Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Werksnahe MES-Ökosysteme

Best-of-Breed mit Interoperabilität an Bord

IT-Plattformen gibt es viele – immer mehr von ihnen mit Fokus auf Digitalisierungslösungen für Fabriken. Aber wie funktionieren werksnahe Plattformen und wie sieht das Geschäftsmodell dahinter aus? Am Beispiel der Integrationsplattform MIP des MES-Anbieters MPDV lässt sich das Prinzip erläutern.

(Bild: ©Uladzimir/stock.adobe.com)

(Bild: ©Uladzimir/stock.adobe.com)

Die Industrie nutzt Fertigungs-IT, um effizient planen und produzieren zu können. Im Gegensatz zu bisher oft monolithischen Systemen versprechen Plattformen die Möglichkeit, Anwendungen von verschiedenen Anbietern beliebig miteinander zu kombinieren. Dadurch wird der bisher übliche Vendor Lock-in ausgehebelt.

Beispiel MIP

Der Softwarehersteller MPDV hat sein MES-Angebot vor wenigen Jahren um eine solche Integrationsplattform erweitert. Diese bildet die semantische Grundlage und zentrale Datenbasis für alle Abläufe der Fertigung. Alle Apps kommunizieren über Webservices mit einem gemeinsamen und offenen Informationsmodell. Dieses Informationsmodell sorgt für Interoperabilität in der Fabrik. Der Anbieter dieser Plattform stellt eine Art Runtime zur Verfügung, die über Methoden zur Verwaltung dieses Informationsmodells verfügt: etwa Ändern von Attributen, Anlegen und Löschen von Objekten oder Assoziationen zwischen Objekten. Um Apps zu nutzen, muss ein potenzieller Anwender der Plattform diese Runtime irgendwo auf einer Recheninfrastruktur installieren – sei es in der Cloud oder On-Premise. Für diese Plattform soll nun die Funktionsweise und das Geschäftsmodell betrachtet werden.

Anbieter und Anwender im Ökosystem der Plattform

Zunächst gilt es die Teilnehmer der Plattform unterschiedlichen Typen zuzuordnen:

  • • App-Anbieter bieten standardisierte Apps an, die mit einem Listenpreis bepreist sind. Wenn ein zukünftiger Anwender noch keine Plattform-Runtime installiert hat, kann die Lieferung und Installation einer entsprechenden Runtime im Angebot enthalten sein.
  • • App-bezogene Dienstleister erstellen kundenspezifische Apps. Auch das kann die Lieferung und Installation der Plattform-Runtime beinhalten. Systemintegratoren gehören typischerweise zu dieser Art von Anbietern.

Bei den Anwendern steht die Nutzung von Apps zur Optimierung der eigenen Fertigungsprozesse im Fokus.

  • • Fertigungsunternehmen mit eigenen IT-Ressourcen nutzen Apps von App-Anbietern bzw. App-bezogenen Dienstleistern, entwickeln und integrieren aber auch eigene Apps. Sie agieren damit auch in der Rolle eines internen App-bezogenen Dienstleisters allerdings meist ohne Interesse daran, die eigenen Apps anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen.
  • • Lösungsorientierte Fertigungsunternehmen beauftragen einen App-Anbieter oder einen App-bezogenen Dienstleister mit der Erstellung einer Komplettlösung, ohne eine vertragliche Beziehung mit dem Plattform-Anbieter einzugehen.
  • Geschäftsmodell einer Integrationsplattform (Bild: MPDV Mikrolab GmbH)

    Geschäftsmodell einer Integrationsplattform (Bild: MPDV Mikrolab GmbH)

Warum eine Plattform nutzen?

Der Plattform-Anbieter verspricht den zuvor genannten Teilnehmern des Ökosystems folgende Vorteile:

  • • Durch das semantische Informationsmodell der Plattform-Runtime sind alle Apps auf Interoperabilität vorbereitet. Das reduziert des Engineering- und insbesondere Integrationsaufwände für Apps.
  • • Ein Software Development Kit (SDK) unterstützt bei der Erstellung von Apps und deren Anbindung an die Plattform-Runtime.
  • • Der Marketplace auf der Homepage des Plattform-Anbieters unterstützt Anbieter bei der Vermarktung von Apps, App-bezogene Dienstleistungen und Plattform-kompatible Produkte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es die Plattform erleichtern kann, Angebote verschiedener App-Anbieter zu kombinieren. Anwender können die für sie jeweils besten Angebote auf dem Markt mit geringem Integrations- und Anpassungsaufwand nutzen.

MES-Anbieter ändern Geschäftsmodelle

Wie funktioniert das Geschäftsmodell dieser Integrationsplattform? Zunächst erhält der Plattform-Anbieter eine einmalige Gebühr für das Software Development Kit pro Nutzer. Weitere Umsätze werden durch die Runtime-Lizenzen generiert – entweder als einmaligen Kosten für die Softwareverteilung und gegebenenfalls jährlichen Wartungsgebühren oder in Form einer regelmäßigen Mietgebühr. Die Gebühren orientieren sich beispielsweise an der Anzahl der für die Runtime genutzten Prozessorkerne. Als zusätzliche Einnahme wird eine prozentuale Provisionsgebühr vom Listenpreis einer standardisierten App vom App-Anbieter erhoben. App-Anbieter und App-bezogene Dienstleister erhalten für die bereitgestellte kundenspezifische Lösung vom produzierenden Unternehmen typischerweise eine einmalige Verkaufsgebühr, es kann aber auch eine wiederkehrende Nutzungsgebühr sein. Bei der Kalkulation der Projektkosten muss der App-Anbieter oder der App-bezogene Dienstleister berücksichtigen, ob das produzierende Unternehmen bereits eine Plattform-Runtime installiert hat oder ob eine prozentuale Gebühr an den Plattform-Anbieter fällig ist.

