Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Produktionsplanung- und steuerung

Die automatische Fertigung

Die Fabrik der Zukunft muss nicht zu einer ‚Dark Factory‘ ganz ohne Menschen werden. Im rumänischen Sibiu stellt die Günther Group, ein Anbieter von Komponenten für die Kälte- und Klimatechnik, Wärmetauscher her. Dabei sind maschinelle Präzision, menschliche Erfahrung und Analyse-Algorithmen gefragt. Gesteuert wird die Produktion per Computer.

Günther Group - Die automatische Fertigung

Bild: NeuPro Solutions GmbH

Die Güntner Group Europe GmbH fertigt im rumänischen Sibiu computergesteuert Wärmetauscher. Der Transport sowie die Bearbeitung der Geräte werden dort in Echtzeit koordiniert. Das entsprechende Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS) wurde von der Neupro Solutions GmbH aus Vilsbiburg entwickelt. Das Herzstück der Produktion bildet dabei das Produktionsplanungssystem (PPS) Avas. Die Lösung ermöglicht es, für jedes Produkt einen individuellen Lebenslauf für detaillierte Analysen zu erstellen. „Mit dem Lebenslauf meldet jedes Gerät, welchen Arbeitsschritt in welchem Arbeitsbereich es jeweils als Nächstes braucht“, erklärt Michael Neumaier, Geschäftsführer der Neupro Solutions GmbH. „Der Hersteller bekommt mit dieser Dokumentation alle Daten an die Hand, um die Produktion automatisch weiter zu verbessern. Außerdem ist er rechtlich auf der sicheren Seite, wenn es zum Beispiel um Fragen der Gewährleistung geht.“ Durch den Einsatz von Machine Learning kann die Anlage die Abläufe selbst optimieren. Die benötigten Komponenten, von RFID-Technik über das Totally-Integrated-Automation-Portal bis zu den komplexen Antrieben, stammen von Siemens.

Software koordiniert Abläufe

Die jeweiligen Produkte werden in der H-förmigen Anlage zunächst von sogenannten Querverschiebewagen zu den einzelnen Arbeitsbereichen gebracht. Die Software sorgt dabei für einen koordinierten Ablauf. Die ersten beiden Stationen der Produktion – Blockbau und das Aufweiten der Kupferrohre – erfolgen weitgehend vollautomatisch. Beim anschließenden Hartlöten kommen dann die Mitarbeiter ins Spiel. Fingerspitzengefühl und Erfahrung sind in diesem Schritt gefragt. Im nächsten Schritt geht es in die Reinigungsanlage.

Sicherheit der Mitarbeiter

Werkstücke mit derselben Spezifikation und denselben Arbeitsschritten durchlaufen die Prozesse gemeinsam. Für Klaus W. Wittek, COO und Projektleiter, ist auch die Sicherheit der Mitarbeiter ein wichtiger Aspekt: „Eine der beiden Prüfanlagen ist auf einen Druck von bis zu 200 Bar ausgelegt. Die Arbeitsstation weiß, welches Kältemittel beim aktuellen Werkstück später zum Einsatz kommen wird und welchen Druck der Wärmeübertrager deshalb aushalten muss. Dabei ist sichergestellt, dass sich kein Mitarbeiter mehr im Gefahrenbereich befindet, wenn die Niederdruckprüfung unter Wasser abgeschlossen ist und wenn die Hochdruckprüfung beginnt.“ Nach erfolgreicher Prüfung fährt der Block in die Trocknungsanlage und wird bis auf eine definierte Restfeuchte getrocknet.

Ansicht auf die Einheiten Waschen, Prüfen und Trocknen

Bild: NeuPro Solutions GmbH

Daten zum Lebenslauf

An den letzten drei Stationen arbeiten Mensch und Maschine erneut zusammen. Die Blöcke werden nasslackiert oder pulverbeschichtet. Dann erfolgt die Endmontage mit allen mechanischen Teilen und der Elektrik. Auch hier hat das System im Blick, welche Kabel, Schrauben und Werkzeuge bereit liegen müssen. Dementsprechend wird einer der acht unterschiedlich ausgerüsteten Montageplätze angesteuert. Nachdem das fertige Gerät verpackt und verladen wurde, müssen noch die Daten, die auf dem Weg durch die Fabrik zu einem Lebenslauf gesammelt wurden, ausgewertet werden. Das übernimmt eine Applikation mit künstlicher Intelligenz, die in ihrem Kompetenzbereich eigenständige Entscheidungen treffen kann. „Die Herausforderung ist es, Daten in beide Richtungen verwertbar zu machen: Für die Fertigung und für die anschließende Analyse“, erläutert Michael Neumaier. In Sibiu habe man den Vorteil, dass die komplette Anlage von Fürstenfeldbruck aus überwacht wird und die Daten von überall auf der Welt ausgewertet werden können. „In Zukunft wird es sogar möglich sein, die Anlage an die Mindsphere-Cloud-Lösung anzuschließen. Damit ist die Steuerung unabhängig von der Hardware vor Ort. Wir können die komplette Produktion neuer Produkte erst simulieren, bevor wir sie tatsächlich starten.“

