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Standortübergreifende Zusammenarbeit

Mehrsprachige System-Auslegung

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Gleiche Begriffe trotz unterschiedlicher Sprachen

Neben der technischen Abwicklung des internationalen Datentransfers müssen auch bei der Klassifikation von Teilen, in der Verschlagwortung von CAD-Unterlagen und anderen Dokumenten sowie bei allen anderen Merkmalen in den Metadaten einer PLM-Lösung einheitliche Begriffe verwendet werden. Nur so lassen sich Mehrdeutigkeiten und Fehler vermeiden. Sind Begriffe nicht einheitlich, lässt sich zum Beispiel eine Teilewiederverwendung nur schwer durchsetzen, weil die entsprechenden Komponenten gar nicht erkannt werden. Diese eindeutige Namensgebung ist bereits innerhalb eines Sprachraums eine große Herausforderung.

Überschreitet man Sprachräume, potenziert sich das Problem. Denn viele Mitarbeiter an verteilten Standorten, die fachlich exzellente Konstrukteure sind, bringen nicht dieselbe Kompetenz in einer ‚Unternehmenssprache‘ wie etwa Englisch mit. Die Lösung besteht aus dem Einsatz sogenannter mehrsprachigen Wörterbüchern im PLM-System. Bei der Klassifikation eines Teils gibt der Konstrukteur in Deutschland den Begriff ‚Gehäuse‘ ein. Die Wörterbücher sorgen dann dafür, dass der Kollege in den USA ‚case‘, der Kollege in Russland ‚Корпус, der Mitarbeiter in Mexiko ‚cárter‘ und der Ingenieur in China ‚电机的保护和支撑元件‘ liest.

Die Übersetzungen stehen jeweils in einem vom Unternehmen gepflegten Firmenglossar. Merkmalfelder und Referenzlisten in den Such- und Erstell-Masken der PLM-Lösung können mit dieser Mimik ausgerüstet werden. Eine automatisch korrekte Bezeichnung in der jeweiligen Muttersprache bringt nicht nur eine Steigerung der Benutzerakzeptanz, sondern auch die Sicherheit, dass einheitliche, treffende und autorisierte Begriffe gewählt werden.

Standardisierte Artikelnomenklaturen

Noch einen Schritt weiter in der Vereinheitlichung von Begriffen und Nomenklaturen bei der Zusammenarbeit über Abteilungs- und Standortgrenzen hinweg, geht die Integration von eCl@ss in eine PLM-Lösung. Eingeführt wurde das Prinzip zur generellen Klassifikation von Teilen mittels Zifferncodes durch die Einkäufer der Automobilindustrie und anderer global agierender Unternehmen. Sie setzen auf diese neue Norm, weil sie Bestellungen enorm erleichtert und optimale Möglichkeiten bietet, die Lieferanten bezüglich Preis und Lieferfristen zu vergleichen. Dies gelingt aber nur dann, wenn der gesamte Produktentstehungsprozess auf diese Form der Klassifikation ausgerichtet ist. Dazu gehören auch die Konstrukteure und Entwickler. Sie sollten bereits in der frühen Produktentwicklungsphase Produkte nach Standard klassifizieren und unabhängig vom Standort dieselben Norm- und Zukaufartikel verwenden.

Bestehende Strukturen berücksichtigen

Procad-Geschäftsführer Volker Wawer erläutert: „Die größte Hürde für die konsequente Nutzung von Klassifikationssystemen ist der Aufwand, den es kostet, alle Stammdaten zu sichten, zu ordnen und in ein PDM-System einzugeben. Vor allem gilt dies für die mittelständische Industrie, die in der Regel keine zusätzlichen Kapazitäten für solche Aufgaben zur Verfügung hat.“ Entsprechend sollten Anwender darauf achten, dass ihm vom Systemanbieter bereits bei der Installation eines PDM-Systems ein Grundstock von eCl@ss Klassen zur Verfügung gestellt wird. Optimalerweise sollte die Lösung neben eCl@ss über frei definierbare Sachmerkmalleisten verfügen. Parallel zu den bestehenden Klassifikationen kann dann auch eCl@ss genutzt werden. Dies bringt den vollen Mehrwert eines international standardiserten Systems, ohne dass der Anwender auf die bestehenden Strukturen seines vorhandenen Klassifikationssystems verzichten müsste. Konstrukteure können so bereits bei der Neuanlage von Teilen in der Entwicklung ‚richtig‘ klassifizieren.

Internationale Teams bringen hohen Nutzen

Die Arbeit lokal verteilter Entwicklungsteams stärkt Unternehmen mit hohem Innovationsanspruch. Insbesondere die Anpassung von Produkten im Maschinen- und Anlagenbau an die Anforderungen in den lokalen Märkten erfordert das Wissen um die Besonderheiten und Bedürfnisse der Abnehmer vor Ort. Hier leisten die Mitarbeiter aus den entfernt liegenden Standorten einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung. Und verteilte Arbeit muss kein Malus sein, wenn die Organisation durch geeignete IT-Technik unterstützt wird. Auch dort, wo zwischen Standorten nur wenige Kilometer liegen, kann der Einsatz entsprechender Technologien viele Vorteile bringen: Hoch performante Datenzugriffe minimieren unproduktive Prozesszeiten. Außerdem die Vermeidung von Missverständnissen wegen sprachlicher Differenzen oder räumlicher Distanzen kann dazu führen, dass Nacharbeit in der Entwicklung oder sogar in der Fertigung der Vergangenheit angehört.

 

Vereinfachter Datenaustausch im Fokus

Bild: Procad

Im Dezember 2000 taten sich deutsche Unternehmen zusammen und gründeten den eCl@ss e.V. mit der Zielsetzung, einen gleichnamigen Klassifikationsstandard zu definieren und zu verbreiten. Zu den Initiatoren zählten unter anderem Audi, BASF, die Deutsche Bahn, Schneider Electric und Siemens. Das hierarchisches System dient zur Gruppierung von Materialien, Produkten und Dienstleistungen nach einem streng logischen Schema. Es wurde als Standard für die elektronische Beschaffung von Produkten aller Art und für den Austausch von Informationen zwischen Lieferanten und Kunden implementiert. Der Ursprung liegt also in der Vereinfachung des E-Business. Das System hat innerhalb weniger Jahre einen hohen Verbreitungsgrad erreicht. eCl@ss besteht aus einer vierstufigen Pyramidenstruktur.

Die vier Ebenen sind Sachgebiet, Hauptgruppe, Gruppe und Untergruppe. Das Sachgebiet beispielsweise, dem Schrauben zugeordnet sind, heißt ‚Maschinenelemente‘. Darunter gibt es unter anderem eine Hauptgruppe ‚Schraube, Mutter‘, darunter eine Gruppe ‚Schraube mit Kopf‘ und auf der Ebene der Untergruppe schließlich eine ‚Holzschraube‘ mit der Bezeichnung 23-11-01-11. Das System erlaubt zusätzlich die Vergabe von unterscheidenden Sachmerkmalen, die sich auf der untersten Ebene finden. Sie sind dem einzelnen Element zugeordnet. Diese klare Struktur und die Nummernsystematik sind standardisiert und international festgelegt. Die Bezeichnung 23-11-01-11 gilt also überall in der Industrie und beschreibt dasselbe Element, eine entsprechende Klassifikation gehört daher zum Standardumfang von PDM-Lösungen.


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