Vertragliche Beziehungen

Jeder App-Anbieter oder App-bezogener Dienstleister schließt mit jedem Anwender einen Vertrag über die jeweilige Lösung ab. Dementsprechend sind die Anbieter für die Qualität ihrer Lösungen verantwortlich und tragen das Geschäftsrisiko. Weitere Verträge werden zwischen den Nutzern der Plattform-Runtime sowie dem Software Development Kit und dem Plattform-Anbieter geschlossen. Das ist ein klassischer Software-Lizenzvertrag, der individuell zwischen den Unternehmen ausgehandelt wird. Darüber hinaus gibt es ein Vertragsverhältnis zwischen einem App-Anbieter und dem Plattform-Anbieter über den prozentualen Anteil am Listenpreis der App, der für jede an die Plattform angeschlossene App fällig wird.

Win-Win-Situation angestrebt

So kann jeder Teilnehmer des Ökosystems seinen Beitrag leisten und gleichzeitig finanziell davon profitieren. Wie bei Plattformen üblich, steigert jeder weitere Teilnehmer die Attraktivität des Ökosystems und erhöht somit den potenziellen Erfolg aller Teilnehmer.


Das könnte Sie auch interessieren:

Der Begriff Industrie 4.0 ist nun schon seit fast einem Jahrzehnt präsent. Seitdem haben viele Industrieunternehmen neue Technologien ausgerollt und Produktionslayouts sowie -prozesse überarbeitet. Was hat sich auf dem Weg zur vernetzten und digitalisierten Produktion getan und was wirkt auf diese Entwicklung?‣ weiterlesen

Hinter neuen Geschäftsmodellen und Strategien sollte der Grundgedanke stehen: Was wollen die Kunden? Es geht darum, neue Strategien nicht nur am reinen Verkauf auszurichten, sondern sich an realen Bedürfnissen zu orientieren. Erst das sorgt für eine langfristige Bindung an das Unternehmen.‣ weiterlesen

Beim allem technologischen Fortschritt sollten Nutzer nicht die IT-Sicherheit aus dem Blick verlieren. Der elfte State of Software Security (SoSS) Report zeigt, dass die Fertigungsindustrie im Vergleich zu anderen Branchen im Bereich der Anwendungssicherheit schlecht abschneidet. Julian Totzek-Hallhuber, Principal Solution Architect von Veracode, fasst die Ergebnisse zusammen.‣ weiterlesen

Schneider Electric bringt mit Harmony P6 neue Industrie-PCs auf den Markt. Alle Modelle sind mit Intel-Prozessoren der 8. Generation und 4 bis 32GB RAM Arbeitsspeicher ausgestattet. ‣ weiterlesen

Seit Januar 2020 ist das Forschungszulagengesetz in Kraft. Mit dieser Forschungszulage können Unternehmehn ihre Innovationen fördern lassen. Marcus Arens, Director Sales & Marketing bei Ayming, zeigt, was Unternehmen beim Beantragen beachten sollten.‣ weiterlesen

Lieferengpässe drücken die Stimmung der deutschen Wirtschaft. So gehen die Indexwerte von Industrie, Handel und Dienstleistungen im Oktober zurück. Lediglich aus dem Bauhauptgewerbe kommen positive Signale.‣ weiterlesen

Produktionsabläufe und Wartungsmodelle werden schon länger auf der Basis von Daten optimiert. Doch gut integrierte IIoT-Plattformen ermöglichen heute Prozesse, die zu deutlich besseren Ergebnissen und einer neuen Form der Zusammenarbeit führen können.‣ weiterlesen

Die EU soll bis 2050 klimaneutral werden – über den European Green Deal und eine Abgabe auf CO2-Emissionen. Fraunhofer-Forschende unterstützen Unternehmen bei der Reduktion ihrer Emissionen mittels Net-Zero-Technologien.‣ weiterlesen

Universal Robots (UR) baut sein Vertriebsnetz in Deutschland aus. Mit SCS Robotik, JDT Robotics, PTS Automation sowie der Somack sind vier neue Partner hinzugekommen.‣ weiterlesen

Im seinem neuen Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland fordert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik der Cybersicherheit eine stärkere Bedeutung beizumessen. Die Gefährdungslage sei hoch, so Bundesinnenminister Horst Seehofer.‣ weiterlesen

In der Produktion lassen sich per Datenwissenschaft Muster erkennen, die etwa zum Ausfall von Anlagen führen oder Prognosen für einzelne Assets generieren. Nicht nur ausgebildete Datenwissenschaftler können solche Projekte umsetzen. Passende Software vorausgesetzt, können viele der eigenen Mitarbeiter wie Data Scientists arbeiten.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige