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Software für agile Unternehmensprozesse

Gerade Unternehmen in der Elektronik- und Hightechfertigung stehen als Zulieferer für Branchen mit unterschiedlichsten Produktlebenszyklen und Qualitätsanforderungen vor der Herausforderung, ihre Prozesse sowohl flexbiel als auch compliance-konform abzuwickeln. Damit stellt sich auch bei der Auswahl der Unternehmenssoftware die Frage, was ein System leisten muss, um in diesem Umfeld Vorteile für Produzenten zu erschließen.

Bild: iStockphoto.com/Rainer Plendl

Schnell und beweglich sein – dies ist heute für Fertigungsunternehmen wie etwa Elektronikhersteller ein ebenso zentrales Erfolgskriterium wie die Qualität seiner Produkte. Ganz gleich, an welcher Stelle der Lieferkette sich ein Unternehmen befindet: ob als Subunternehmer, als Auftragsfertiger für Kleinserien, als Hersteller von Massenprodukten oder als OEM-Anbieter von Technologien und Produkten – der globale Charakter der High-Tech-Industrie ist geprägt von kurzen Lagerzeiten und schnellen Produktlebenszyklen, weltweiter Beschaffung und Kooperation und knappen Margen. Die Kundenbeziehungen sind komplex und ihr Wert und ihre Qualität hängen nicht zuletzt von den Leistungen des Pre- und After-Sales Support ab. Für Fertigungsunternehmen gilt daher, ihre gesamten Prozesse kontinuierlichen Optimierungsmaßnahmen zu unterziehen, sie dadurch schlanker, wendiger und wirtschaftlicher zu gestaltenr. Die weit verbreitete und anerkannte Grundlage dafür ist der Einsatz einer zentralen Unternehmenssoftware für Enterprise Resource Planning (ERP).

Systemeinsatz mit Weitblick planen

Generell ist für den ERP-Einsatz wichtig, dass das System sämtliche aktuell relevanten Geschäftsprozesse unterstützen und gleichzeitig alle Möglichkeiten für Veränderungen in der Zukunft offen halten kann. Wer momentan ausschließlich im Verkauf und Weiterverkauf von OEM-Teilen tätig ist, benötigt keine Fertigungssteuerung, wer auf Einzelfertigung spezialisiert ist, kann auf Prognosefunktionen verzichten. Doch ERP ist langfristig angelegt. Unternehmen verändern sich und viele Elektronikhersteller haben diversifizierte Geschäftsmodelle oder müssen als Spezialisten mit vernetzten Partner- und Kundenbeziehungen wechselnden Anforderungen gerecht werden. Daher empfiehlt sich gerade für Elektronikhersteller ein integrierter, modularer Softwareansatz, der mithilfe einer service-orientierten Architektur (SOA) schnell um Module, Funktionen oder Drittapplikationen erweitert werden kann. Im Alltag zählt zudem, dass gängige Industriestandards sowie eine Integration mit Microsoft Office-Lösungen unterstützt werden. Davon ausgehend müssen ERP-Lösungen die für Fertigungsunternehmen zentralen Prozesse abbilden und vernetzen, darunter

  • Planung und Prognosen
  • Technische Kontrolle sowie CAD-/CAM-Einbindung
  • Masterplanung
  • Fertigung von Komponenten, Untervergabe oder Kauf
  • Einzelfertigung (ETO)
  • Auftragsfertigung (MTO)
  • Lagerfertigung (MTS)
  • Auftragsbearbeitung
  • Qualitätssicherung, Lagerhaltung und Versand
  • ‚Reverse Logistics‘ für Rücksendungen
  • Garantiemanagement
  • Präventive Wartung
  • Wartung, Reparatur und Überholung (MRO)

Die eigenen Stärken forcieren

Ein hohes Niveau an Unternehmensagilität ergibt sich allerdings nicht aus der Addition von Software-Funktionen. Es muss eine Organisationskultur geschaffen werden, in der mit Hilfe von Unternehmenssoftware interne und externe Kommunikation und Zusammenarbeit gefördert wird. Die Messbarkeit von Optimierungen durch ERP spielt hier eine zentrale Rolle. Daneben ist zu beachten, dass die Aspekte, mit denen sich ein Fertigungsunternehmen von Wettbewerbern aus Sicht von Kunden differenzieren will, individuell sind.

Dementsprechend flexibel muss die Software sein. Schließlich dürfen Wettbewerbsvorteile wie Liefertermintreue, Servicequalität oder globale Beschaffung und Fertigung nicht durch zu hohe Kosten dafür aufgehoben werden. In der Konsequenz sollten die Systeme Prinzipien des Lean Management sowie Kanban unterstützen, um etwa Lagerhaltung, Beschaffung und Logistik präzise auf die unterschiedlichen Anforderungen der Aufträge und der nachgeschalteten Fertigungsprozesse abzustimmen, etwa im Hinblick auf Qualität, Liefertermin und strategische Priorisierungen.

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