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Verbrauchsanalyse

Energiefresser entlarven

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Ausgerüstet mit mobilen Messgeräten nahmen die Fraunhofer Wissenschaftler 30 bis 40 Maschinen genauer unter die Lupe. Als Ergebnis bekamen sie einen zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs. So entstand ein Energieportfolio. Bild: Dirk Mahler / Fraunhofer IFF

Energetische ABC-Analyse

Analysieren die Forscher die Bauteile hinsichtlich ihres Energieverbrauchs, sprechen sie von einer energetischen ABC-Analyse, die durch die Zusammenführung von Energiemesswerten und Produktionsprogramm ermöglicht wird. Weitere Elemente des ER-WIN-Methoden- und Werkzeugkastens sind Lastganganalysen, Sankey-Diagramme und Wertstromanalysen, die allesamt zum Einsatz kamen, da auf Basis des einzig vorliegenden Gesamtenergiebezugs eine komplexe Verbrauchsstruktur der Fabrik zugeordnet werden musste.

Beim untersuchten Unternehmen lässt sich zusammenfassen, dass 45 Prozent des Stromverbrauchs in die Produktion gehen, 25 Prozent die anschließende, umfangreiche Prüfung des frischmontierten Motors benötigt und die restlichen 30 Prozent in die Infrastruktur fließen, also Gebäude, Beleuchtung und Büros. Mit den Ergebnissen der Methodik erarbeiteten die Forscher eine Reihe Handlungsempfehlungen: Wie könnte man die energieintensiven Bauteile effizienter aufarbeiten? Bieten sich die ermittelten Prozess- und Lastparameter als spätere Qualitätsindikatoren an? Wie kann man mit festinstallierter Messtechnik zukünftig verlässliche Daten für ein Verbesserungs-Benchmark erfassen? Ist die Prozesskette der Wiederaufarbeitung hinreichend energieeffizient gestaltet oder gibt es stille Reserven im Ablauf? Auch bei den Maschinen sind Ansatzpunkte ersichtlich: Wie lässt sich beispielsweise ihre Auslastung erhöhen? Lassen sich Aggregate und Versorgungskomponenten mitunter in Ruhezeiten über intelligente Logiken der speicherprogrammierbaren Steuerungstechnik bedarfsgerecht zu- und abschalten? Wie können ebendiese Rüstzeiten verkürzt beziehungsweise komplett verhindert werden?

Denn obwohl die Maschinen in den Rüstzeiten nicht im eigentlichen Sinne genutzt werden, benötigen sie womöglich ähnlich viel Energie wie im laufenden Betrieb. An den komplexen Bearbeitungszentren der Produktion wurde dieser Fall beispielsweise diagnostiziert. Im Zweifel begründet das lange und aufwendige Rüsten außerdem erhöhte Durchlaufzeiten, weshalb die Magdeburger Wissenschaftler hier Reserven in der Gesamtleistung der Fabrik sehen. Denn lange Durchlaufzeiten und erhöhte Bestände bedeuten nicht zuletzt gebundenes Kapital. So versprechen weitere Detailstudien der identifizierten energetischen Schwerpunkte im Prozess Verbesserungen organisatorischer Natur, die weitreichende und teure Investitionen erübrigen. „Wir sind sehr zufrieden – und überrascht, wie detailliert und übersichtlich das Ganze aufgearbeitet wurde. Mit dieser Analyse können wir Maßnahmen punktgenau ableiten“, erläutert Martin Altrock. „Über die Zusammenarbeit hat sich zudem herauskristallisiert, dass wir mit den Ergebnissen den Großteil der Anforderungen der ISO-50001-Zertifizierung nachweisen können.“ Mit Erfolg: Die Studie gab Sicherheit im erfolgreich absolvierten Auditierungs- und Zertifizierungsprozess und hat nicht zuletzt den unternehmensinternen Aufwand begrenzt.


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