Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Serie ‚Silicon Saxony‘ – Teil 2

Kleider machen Roboter –
Teachen mittels Smart Wear

Das Dresdener Startup Wandelbots hat sich gemeinsam mit der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen das Ziel gesetzt, neue Formen der Mensch-Roboter-Kollaboration zu entwickeln. Jetzt hat das junge Unternehmen eine Methode vorgestellt, um Roboter mit Hilfe intelligenter Kleidung zu steuern.

Intelligente Kleidung: Roboter steuern mittels Smart Wear

Bild: Wandelbots GmbH

Die in Dresden ansässige Gläserne Manufaktur von Volkswagen und das Dresdner Startup Wandelbots haben im März 2018 ein neuartiges Gemeinschaftsprojekt zur Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) vereinbart. Ziel dieser Kooperation ist es, mit der Einrichtung und dem Betrieb einer Erprobungsstation in der Gläsernen Manufaktur neue MRK-Anwendungen in der Fahrzeug-Endmontage zu testen und zur Serienreife zu bringen. „Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Industrie 4.0, die natürlich auch in der Fahrzeugproduktion eine große Rolle spielt, sollen IIoT-Anwendungen helfen, die Fertigung intelligenter zu steuern“, sagt Dipl-Inf. Georg Püschel, Co-CEO Wandelbots. Besonders in der Endmontage gebe es immer noch vielfältige Aufgaben, die automatisiert werden könnten. „Volkswagen erhofft sich von der Kooperation, Automatisierungsprojekte schneller und mit deutlich reduziertem Aufwand zur industriellen Anwendung zu bringen“, sagt Marco Weiß, Leiter New Mobility und Innovation der Gläsernen Manufaktur, in einer Pressemeldung der Wirtschaftsförderung Sachsen. Mit der Wandelbox des Dresdener Startups können Experten für den jeweiligen Produktionsschritt und ohne umfangreiche Robotikkenntnisse die Maschine zu ihrem Assistenten machen. Der Roboter kann die Handgriffe und Arbeitsschritte des jeweiligen Mitarbeiters nachahmen und diese dann immer wieder abspielen. Außerdem kann der Roboter auf die Anwesenheit und Bewegungen des menschlichen Co-Arbeiters reagieren und ihm so unergonomische Arbeitsschritte abnehmen. „Volkswagen hat für die Kooperation eine Erprobungsfläche eingerichtet, sodass die Anwendungen praxisnah getestet werden können“, berichtet Püschel.

Roboter mit Kleidung anlernen

Wandelbots will mit der Wandelbox die Art und Weise, wie Roboter programmiert und genutzt werden, revolutionieren. Im Gegensatz zur klassischer manuellen Programmierung von Robotern im MRK-Bereich, ermöglicht die Lösung des Dresdener Startups jedem Menschen, dem Roboter auch komplexe Aufgaben durch Vor- und Nachmachen beizubringen. Dies geschieht über intelligente Kleidung. Die Lösung basiert auf einem am Körper getragenen Sensorsystem, das in normale Kleidung integriert werden kann. Diese erfasst menschliche Bewegungen und überträgt diese dann auf den Roboter. Im Hintergrund analysiert eine Software die aufgezeichneten Daten und generiert automatisch selbstadaptive Automatisierungsprozesse auf Basis fortgeschrittener Maschinenlernverfahren. Die ersten Pilotprojekte haben gezeigt, dass der Ansatz die Implementierungszeit und damit auch die Kosten von Robotersoftware dramatisch senken. Infineon setzt die Technologie beispielsweise in der Fertigung seiner Halbleiterchips ein.

Ausgründung der TU Dresden

Das Unternehmen Wandelbots selbst ist eine Ausgründung des Lehrstuhls Softwaretechnologie der Technischen Universität Dresden und das erste Startup des neuen ‚Smart Systems Hub – Enabling IoT‘. „Wir waren bereits vor der Gründung bestrebt, ein gutes, regionales Netzwerk aufzubauen, um die Innovation im Nahbereich bekannt zu machen und in Kooperationen mit lokalen Unternehmen einzutreten“, sagt Püschel. Durch den Smart Systems Hub erhofft sich das Startup eine weitere Vergrößerung des Netzwerkes sowie Möglichkeiten, neue Innovation mit anderen Partnern anzustoßen. Es sei eine Chance für Sachsen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, indem die Zusammenarbeit in der Region verstärkt und beschleunigt werde. Neben Volkswagen hat Wandelbots mit anderen Unternehmen Exklusivverträge. Zudem kooperieren die Dresdner in F&E-Projekten mit verschiedenen Hochschulen.

Intelligente Kleidung: Roboter steuern mittels Smart Wear | Das Wandelbots-Kernteam vor einen Demonstrator (Bild: Wandelbots GmbH)

Das Wandelbots-Kernteam vor einen Demonstrator (Bild: Wandelbots GmbH)

Cloudlösung möglich

Das primäre Geschäftsfeld des Unternehmens liegt bei Roboteranwendungen im industriellen Umfeld von Fertigungsunternehmen – vor allem in den Bereichen Montage, Logistik und Fertigung. Wir werden zunächst ganz klassisch Softwarelizenzen verkaufen“, sagt Georg Püschel. „Die Software wird möglicherweise mit einem PC oder sogar zusammen mit einem Roboter ausgeliefert, um die Integration für unsere Kunden möglichst einfach zu machen.“ Später strebe man eine Cloudlösung an, bei der nur eine Kommunikationskomponente heruntergeladen werde. In diesem Jahr will das Startup eine erste Produktversion fertig stellen und an die Kunden ausliefern. Neben einigen Forschungskooperationen wollen die Jung-Manager viel Arbeit in die Erschließung neuer Anwendungsfälle stecken. „Wir haben bereits neue Mitarbeiter angestellt und wachsen bis Jahresende auf etwa 15 Entwickler, Projektmanager und Robotikexperten“, sagt Püschel.

Dieser Beitrag ist der zweite Teil der Serie: Silicon Saxony


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Industrial Digital Twin Association hat mit PTC ein neues Mitglied. Gestartet mit 23 Organisationen, umfasst die Initiative nun 94 Mitglieder.‣ weiterlesen

Industrielle Montagelinien sind vielfältig: Einige arbeiten mit häufig wechselnden Produktaufbauten, während sich andere durch komplexe Prozesse und hohen Abstimmungsbedarf zwischen Werker und weiteren Experten auszeichnen. Das Fraunhofer IGD will Anwender mit einer Kombination aus Augmented Reality (AR) und künstlicher Intelligenz (KI) unterstützen.‣ weiterlesen

Rund 1 Million Industrieroboter werden allein im Automotive-Bereich eingesetzt. Laut der International Federation of Robotics ein Rekordwert. Das größte Wachstum beobachtet der Robotik-Verband derzeit in China.‣ weiterlesen

Firewalls gehören in Unternehmen zu den wichtigsten Sicherheitskomponenten, um das Netzwerk vor Angriffen zu schützen. Mehr noch, im integrierten und vernetzen Zusammenspiel mit weiteren Security-Lösungen, beispielsweise für die Endpoint-, Mobile- oder Cloud-Security und mit den immer wichtigeren Security-Services durch menschliche Experten, fügt sich die Firewall in ein ganzheitliches Security-Ökosystem ein, das alle IT-Bereiche im Unternehmen bestmöglich vor Angriffen und vor Schäden bewahren kann.‣ weiterlesen

Die Anforderungen an die Cybersecurity von überwachungsbedürften Anlagen werden deutlich konkretisiert. Betreiber müssen mögliche Gefährdungen ihrer Anlagen durch Cyberangriffe ermitteln und wirksame Gegenmaßnahmen entwickeln. Die zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) werden zukünftig überprüfen, ob Cyberbedrohungen im Zusammenhang mit dem sicheren Betrieb der Anlagen ausreichend behandelt wurden.‣ weiterlesen

Mit dem Start der Anmeldung öffnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die digitalen Pforten für den 19. Deutschen IT-Sicherheitskongress. Am 10. und 11. Mai 2023 findet der Kongress unter dem Motto 'Digital sicher in eine nachhaltige Zukunft' digital statt.‣ weiterlesen

Die längst verstaubt geglaubte Masche des 'Ich lasse mal einen USB-Stick mit Schadsoftware auf Parkplätzen zum Mitnehmen herumliegen' wurde doch tatsächlich noch einmal aus der Cybercrime-Kiste geholt.‣ weiterlesen

Sonicwall hat den Sonicwall Cyber Threat Report 2023 veröffentlicht. Dieser zweimal jährlich erscheinende Bericht gibt Einblicke in eine zunehmend diversifizierte Cyberbedrohungslandschaft und die sich verändernden Strategien der Bedrohungsakteure.‣ weiterlesen

Smart Factories bieten eine breite Angriffsfläche für Cyberattacken. Deshalb sichert die Freie Universität Bozen ihre 'Smart Mini Factory', eine Lernfabrik für Industrie-4.0-Technologien, mit der Endian Secure Digital Platform. Neben umfassender IT-Sicherheit ermöglicht die Plattform die Nutzung von Edge Computing und das Management von Rollen und Rechten.‣ weiterlesen