KI-basierte Planung

Künstliche Intelligenz kann Planung, Kommunikation und Auftragsabwicklung der Materialien und fertigen Produkte übernehmen. Dabei sind alle beteiligten Systeme vernetzt und liefern beispielsweise per RFID-Chip Sensordaten, mit denen die Realität digital abgebildet werden kann. Diese Abbildung unterstützt die Fachkräfte vor Ort bei ihren Aufgaben und ermöglicht dezentrale Entscheidungen durch eine schwache künstliche Intelligenz, die genau auf diese Aufgabe zugeschnitten ist.


Das könnte Sie auch interessieren:

Novayre Solutions SL und dessen RPA-Plattform Jidoka gehören nun zu Appian. Mit dem Erwerb will das amerikanischen IT-Unternehmen seine Prozessautomatisierungsplattform um Werkzeuge für Robotic Process Automation ergänzen.‣ weiterlesen

Nutzer von Citrix-Systemen sollten unbedingt die aktuell bekannt gewordene Sicherheitslücke per Workaround schließen. Das meldet das BSI erneut, nachdem sich die Zahl der bekannt gewordenen Cyberangriffe über diese Schwachstelle häufen.‣ weiterlesen

Jörg Jung leitet beim ERP-Hersteller Infor seit mehr als zwei Jahren als verantwortlicher Geschäftsführer die Regionen Zentral- und Osteuropa. In diesem Zeitraum konnte der Softwareanbieter sein Geschäft fast verdoppeln, merkte Jung im Gespräch mit der IT&Production an. Vor allem der Absatz mit Cloud-Lösungen scheint zu brummen: In den letzten zwei Jahren sei der Umsatz mit den Multi-Tenant-Lösungen weltweit um den Faktor zehn gestiegen.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat den israelischen Cybersecurity-Anbieter Avnet Data Security übernommen. Das Unternehmen bietet seinen Kunden Services wie Risikobewertungen, Penetrationstests, Netzwerk- und Sicherheitslösungen sowie Schulungen zur Verschmelzung von IT und OT unter dem Gesichtspunkt der Cybersecurity an. ‣ weiterlesen

In der Werkshalle von morgen sind nur noch die Außenwände fest verbaut. Maschinen und Anlagen bewegen sich frei und kommunizieren miteinander. Wichtige Voraussetzung hierfür: Eine dezentrale Versorgungs- und Dateninfrastruktur. Mit dem intelligenten Boden hat Bosch Rexroth ein solches System entwickelt - und dabei Lösungen von Weidmüller verbaut.‣ weiterlesen

In einer Industrie 4.0 stellen vernetzte Maschinen nicht nur Produkte her, sie generieren auch massenhaft Daten. Mit einem ERP-System als Informationsdrehscheibe lassen sich diese Produktionsdaten mit anderen Geschäftsbereichen verknüpfen und so die Wertschöpfung ankurbeln.‣ weiterlesen

Per Radiofrequenzidentifikation lassen sich Waren entlang der gesamten Lieferkette nachverfolgen - oder gleich lückenlos ihren Zustand dokumentieren. Erst RFID-Technologie ermöglicht viele Anwendungen, die mit Industrie 4.0 verbunden werden.‣ weiterlesen

Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen Wechsel an der Unternehmensspitze bekanntgegeben. Eric Verniaut übernimmt das Amt des CEO.‣ weiterlesen

Die Siemens AG hat die AIT GmbH übernommen. Das Stuttgarter Unternehmen bietet Softwarelösungen auf der Basis von Microsoft .NET Plattformen an.‣ weiterlesen

Weniger Energie zu verbrauchen, heißt nicht automatisch, auch Kosten einzusparen. Viele Energiemanager kennen das: Vielleicht war das Jahr wärmer, die Auftragslage schlechter, vielleicht konnten sie durch Umstrukturierung der Arbeitsabläufe etwas sparen. Welcher der Punkte zutrifft, weiß man allerdings erst, wenn die Daten genau analysiert wurden. Und genau das verlangt auch die Norm ISO50001, die nach der letzten Revision die Leistungsindikatoren in den Fokus rückt.‣ weiterlesen

Obwohl der Anteil individuell programmierter Geschäftssoftware insgesamt rückläufig ist, setzen speziell mittelständische Fertiger noch oft auf Individuallösungen. Dabei gibt es Alternativen, um Unternehmensprozesse weitaus effizienter und risikoloser abzubilden.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige