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Thesen zur Digitalisierung im Product Lifecycle Management

Was bringt die Zukunft?

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Modulare Produktentwicklung und modulare Produkte sind die Voraussetzung für die Wiederverwendung vorhandener Baugruppen und die Verzahnung von Engineering und Configure-to-Order-Prozess. Bild: © red150770/Fotolia.com

PLM-Funktionalität

12. Es werde Licht auf der Dark Side of the Moon: Die Nutzungsphase der Produkte, über die der Hersteller früher wenig wusste, wird Teil des Produktlebenszyklus. Die PLM-Systeme der Zukunft müssen in der Lage sein, komplexe Produktkonfigurationen einschließlich Elektronik und Software zu managen und auch die Veränderungen der Konfiguration im laufenden Betrieb abzubilden (Digital Twin).
13. Future PLM muss den Kunden stärker einbeziehen: Neue Technologien wie die additiven Fertigungsverfahren, Augmented Reality et cetera ermöglichen neue, serviceorientierte Geschäftsmodelle. Die Kunden können bestimmte Teilumfänge des Produktes beziehungsweise Designs künftig selbst gestalten, sodass das Produkt sich nach der Auslieferung weiterentwickelt. Diese Veränderungen müssen in das PLM-System zurückfließen.
14. Datenmüll muss entsorgt werden: Die in den PLM-Systemen verwalteten Datenmengen steigen ständig. Wir müssen uns deshalb über die Archivierung oder die Löschung von Datenelementen und ihren Verknüpfungen Gedanken machen, was in gewisser Weise im Widerspruch zum PLM-Gedanken der Nachvollziehbarkeit steht.
15. Varianz muss besser beherrschbar sein: Modulare Produktentwicklung und modulare Produkte sind die Voraussetzung für die Wiederverwendung vorhandener Baugruppen und die Verzahnung von Engineering und Configure-to-Order-Prozess. PLM-Systeme müssen sowohl die Variantenkonfiguration als auch den Verwendungsnachweis von Querschnittsmodulen/Baukästen über verschiedene Marken, Varianten und Derivaten unterstützen.

PLM-Implementierung

16. PLM-Systeme müssen offener werden: Offenheit im Sinne des Code of PLM Openness (CPO) ist eine notwendige Voraussetzung für die Implementierung künftiger PLM-Architekturen und aller verbauten Systeme und Komponenten. Die geschlossenen Applikationen einiger IT-Technologielieferanten stehen dazu in eklatantem Widerspruch. Erfolgreiche PLM-Systeme bieten flexible Konfigurationsmöglichkeiten und offene Schnittstellen für Datenaustausch und Datenverlinkung.
17. Mehr Transparenz der PLM-Projekte: Wie in der Produktentwicklung sollten auch bei der PLM-Implementierung agile Vorgehensmodelle gewählt werden, um die Komplexität zu reduzieren und der Dynamik der Veränderungen Rechnung zu tragen. Die Herausforderung besteht darin, das Gleichgewicht zwischen agilen Methoden und stabiler Basis zu finden. Ein erfolgreiches Projektmanagement verfolgt konsequent Implementierung und Systemeinführung, um sicherzustellen, dass die geplanten Ziele in Time und in Budget erreicht werden.
18. Eine PLM-Einführung ist kein IT-Projekt: Die Implementierung der zukünftigen PLM-Welt wird nur in einer gemeinsamen Projektorganisation aus Prozessverantwortlichen, Prozessanwendern und Prozess-IT erfolgreich umsetzbar sein. Dabei müssen die Prozessveränderungen einschließlich Nutzen und Aufwand für Migration und Systemeinführung gesamtheitlich betrachtet werden.
19. Future PLM muss kostengünstiger werden: Der Gesichtspunkt der ‘Total Cost of Ownership’ sollte bei PLM-Implementierungen stärker bewertet werden. Modellbasierte Technologieplattformen, die ein weitgehend interaktives Customizing erlauben und vor allem die konfigurierte PLM-Lösung beim nächsten Upgrade der Basisversion automatisch anpassen, reduzieren die Betriebskosten. Erforderlich sind aber auch neue Geschäftsmodelle auf Anbieterseite, zum Beispiel Subskriptionsmodelle, die apriori keine Lizenzkosten beinhalten.

Mensch und Organisation

20. Future PLM braucht neue Skills: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Mechanik-, Elektronik- und Software-Entwicklern, aber auch von Produktenwicklung und Service erfordert Generalisten mit ausgeprägten sozialen Kompetenzen. Hier sind die Hochschulen gefordert, neue Ausbildungsprofile zu entwickeln, aber auch die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter weiterbilden müssen.
21. Future PLM steht und fällt mit dem Mehrwert für die Anwender: PLM-Systeme werden von den Entwicklern und Konstrukteuren immer noch als Kreativitätsbremse betrachtet. Sie benötigen eine Arbeitsumgebung, in der sie ihren Work in Progress ohne administrativen Aufwand mit anderen teilen können. Es stellt sich die Frage, wie die Anwender durch die Verlinkung von Informationen, systemgenerierte Vorschläge und Mechanismen des Selbstlernens systemseitig besser unterstützt werden können und ob das überhaupt gewünscht ist.
22. Die Benutzerdaten gehören dem Benutzer: Die intelligente Vernetzung von Produkten über das IoT eröffnet ungeahnte technische Möglichkeiten wie das Autonome Fahren oder die Fernsteuerung des Haushalts zum Beispiel über eine Handy-App. Sie erweitert den PLM-Kontext nicht nur um Aspekte wie die Cyber-Security, sondern wirft auch ethische und juristische Fragen auf, was den Umgang mit Informationen über das Nutzerverhalten anbelangt.


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