Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Roboter-Teaching per Template

Aufpoliert vom Roboter

Um die Oberflächenbearbeitung einfacher zu gestalten hat Visomax Coating nach einer Lösung gesucht, die die Roboterprogrammierung dahingehend erleichtert. Mit der Programmiersoftware ArtiMinds RPS konnten so neue Roboterapplikationen zur kraftgeregelten Oberflächenbearbeitung geschaffen werden.

(Bild: Visomax Coating GmbH)

(Bild: Visomax Coating GmbH)

Die Visomax Coating GmbH aus Waldbüttelbrunn bietet Prozesslösungen für die Nachbearbeitung – das heißt das Anschleifen und Aufpolieren – von lackierten Oberflächen an. Wichtig sind dem Unternehmen dabei individuelle, unkomplizierte sowie effiziente Lösungen und Produkte. Dabei werden regelmäßig neue Technologien evaluiert, um den Prozess der Oberflächenbearbeitung zu vereinfachen und zu verbessern.

Auspolieren automatisieren

So war Ludwig Kemmer, verantwortlich für die Roboterprogrammierung, 2016 auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Auspolieren von Fehlstellen auf Bauteilen zu automatisieren. Die Komplexität der Anwendung stellte Kemmer vor eine schwere Aufgabe: „Unsere größte Herausforderung sind Fehlstellen, die bei jedem Bauteil an unterschiedlichen Stellen liegen. Dies ließ sich mit der klassischen Roboterprogrammierung nicht lösen.“ Kemmer stieß er schließlich auf die Software ArtiMinds Robot Programming Suite (RPS) von ArtiMinds: „Die integrierte CAD2Path-Funktion macht es möglich, komplexe Bewegungsbahnen, z.B. für das Polieren eines Kotflügels, schnell und präzise zu erstellen.“ Um Punkte nicht manuell teachen zu müssen, kann eine CAD-Datei eines Objektes importiert und die Bewegungsbahn anhand der Kanten des CAD-Modells erstellt werden.

(Bild: Visomax Coating GmbH)

(Bild: Visomax Coating GmbH)

Sensorik integrieren

Die Schwierigkeit der Anwendung lag jedoch nicht nur im Handling von Bauteilen mit unterschiedlichen Fehlstellen, sondern auch in der Integration notwendiger Sensorik-Komponenten wie einem Kraft-Momenten-Sensor und einem Kamerasystem. Denn die Fehlstellen sollten zunächst per Kamera lokalisiert und dann kraftgeregelt angefahren und auspoliert werden. Solch sensoradaptive Roboterbewegungen stellen den Anwender schnell vor eine sehr komplexe Programmieraufgabe und beliebig hohen Aufwand. „Damit die Polierbewegung immer den perfekten Anpressdruck hat, arbeiten wir mit dem Force-Modul der RPS“, erklärt Kemmer. Mit den im Programm hinterlegten Templates bzw. Bausteinen für einzelne Bewegungsabläufe lasse sich der Programmieraufwand im Gegensatz zur herkömmliche Programmierung erheblich verkürzen. Das Kamerasystem gibt zunächst die Koordinaten der Fehlstellen an den Roboter weiter. Der Roboter inklusive Kraft-Momenten-Sensor und Polierkopf übernimmt dann die eigentliche Aufgabe, indem er die Fehlstellen präzise und selbstständig anfährt.

 (Bild: Visomax Coating GmbH)

(Bild: Visomax Coating GmbH)

Polierbewegungen erfassen

In einer zweiten Anwendung werden lackierte Bauteile vollflächig poliert. Der Roboter fährt zunächst kraftgeregelt auf einen Referenzpunkt, um auch bei Abnutzung der Polierbürsten immer mit dem gleichen Anpressdruck polieren zu können. Die Polierbewegung sei mit einem eigens für Visomax angepassten Pfadbaustein aufgenommen worden, was den Programmieraufwand im Gegensatz zur herkömmlichen Programmierung erheblich verkürzt habe, resümiert Kemmer. „Neben den standardmäßig schon verfügbaren Templates ermöglichte uns diese Option einen viel intuitiveren Ansatz.“

Offline-Programmierung

Visomax nutzt die Lösung auch über den eigentlichen Polierprozess hinaus. „Mit der Software wird nicht nur das Einlernen und Programmieren maximal vereinfacht. Die Offline-Programmierung und Simulation der Roboterapplikation im dreidimensionalen Raum ist ein weiterer großer Vorteil“, sagt Kemmer. Dies mache die Software für Visomax zu einem wertvollen Werkzeug, mit dem das Unternehmen schon in der Vorbereitungsphase ohne großen Aufwand bestimmen könne, ob ein Kundenprojekt mit den gegebenen Faktoren überhaupt realisierbar sei.“In den letzten Jahren hat uns die Software viel Programmieraufwand erspart. Dadurch konnten wir uns auf die eigentlichen Prozesse und deren Optimierung fokussieren, um die Bearbeitung von lackierten Oberflächen neu zu betrachten und neue Wege zu gehen“, so Kemmer.


Das könnte Sie auch interessieren:

Leere Fabrikhallen können durch virtuelle Modelle mit Leben gefüllt werden, noch bevor eine einzige Maschine installiert wurde. Bei der Inspektion solcher Layouts kann Augmented Reality seinen Nutzen ausspielen.‣ weiterlesen

Falsch geplante Anlagen können unnötige Kosten in großer Höhe verursachen. Sorgfältiges Engineering zeichnet sich dadurch aus, gängige Fallstricke zu vermeiden und verfügbare technische Hilfsmittel wie CAD-Tools und Virtual Reality passend einzusetzen.‣ weiterlesen

Wie bereits im April blieb der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer auch im Mai weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen blieben 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.‣ weiterlesen

Selbst in hoch automatisierten Fertigungsumgebungen gibt es Maschinenbediener, Instandhalter oder Logistikmitarbeiter, die eine Produktion beobachten und eingreifen. Und solange Menschen Verantwortung tragen, müssen Informationen im Werk vermittelt werden. Mit einer Andon-Anwendung lässt sich das motivierend und effizienzsteigernd strukturieren, gerade wenn weitere Prozessoptimierungsmethoden umgesetzt werden.‣ weiterlesen

Augenstein Maschinenbau plant, entwickelt und fertigt individuelle Automatisierungslösungen für Produktionsprozesse. Eine Visualisierungssoftware liefert dabei früh ein erstes Bild der Anlage. Das schafft Klarheit und hilft dem Vertrieb quasi nebenbei, den Auftrag überhaupt an Land zu ziehen.‣ weiterlesen

Im Projekt ‘Kitos – Künstliche Intelligenz für TSN zur Optimierung und Störungserkennung‘ arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam an Lösungen für ein dynamisches Netzwerkmanagement in der Industrie.‣ weiterlesen

Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3 Prozent.‣ weiterlesen

Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des Beratungsunternehmens Accenture hervor, der auf einer Umfrage unter fast 500 C-Level-Führungskräften in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum in 15 Branchen basiert.‣ weiterlesen

Wie die Kommunikation in der Arbeitswelt zukünftig aussehen kann, erforschen derzeit die Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Dabei steht der digitale Zwilling im Mittelpunkt.‣ weiterlesen

Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.‣ weiterlesen

Ein Produkt online konfigurieren und sofort bestellen: Was für Verbraucher alltäglich ist, gewinnt auch im B2B-Bereich an Bedeutung. Mit dem Configure-Price-Quote-Ansatz und entsprechender Software kann diese Variantenvielfalt angeboten werden, ohne den Vertrieb zu überlasten oder die Customer Journey aus dem Blick zu verlieren.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige