Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Wettbewerbsvorteil durch Produktionseffizienz

Operative Indikatoren verstehen und nutzen

Die Einführung von Kennzahl-basierten Optimierungswerkzeugen in der Prozessindustrie ist mit Fallstricken verbunden. Ohne ausreichenden Rückhalt bei Geschäftsführung und Mitarbeitern können die Projekte schnell teuer werden oder bringen nach Umsetzung im Werk nicht den gewünschten Nutzen. Um diese und andere Risiken bei der Implementierung von Business Intelligence-Lösungen zu vermeiden, setzte die SpiraTec AG bei der Entwicklung eines eigenen Modells zielgerichtet Anforderungen von internationalen Normen und Praxisanwendern um.

Bild: SpiraTec AG

Neben den technischen Funktionen beeinflussen drei Hauptkriterien die Einführung eines neuen IT-Systems in der Produktion. Diese sind das Interesse von Mitarbeitern und Management am Projekt, ein möglichst angemessener Realisierungszeitraum von Planung bis Go-Live und die Praxistauglichkeit der Lösung. In Unternehmen, in denen die Punkte in der Projektplanung nicht ausreichend einbezogen wurden, zeigen sich häufig hohe Kosten, große Überschreitungen des Terminplanes und mangelhafte technische Ergebnisse. Um Risiken bei einer Einführung zu minimieren, berücksichtigte die SpiraTec eine Reihe von Parametern bereits bei der Entwicklung einer eigenen Software, die dem Performance- und Energie-Management dient. Zum einen sollte die Systemstruktur auf anerkannten Normen basieren. Dazu setzte der Systemanbieter bei seiner Anwendung die ISO 22400 ‚KPIs for Manufacturing Operations Management‘ um, die ISA 95 ‚Models of Manufacturing Operations Management‘ sowie die ISO 50001 ‚Aufbau und Betrieb eines betrieblichen Energiemanagementsystems‘.

ANZEIGE

Zusätzlich sollte die Anwendung auf einem etablierten System basieren, das in potenziellen Anwenderbetrieben bereits vorhanden, oder einfach und schnell einzuführen ist. Dieses System sollte auch performante Schnittstellen zu weiteren Systemen bieten. Aufgebaut wurde die Lösung schließlich als Applikationen auf dem Data Management-System OSIsoft PI. Drittens sollte sich Handhabung und Erweiterbarkeit des Systems an den lokalen Anforderungen der Anwender orientieren, um zu technisch überzeugenden Ergebnissen nach der Systemimplementierung zu gelangen. Dafür wurden Templates für verschiedene Unternehmensstrukturen entwickelt, ein KPI Repository, vorkonfigurierte Aktions- und Kalkulationsbausteine und Dashboards. Mit dieser Systemausführung will der Anbieter die Verständlichkeit der Lösung sichern und das damit verbundene Interesse der Anwender, sowie die Möglichkeit der praktischen Anwendung und schnellen Erweiterungs- und Anpassungsfähigkeit des Systems bieten.

Infrastruktur für Echtzeitdaten

Das Basiselement OSIsoft PI bildet die Infrastruktur für ermittelte Echtzeitdaten. Die Aufgabe dieses Systems ist es, Daten und Ereignisse in Echtzeit zu erfassen, zu analysieren, auszuwerten und daraus Informationen zu generieren. Diese werden verschiedenen Anwendern und Systemen im Unternehmen zur Verfügung gestellt. Das System ist hochverfügbar, skalierbar, performant ausgelegt und bietet die Basis für viele Applikationen. Es wird erfolgreich in den Bereichen der Prozessindustrie, Energieerzeugung und Versorgungsindustrie eingesetzt, sowie in der Gebäudetechnik und in Datenzentren. Neben einem OSIsoft PI-Server und dem Hauptmodul für das Design der Strukturen (PI Asset Framework – AF) werden verschiedene Module für die notwendigen Berechnungen, Funktionen und Visualisierungen angewendet. Das betrifft insbesondere PI Process Book, PI Event Frames und PI Analytics. Die Normen ISA 95 und ISO 22400 beschreiben die Struktur der Parameter, die zum Einsatz kommenden Schlüsselindikatoren inklusive ihrer Wirkmodelle sowie die Einzelattribute und zugrunde liegende Berechnungsszenarien und Semantik für alle KPIs. Die betrachteten Modelle und Einzelwerte werden durch Vorgaben der ISO 50001 Energiemanagementsysteme erweitert.

Grundfunktionen des Systems

Die gemäß ISO 22400 definierten KPIs wurden vom Systemanbieter erweitert und ergänzt und in Form einer Wertesammlung oder Repository als Templates zur Verfügung gestellt. Hierbei definiert das System folgende Kriterien:

  • Die Unternehmensstruktur im Framework Tool (PI AF) spiegelt die tatsächlichen hierarchischen Strukturen in einem Produktionsbetrieb der Prozessindustrie wieder.
  • Alle Hierarchieebenen und Einzelindikatoren stehen als Templates zur Erweiterung und Anpassung des Systems zur Verfügung. Durch die gekoppelte Datenbank, Microsoft SQL-Server, und deren Strukturen und Regeln wird sichergestellt, dass bei Änderungen automatisch alle Verknüpfungen und Summenfunktionen an die neue Struktur angepasst werden.
  • Berechnungsfunktionen und Rahmenbedingungen für die KPIs orientieren sich an den semantischen Vorgaben der ISO 22400 und der ISO 50001. Dadurch wird eine Vergleichbarkeit von Werten über die Grenzen einzelner Produktionsbereiche oder Niederlassungen hinaus erreicht.
  • Durch automatisierte Erfassungs- und Berechnungsmodelle der Indikatoren, sogenannte Event Frames, werden Anforderungen an die Datenkonsolidierung wie die Einordnung in Zeitmodelle ermöglicht.
  • Die übergeordneten Visualisierungs- und Reporttemplates sind an die Attribute der anzuzeigenden Werte und die Anforderungen der Prozessindustrie angepasst.
  • Anforderungen der Normen für Performance- und Energiemanagement wurden in Einzelszenarien integriert. Dazu zählen Effect Models für die Kalkulationsfunktionen der Einzelwerte der Overall Equipment Effectiveness (OEE), Spitzenlast und Belegungsgradbetrachtungen für das Energiemonitoring sowie Importmöglichkeiten aus externen Datenbanken und Handeingaben, zum Beispiel Qualitätsdaten aus der Business-IT oder Anlagenverfügbarkeit von nicht am Netzwerk angeschlossenen Anlagen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Individuelle Kundenwünsche beeinflussen zunehmend die Produktion. Mit der Verbindung von Verkaufs- und Produktionskonfiguration lässt sich die Komplexität einer variantenreichen Fertigung in den Griff bekommen.‣ weiterlesen

52 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben bezüglich der digitalen Transformation erhöhen. Dies hat der Business-Software-Anbieter IFS in einer Studie ermittelt für die weltweit mehr als 3.032 Führungskräfte befragt wurden.‣ weiterlesen

Die Bekuplast-Unternehmensgruppe produziert Mehrweg-Transportverpackungen aus Kunststoff. Seit 2019 dient ein Enterprise-Content-Management-System (ECM) von ELO als Grundlage, zentrale Geschäftsprozesse zu automatisieren und mit den IT-Systemen zu verzahnen.‣ weiterlesen

Bosch Rexroth gibt einige Veränderungen in der Geschäftsführung bekannt. Unter anderem tritt Filiz Albrecht die Nachfolge von Christoph Kübel an, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.‣ weiterlesen

Der Solution Manager von SAP stand lange im Ruf, nicht das Organisationsgenie unter den Business-Anwendungen zu sein. Doch der Hersteller hat in Version 7.2 viel am Werkzeug verbessert. Der Produzent von Lebensmittelzutaten Döhler hat daher den SolMan von SAP mit dem BPM-Tool Aeneus verknüpft, um die Gestaltung von mehr als 2000 Geschäftsprozessen zentral und nachhaltig zu strukturieren.‣ weiterlesen

In einer weltweiten Studie haben TÜV Rheinland und das Marktforschungsinstitut Ponemon untersucht, wie es um die Cybersicherheit von Industrieanlagen bestellt ist. Demnach ist die Operational Technology besonders gefährdet.‣ weiterlesen

Mit dem stärksten jemals gemessenen Anstieg hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni im Vergleich zum Vormonat etwas erholt. Er liegt nun bei 86,2 Punkten.‣ weiterlesen

Unternehmenswachstum sorgte bei der Penn GmbH für ein Umdenken in der Unternehmensstrategie. Mit der Implementierung eines Manufacturing Execution Systems wollte man etwa Excel-Listen in der Produktionsplanung ablösen. Mit der MES-Lösung von Proxia gelang es sogar, die Anlagenverfügbarkeit auf fast 100 Prozent zu steigern.‣ weiterlesen

Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.‣ weiterlesen

Schneider Electric möchte seine gruppeninternen Kompetenzzentren für Schlüsseltechnologien stärken. Mit einem weiteren Ausbau des Standortes Marktheidenfeld wird dieser Weg nun fortgesetzt.‣ weiterlesen

Die überwiegende Zahl der Maschinenbauer ist zuversichtlich, mittelfristig auf das nominale Umsatzniveau von 2019 zurückzukehren. So lautet die Kernbotschaft der sechsten VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie, an der 658 Unternehmen teilnahmen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige