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Systemeinsatz auf dem Prüfstand

Software für sicheren Kontakt

Zehn Jahr lang arbeitete Adels-Contact, ein Zulieferer der Elektroindustrie, mit einer betriebswirtschaftlichen Standardsoftware. Trotz problemlosen Betriebs und beachtlichem Umatzzuwachs bei gleicher Personalstärke entschloss sich das Unternehmen zu einem außergewöhnlichen Schritt: Wie bei einer neuen Systemeinführung wurden unter anderem Geschäftsprozesse, Softwarebedienung, und Datenqualität auf den Prüfstand gestellt. Im Rahmen eines groß angelegten Software-Re-Engineerings stellte das Unternehmen aus Bergisch-Gladbach seine Arbeit mit dem Enterprise Resource Planning-System auf neue Füße, um effektiver zu arbeiten, Produktqualität und Kundenservice zu verbessern, Kosten zu senken und seine Rendite zu verbessern.

In der eigenen Fertigung verarbeitet Adels-Contact bis zu 800.000 Isolierteile und mehr als zwei Millionen Metalleinzelteile pro Tag. Bilder: Adels-Contact

Es ist nach deutschen Maßstäben ein klassischer Mittelständler: Das 1930 gegründete und in Bergisch-Gladbach ansässige Unternehmen Adels-Contact hat sich einen guten Namen und Marktposition als Hersteller von Anschluss- und Verbindungstechnologie erarbeitet. Das Portfolio umfasst unter anderem Anschlusstechnik für Beleuchtung und Elektrogeräte, Trafoklemmen, Steckverbindersysteme für die Gebäudetechnik, Klemmen und Steckverbinder für die LED-Beleuchtungstechnik. Zu Beginn belieferte das Unternehmen hauptsächlich den deutschen Markt, inzwischen liegt die Exportquote bei 67 Prozent.

Ein Großteil der Kunden ist in West-Europa ansässig. „Wir halten am Hauptstandort Deutschland fest, denn das Know-how unserer Fachkräfte und die gute Infrastruktur sind Vorteile, die nicht durch geringere Lohnkosten zu ersetzen sind. Nur die Montage einfachster Bauteile haben wir nach Tunesien und Ost-Europa ausgelagert, die als verlängerte Werkbank genutzt werden“, sagt Inhaber Hans Hochköppler. Am Hauptstandort in Bergisch-Gladbach sind rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Das Produktportfolio umfasst rund 3.000 gelistete Artikel, täglich verlassen mehr als eine halbe Million Klemmen und Steckverbinder das Stammhaus des Unternehmens.

In der eigenen Fertigung verarbeitet der Zulieferer bis zu 800.000 Isolierteile und mehr als zwei Millionen Metalleinzelteile pro Tag. An rund 1.300 aktive Kunden, zu mehr als 90 Prozent Produzenten (OEM), der Rest sind Elektro-Händler, liefert der Hersteller. Das Unternehmen setzt auf Qualität: hochwertige Werkstoffe und Zulieferteile für Kleinteile sowie präzise Fertigungsverfahren mit eigenen Maschinen gehören zum Standard.

Unternehmenssystem als Dauerläufer

Um die Organisation des Unternehmens zu unterstützen, wurde im Jahr 1998 das Enterprise Resource Planning-System (ERP) des Karlsruher Herstellers Abas eingeführt. Da Adels-Contact keine große IT-Abteilung aufbauen wollte, entschieden sich die Verantwortlichen für das deutschlandweit vertretene IT-Beratungs- und Systemhaus Computer Komplett, um die Einführung von Abas-ERP zu begleiten. „Uns war damals wichtig, dass wir eine Standardlösung möglichst schnell und problemlos einführen, die unsere Bedürfnisse als Elektrofertiger möglichst gut abdeckte“, schildet die Leiterin Controlling/IT, Anja Hochköppler. Das Unternehmen startete mit 20 Anwendern, heute arbeiten rund 50 Mitarbeiter mit dem ERP-System.

Das Unternehmenssystem hat sich zu einem zentralen Werkzeug für Adels-Contact entwickelt und wurde von Anfang an intensiv genutzt. Denn der Hersteller setzt neben Standardprodukten auf kundenspezifische Lösungen, die bedarfsgerecht produziert werden. Das erfordert genaue Planung und Kontrolle von Einkauf, Lagerbeständen, Fertigungskapazitäten und Lieferkonditionen, die ohne ein passgenaues und leistungsfähiges ERP-System nicht umsetzbar sind. Das Unternehmen wuchs seit der ERP-Einführung kontinuierlich und konnte im Umsatz 45 Prozent zulegen – bei gleicher Personalstärke. Auch im Hinblick auf seine seine Stabilität hat sich die Lösung bewährt: „Bis heute hatten wir nicht einen Ausfall“, schildert Hochköppler.

Effizienzpotenzialen auf der Spur

„Eine gute Organisation ist die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Wir können nur zulegen, wenn wir möglichst effektive Geschäftsprozesse definieren und tagtäglich umsetzen. Daran hat das ERP-System einen bedeutenden Anteil. Uns war klar, dass wir sowohl in unserer Organisation als auch beim Potenzial, das dieses System bietet, nicht alles ausgeschöpft hatten“, sagt Geschäftsführer Andre Rumpff. Das bergische Unternehmen startete aus diesem Grund 2008 ein Reengineering-Projekt. Rund zehn Jahre nach der Einführung kam der Einsatz des ERP-Systems, inklusive aller Prozesse, auf den Prüfstand. Dazu holte sich das Unternehmen erneut Unterstützung von Computer Komplett aus Mettmann ins Boot.

Auf Basis der Methodik ‚P3WIA‘ für ERP-Einführungen und IT-Reengineering – das Kürzel ‚P3‘ steht für Personen, Prozesse und Produkte, die drei Buchstaben ‚WIA‘ für Wertanalyse, Implementierung und Audit – wurden alle relevanten Geschäftsprozesse analysiert. Das Ziel lautete, effektiver zu arbeiten, die Produktqualität und den Kundenservice zu verbessern, Kosten zu senken und die Rendite anzuheben. „Unsere Flexibilität als Zulieferer der Elektroindustrie ist eine wichtige Grundlage unseres Erfolgs. Wir fertigen in kleinen und mittleren Serien, bieten eine hohe Variantenvielfalt und gehen weitestgehend auf Kunden spezifische Wünsche ein“, erklärt Rumpff.

Damit Standardprodukte verfügbar sind, produziert Adels-Contact diese auf Lager. Es besteht ein Zentrallager in Bergisch Gladbach, sowie externe Lagerplätze für Subunternehmen im Ausland. Hier zeigte sich exemplarisch, wie positiv sich die Änderungen und Umsetzungen mit dem ERP-System auswirkten. Statt umständlichem Hantieren mit Papier und Excel-Tabellen ist nun alles zentral im ERP abgebildet: Zur Qualitätssicherung werden Lieferteile in das System eingebucht und automatisch einer CAQ-Software gemeldet. Dort startet ein Prüfauftrag, nach Abarbeitung und positiver Rückmeldung erfolgt eine Umbuchung vom nichtdisponierbaren Wareneingangslager auf ein Sperrlager oder einen Hauptlagerplatz.

Die Teile oder Rohstoffe werden dann für die Fertigung eingeplant und verlassen das Werk zur Weiterverarbeitung oder Montage zu den Tochter- beziehungsweise Subunternehmen. „Organisatorisch arbeiten wir mit dem Werk in Polen am engsten zusammen, das per VPN-Verbindung an unser ERP-System angebunden ist. Es war vorher sehr aufwändig, hier den Überblick zu behalten, welche Chargen sich im Hauptwerk, auf einem Lkw oder bei Subunternehmen befinden“, erinnert sich Geschäftsführer Andre Rumpff. Heute bucht Adels-Contact auf verschiedene Lagergruppen, alle benötigten Daten sind im ERP-System hinterlegt.

Verbesserungen nicht nur im Detail

Auch bei der Lieferbereitschaft konnte das bergische Unternehmen Verbesserungen erreichen. „Wir müssen einen guten Mittelweg finden zwischen einem sinnvollen Lagerbestand, einer vernünftigen Auslastung der Produktion, kürzere Durchlaufzeiten und einer geringeren Kapitalbindung. Hier unterstützt uns die Software sehr gut und wir konnten mit unserem Reengineering noch an einigen ‚Stellschräubchen‘ drehen und noch positivere Ergebnisse erzielen“, sagt Geschäftsführer Rumpff. Optimierungen wurden unter anderem bei der Mengenreservierung im Einkauf, bei der Auslastung der Fertigungsmaschinen sowie der Lieferbereitschaft erreicht. Den Verantwortlichen im Unternehmen stehen heute außerdem aussagekräftige und aktuelle Kennzahlen zur Verfügung, die für guten Überblick sorgen und als Entscheidungsgrundlage dienen. Zu den aktuellen Projekten zählen eine IT-gestützte Werkzeugverwaltung sowie die weitere Verbesserung der Feinplanung.

Projektergebnis: Deutlicher Zeitgewinn im Betrieb

Auch mit Abstand betrachtet kann Geschäftsführer Andre Rumpff für das IT-Reengineering ein positives Fazit ziehen: „Sehr positiv kam bei uns auch die Return on Investment-Berechnung der Berater an, die den Erfolg eines solchen Projektes in Zahlen reflektieren.“ Investitionen, Einsparpositionen, Prozessoptimierungen und vieles mehr listet eine solche Berechnung auf. „Das passt zwar am Ende nicht auf Cent und Euro genau, aber es konnte doch ziemlich präzise die Zeitersparnis für Tätigkeiten beziehungsweise Abteilungen berechnet werden“, resümiert der Geschäftsführer.

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