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Sichere Daten, weil sie jeder hat

Revolutioniert Blockchain die Lieferkette?

Blockchain-Technologie könnte bei der Digitalisierung industrieller Lieferketten den nächsten Quantensprung einläuten. Sie ermöglicht ein transparentes Abbild der kompletten Wertschöpfungskette und könnte künftig die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit neuen, externen Geschäftspartnern und Lieferanten deutlich erleichtern.

Blockchain-Technologie - Eine Revolution in der Lieferkette

Bild: T-Systems Multimedia Solutions GmbH

Die reibungslose Zusammenarbeit mit Lieferanten und Geschäftspartnern ist in der industriellen Fertigung sehr wichtig, denn viele Unternehmen haben große Teile der Wertschöpfung schon lange vor- oder nachgelagert. Besonders die deutsche Industrie führt verzweigte Wertschöpfungsketten mit teils sehr hoher Fertigungstiefe einzelner Akteure zu komplexen Produkten zusammen. Zudem ist die grenzüberschreitende Vernetzung und Zusammenarbeit bedeutend, da durch die hohe Exportorientierung nationale Vorleistungsmärkte eine deutliche geringere Bedeutung haben als international üblich. Allerdings haben nur wenige Unternehmen in Bezug auf Materialbewegungen, Durchlaufzeiten und Bestände im Netzwerk eine durchgängige Transparenz und umfassenden Zugriff auf die Supply Chain. Der Auftraggeber weiß also oft nicht, wo das Produkt gerade ist und wann es bei ihm eintrifft. Das erschwert die Planung. Die für alle beteiligten Unternehmen transparente Kooperation ist ein Schlüssel zum Erfolg. Natürlich findet aktuell schon eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Parteien statt – allerdings sind dafür noch viele manuelle Interaktionen notwendig. Teilweise erfolgt die Kommunikation noch per Telefon oder per Fax und verursacht dadurch Informationsbrüche. Ist die Kommunikation bereits digital, dann findet sie oft per E-Mail oder mit inkompatiblen Protokollen und unterschiedlichen Schnittstellen statt. Um eine effiziente und risikoarme Kooperation zu ermöglichen, müssten sich Industrieunternehmen hin zu einer komplett digitalen Kommunikation bewegen. ‚Komplett digital‘ bedeutet hier eine vollständige Integration der Lieferanten in die Geschäftsprozesse.

Digitales Bild der Lieferkette

In der Regel hängen an den eigenen Geschäftspartnern weitere Lieferanten, denn die Geschäftspartner unterhalten eigene Beziehungen zu Lieferanten und Sublieferanten. Allerdings kennen sich diese untereinander meist nicht und interagieren auch nicht. Dadurch gibt es keine zentrale Stelle, an der Informationen über den Produkt- oder Lieferstatus vorgehalten werden und die für alle an der Lieferkette Beteiligten einsehbar sind. Das kann dazu führen, dass im Falle eines Problems zu Beginn der Lieferkette der Hersteller selbst erst deutlich später etwa von einer verspäteten Lieferung erfährt. Für Gegenmaßnahmen ist es dann oft zu spät. Das ist in Zeiten von Just-in-time-Produktion und geringer Lagerhaltung mitunter ein K.-o.-Kriterium. Eine zentrale Lösung für das Problem haben große Unternehmen parat: Partnerübergreifende Plattformen, die Informationen zwischen allen Beteiligten der Liefer- und Prozesskette teilen. Doch sind diese meist mit der Abgabe der Datenhoheit an den Betreiber der Plattform verbunden. Zwar können Unternehmen definieren, welche Informationen der Plattform zur Verfügung gestellt werden. Doch was danach mit den Informationen geschieht und wie diese genutzt werden, bleibt unklar.

Datenhoheit behalten

Genau in solchen Szenarien könnte die Blockchain-Technologie künftig glänzen. Bei der Blockchain handelt es sich um eine Datenbank, bei der Informationen nicht zentral auf einem Server, sondern dezentral bei den Nutzern gespeichert werden. Informationen sind verschlüsselt bei den Teilnehmern des Netzwerks hinterlegt und stehen somit allen Nutzern der Plattform zur Verfügung. Im Falle der Supply Chain bietet eine Blockchain den Vorteil, dass keiner über die Datenhoheit der Informationen verfügt. Jeder hat Einblick auf die Daten und die Kontrolle über seine geteilten Informationen. Mittels Kryptographie ist die Datenintegrität sichergestellt, denn Informationen in der Blockchain sind unveränderlich und somit nicht manipulierbar. Das bedeutet für Vertragspartner Kooperation auf Augenhöhe, denn die Plattform gehört allen Nutzern, da sie unabhängig von einem Betreiber ist. Alle Supply Chain-Beteiligten können in der Blockchain die Informationen ablegen, die sie für relevant und teilenswürdig erachten. Außerdem können sie die Blockchain nutzen, um vertragliche Vereinbarungen zu dokumentieren und ihre Prozesse und Maschinen anzubinden. So kann der Status eines Produkts jederzeit über eine grafische Oberfläche eindeutig eingesehen werden. Dabei erfolgt die Kommunikation teilweise nicht mal zwischen den Geschäftspartnern selbst, sondern zwischen deren angebundenen Maschinen, in Form von Machine-to-Machine-Kommunikation. Das autonome Lagersystem des Großhändlers kommuniziert dann beispielsweise mit den Maschinen zur additiven Fertigung von Prototypen und verschickt automatisch die benötigte Menge an Filament über den günstigsten Spediteur. Auf diese Weise wird die komplette Wertschöpfungskette für alle transparent. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Effizienz und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit und der Herstellung der Produkte aus.


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