Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Cloud-ERP und KI

Intelligente Warenwirtschaft aus der Cloud

Auch in ERP-Systemen auf Cloud-Basis kann KI-Technologie ihr Potenzial entfalten. Sie analysiert enorme Datenmengen in Sekundenbruchteilen, startet eigenständig Prozesse und gibt Handlungsempfehlungen. Grenzen für ihren Einsatz setzt aber der Gesetzgeber.

(Bild: ©Buffaloboy/stock.adobe.com)

(Bild: ©Buffaloboy/stock.adobe.com)

Bei den bislang auf dem Markt verfügbaren KI-Lösungen handelt es sich um sogenannte schwache KI-Systeme. Das heißt, sie funktionieren reaktiv auf Grundlage von programmierten Skripten und Algorithmen auf einem oberflächigen Intelligenz-Level. Dabei entwickeln sie kein tieferes Verständnis für eine Problemlösung, sondern nutzen lediglich die Methoden, die ihnen für die Lösung dieses Problems von Menschen zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidungen der KI bleiben damit nachvollziehbar und kontrollierbar. Weak AI wird bereits in vielen Bereichen unseres Lebens eingesetzt. Der große Vorteil liegt in der weitgehenden Automatisierung von Routineaufgaben und -anfragen. Cloud-Services sind aufgrund ihrer Skalierbarkeit dafür prädestiniert, große Datenmengen zu bearbeiten. Durch die Kombination beider Ansätze lässt sich in Unternehmen z.B. die Warenbeschaffung sehr stark automatisieren. Aber auch bei Qualitätssicherungsprozessen im Wareneingang kann Cloud-basierte KI helfen, Schwachstellen zu identifizieren. Gleichzeitig sind beispielsweise Chatbots inzwischen nicht mehr nur bei Banken und Versicherungen zu finden. Auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nutzen sie, um Kundenbeziehungen aufzubauen und besser zu pflegen.

Intelligente Warenwirtschaft

ERP-Systeme bieten eine hervorragende Grundlage für künstliche Intelligenz, da sie große Datenmengen enthalten. KI-Technologien sind in der Lage, dieses enorme Datenaufkommen in Sekundenbruchteilen zu analysieren und eigenständig Prozesse zu starten oder Handlungsempfehlungen zu geben. Unternehmen können ihre Prozesse in vielen Fällen verbessern und effizienter sowie kostengünstiger arbeiten. Einige Beispiele für den Einsatz von KI in der ERP-Welt sind:

Bilderkennung: Durch eine KI-basierte Bilderkennung lassen sich fehlerhafte Teile in der Fertigung automatisiert erkennen und damit Reklamationen vermeiden. Gleichzeitig sind in einem ERP-System typischerweise viele Artikel und Produkte gelistet, die mittels Bilderkennung einer bestimmten Warengruppe automatisiert zugeordnet und um Produktbeschreibungen ergänzt werden können. Unternehmen sparen im Umgang mit diesen Artikeln viel Zeit.

Sales Forecast: Anhand von Datenauswertungen aus dem Verkauf und Lagerbestand lassen sich KI-gestützt Verkäufe prognostizieren. Zudem können Unternehmen eine Übersicht über zu erwartende fehlende Lagerbestände gewinnen. Dabei werden auch Sonderverkäufe oder bestimmte saisonale Schwankungen berücksichtigt. Auf Grundlage dieser Planung lässt sich der Wareneinkauf besser regeln und ebenfalls Zeit einsparen.

Wahrscheinlichkeit der Zahlungsverzögerung: Für diese Aufgabe ermittelt eine KI anhand des Zahlungsverhaltens eines Kunden einen Bonitätsindex, wodurch sich mögliche Zahlungsverzögerungen besser einschätzen lassen. Dadurch können Unternehmen ihren Cashflow genauer vorhersagen.

