aus, die im Rahmen von AIQNET genutzt werden sollen. Denn in Krankenhäusern und Arztpraxen fallen täglich zahlreiche Datensätze aus verschiedenen Quellen an, von Patientenfragebögen über Laborberichte bis hin zu Informationen aus technischen Anlagen. Viele dieser Daten werden kaum mehr als einmal genutzt und liegen anschließend in unterschiedlichen, meist nicht interoperablen Systemen. AIQNET strebt an, diese Datenmassen zusammenzuführen und mit KI auswertbar zu machen. Die potenziellen Einsatzgebiete sind vielfältig: Die Daten können medizinisches Personal bei der Diagnose und der Wahl der richtigen Behandlungsmethode unterstützen, aber auch dazu beitragen, dass bislang aufwändige und kostenintensive klinische Studien beschleunigt und vereinfacht werden. So können Pharmaunternehmen oder Medizinproduktehersteller ihre Produkte schneller und günstiger zur Marktreife führen.

Ökosystem bündelt Daten

Die gesammelten Daten sollen über AIQNET in einem digitalen, dezentralen Ökosystem gebündelt werden, wo Drittparteien wie Forschungseinrichtungen oder Start-ups verschiedene KI-Anwendungen zur individuellen Auswertung entwickeln und anbieten. Kliniken und sonstige Anbieter von Daten erhalten eine Aufwandsentschädigung für die Bereitstellung. Neben einer innovativen Dateninfrastruktur für die Medizin entsteht so auch ein neues Geschäftsfeld. Dabei spielt der Datenschutz eine essenzielle Rolle, denn zu jeder Art von Nutzung persönlicher Daten muss das Einverständnis vorliegen. Auch hierfür soll im Rahmen von AIQNET eine Lösung entwickelt werden, mit der entsprechende regulatorische und gesetzliche Vorgaben erfüllt werden.

KI-gestützte Medizintechnik

Auch im Förderprojekt KI-SIGS wird eine digitale Plattform aufgebaut, mit deren Hilfe Anwendungen entwickelt werden, die den Datenaustausch im medizinischen Alltag effizienter gestalten können. Eine dieser Anwendungen ist ein Assistenzsystem, das medizinisches Personal und Patienten im Rahmen der Bewegungstherapie unterstützen soll. Über eine an das System angeschlossene Kamera soll das KI-Modell autonom beurteilen können, ob Patienten eine Übung korrekt ausführen und bei Bedarf über einen Roboter oder einen digitalen Avatar Verbesserungsvorschläge übermitteln. Die gewonnenen Daten können auf der digitalen Plattform von KI-SIGS für die Weiterentwicklung ähnlicher Anwendungen verwendet werden. Verknüpft sind die innovativen Assistenzanwendungen mit dem Vorhaben, ein digitales Ökosystem für KI-gestützte Medizintechnik in Norddeutschland aufzubauen, um die Digitalisierung und die Einführung von KI in den medizinischen Alltag voranzubringen. Über eine Kollaborationsplattform können Algorithmen und Best Practices ausgetauscht werden. Zusätzlich sollen ethische und gesellschaftliche Fragen im Rahmen von KI diskutiert sowie Lösungen für wiederkehrende Aufgaben wie die Implementierung von Datenschutzmaßnahmen entwickelt werden.

Gerade Praxen und Kliniken sollen durch Projekte wie KI-SIGS und AIQNET neue Angebote zugänglich sein, um KI-Technologien adaptieren zu können. Dafür braucht es natürlich auch Medizintechnikhersteller mit Software-Expertise, um die damit verknüpften Geräte, Infrastrukturen und Dienstleistungen zu entwickeln und bereitzustellen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Viele ERP-Lösungen wurden einst von Spezialisten entwickelt und danach nur noch angepasst, erweitert und mit Updates versorgt. Doch steigende Digitalisierungsanforderungen, schnellere Produkteinführungen sowie der Fachkräftemangel schrauben die Anforderungen in die Höhe. Könnte Low-Code-Softwareentwicklung die Lösung sein?‣ weiterlesen

Mit einem Anstieg von 1,6 Punkte im Januar liegt das IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,9 Punkten und damit über der neutralen Marke von 100. Für die Arbeitsmarktforscher deutet dies auf positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hin.‣ weiterlesen

Mit ProKI, einem Demonstrations- und Transfernetzwerk für künstliche Intelligenz (KI) in der Produktion, soll die Anwendung von KI bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiter vorangetrieben werden.‣ weiterlesen

Wolfgang Boos hat zum Jahreswechsel die Geschäftsführung des FIR an der RWTH Aachen übernommen. Er tritt die Nachfolge von Volker Stich an.‣ weiterlesen

Mit den Produkten der Marke Smartblick will F&M Werkzeug und Maschinenbau gerade kleineren Unternehmen ermöglichen, Fertigungsprozesse anhand von Maschinendaten zu analysieren und zu optimieren. Jetzt hat die Firma ein Modul vorgestellt, das mit künstlicher Intelligenz 'on Edge' prädiktive Qualitätsanalysen erstellt, also Predictive Quality ermöglicht.‣ weiterlesen

Die GSG Genii Software Gruppe hat die Übernahme der Camos Software und Beratung GmbH bekanntgegeben, einem Software-Spezialisten im Bereich Configure Price Quote (CPQ).‣ weiterlesen

Lichttechnische Messungen gehören bei der Produktion von Displays zum Standard. Während der Entwicklung müssen jedoch auch sehr unterschiedliche Messungen, meist detaillierter als in der Serienfertigung, durchgeführt werden. Das Zusammenspiel von Displayansteuerung, Messequipment und Auswertung der Messwerte ist dabei oft zeitaufwendig und fehlerbehaftet. Eine voll- oder teilautomatisierte Messung kann die Arbeit vereinfachen.‣ weiterlesen

Mit einem Mix aus Liefer- und Projektgeschäft wappnet sich die Firma Unterfurtner aus Österreich gegen Marktschwankungen. Dabei verursachten die unterschiedlichen Prozesse der Geschäftsbereiche früher viel Aufwand, den das alte ERP-System kaum abfederte. Der Rollout von AMS.ERP änderte das, denn die Software ist auf solche Anforderungen zugeschnitten.‣ weiterlesen

ERP-Integrationen sind herausfordernde Projekte. Oft vergrößern überbordende Funktionswünsche das Risiko des Scheiterns. Eine Alternative ist die Ausarbeitung einer langfristigen ERP-Strategie samt Roadmap.‣ weiterlesen

Julia C. Arlinghaus, Nicole Dreyer-Langlet, Katharina Hölzle, Daniel Hug, Dieter Meuser und Björn Sautter verstärken den Forschungsbeirat Industrie 4.0. Das von Acatech koordinierte Gremium berät strategisch und unabhängig, insbesondere das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).‣ weiterlesen

Softwareanbieter Sage stellt neue Werkzeuge bereit, die eine Brücke zwischen der eigenen Systemumgebung und der Azure-Cloud von Microsoft bilden sollen.‣ weiterlesen