Ethische Komponente diskutieren

Neben den vielen Optionen, die KI bietet, gilt es einige Rahmenparameter zu beachten. Unternehmen müssen etwa sicherstellen, dass personenbezogene Daten in KI-Prozessen DSGVO-konform verarbeitet werden. Gerade beim Einsatz von Cloud-Services besteht das Risiko, dass dies außerhalb der EU geschieht. Deshalb ist es empfehlenswert, immer zuerst zu ermitteln, in welchen Prozessen KI das Unternehmen und die Mitarbeiter unterstützen soll. Das Wort ‚Intelligenz‘ in KI bietet zudem großen Interpretationsspielraum, der oft zu Missverständnissen führt. Falsche Erwartungen an die Leistung von KI sollten vorab aus dem Weg geräumt werden. Denn eine starke künstliche Intelligenz, die Entscheidungen aus eigenem Antrieb trifft, wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Doch bereits mit schwacher KI sind dem Grad der Automatisierung künftig technisch kaum Grenzen gesetzt. Diese müssen letztlich von der Gesellschaft und dem Gesetzgeber definiert werden. Damit wird der Einsatz von KI auch eine ethische Frage.

Grad der Automatisierung hat theoretisch keine Grenzen

Die Automatisierung von Prozessen mittels schwacher KI kann aber zum Wachstumstreiber werden. Denn KI-basierte Lösungen können Schlüsse aus Datenmengen ziehen, die für Menschen schlicht zu komplex sind. Die Automatisierung von eintönigen repetitiven Aufgaben, kann zudem eine wichtige Entlastung für die Mitarbeiter bedeuten und Raum schaffen für kreative und strategische Projekte.


Das könnte Sie auch interessieren:

PTC hat das neunte Major Release der CAD-Software Creo vorgestellt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Boston hat in die Weiterentwicklung der Modellierungsumgebung investiert, um die Benutzerfreundlichkeit und Produktivität zu erhöhen.‣ weiterlesen

Mit Robotic Process Automation können standardisierte Prozesse automatisiert werden. Das entlastet Mitarbeiter, kann sie aber auch gänzlich überflüssig machen. Fehlende Akzeptanz für die Technologie kann RPA-Projekte zum Scheitern bringen. Eine Studie der Internationalen Hochschule hat untersucht, welche Kriterien für die Akzeptanz relevant sind.‣ weiterlesen

Ein neues Produkt wird in die Fertigung aufgenommen. Die Folge in vielen Unternehmen: Die Anlagen stehen zwei Wochen still, bis alle SPSen umprogrammiert sind. Dabei ließe sich die Neukonfiguration mit spezieller MES-Software quasi in der Frühstückspause einspielen.‣ weiterlesen

Das Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (ISF) der RWTH Aachen University untersucht im Sonderforschungsbereich 1120 'Präzision aus Schmelze' Einflüsse verschiedener Legierungselemente auf die Eigenspannungsverteilung. Um die Dehnung von Bauteilen zu untersuchen, wird sie mit in situ-Bildkorrelation beobachtet. Das Setup ist anspruchsvoll.‣ weiterlesen

Boston Micro Fabrication hat den 3D-Drucker MicroArch S240 vorgestellt: Bei einem Bauvolumen von 100x100x75mm ist er auf die Serienproduktion von Mikrobauteilen in Endqualität ausgelegt.‣ weiterlesen

Das Vertragsmanagement findet oft noch in Papierform statt. Dabei ermöglichen Lösungen für das Contract Lifecycle Management (CLM) längst eine digitale Abwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.‣ weiterlesen

Die deutschen Industrieunternehmen rechnen noch bis in das nächste Jahr mit Materialmangel. Im Schnitt gehen die Unternehmen laut einer Umfrage des Ifo Instituts von einem Zeitraum von zehn Monaten aus, bis sich die Lage wieder verbessert.‣ weiterlesen

Bordnetzhersteller können ihre spezifischen Anforderungen an Manufacturing-Execution-Systeme mit Branchenlösungen abbilden. Bei der Integration spart das viel Customizing und im Betrieb können Nutzer erwarten, dass Branchentrends besonders schnell im Standard landen.‣ weiterlesen

In einem offenen Brief haben sich IT-Forscher verschiedener Institutionen und Unternehmen an die Politik gewandt und fordern, Lösegeldzahlungen nach Ransomware-Angriffen zu unterbinden.‣ weiterlesen

Der Security-Spezialist Trend Micro gründet mit VicOne eine Tochtergesellschaft, die sich auf die Absicherung von Elektrofahrzeugen und vernetzten Fahrzeugen konzentrieren soll.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige