Beitrag drucken

Sicheres Bulk-Reading in der Intralogistik

RFID-Technologie ist in der Produktion bereits weit entwickelt. Technische Einschränkungen bremsten jedoch lange Zeit den Einsatz in komplexen Prozessumgebungen. Ein neues Modenverwirbelungsverfahren soll neue Anwendungsbereiche in Produktion, Intralogistik und Supply Chain erschließen, indem ungewollte, falsche Positivmeldungen vermieden werden.

Bild: Fraunhofer IFF

Durch den gezielten Einsatz von RFID in Produktion und Logistik lassen sich teils deutliche Effizienzpotenziale heben, beispielsweise bei der Identifikation von Produkten oder Bauteilen und -gruppen auf ‚Item‘-Level, der Verwaltung von Behältern und Ladungsträgern oder auch durch die Nutzung von RFID für das Instandhaltungsmanagement von Betriebsmitteln. Für Anwendungen der Identifikation in Produktions- und Logistikprozessen setzt sich dabei zunehmend die Nutzung von UHF-Transpondern durch, die im Bereich von 865 bis 956 Megahertz arbeiten, da sich diese aufgrund hoher erzielbarer Lesereichweiten und Lesegeschwindigkeit hervorragend für die Pulkerfassung – also für zeitgleiche Identifikation mehrerer RFID-getaggter Objekte – eignen. Dadurch können Erfassungsprozesse in der Intralogistik, wie etwa im Wareneingang und -ausgang, effizienter gestaltet werden.

Sichere Pulkerfassung mittels Modenverwirbelung

Bei der Gestaltung der Erfassungsinfrastrukturen und -prozesse sind die zentralen Ziele vor allem die komplette Erfassung der Ist-RFID-Tags und die Vermeidung von ‚Falsch-Positiv-Lesungen‘ durch die ungewollte Abfrage von Umgebungstranspondern. In den komplexen Prozessumgebungen von Produktion und Intralogistik sind somit durch die Installation einfacher Reader-Antennen-Strukturen oft keine befriedigenden Ergebnisse zu erzielen.

Aufgrund dessen wurden zahlreiche RFID-Projekte in Industrie und Logistik mangels sicherer Leseprozesse wieder eingestellt. Zur sicheren Pulkerfassung von Gütern und Waren in der Supply Chain und Produktion existieren jedoch Lösungsprinzipien wie das patentierte Verfahren der Modenverwirbelungskammer (MVK) für UHF-RFID-Anwendungen, welches am Fraunhofer IFF in Magdeburg entwickelt wurde. Mit diesem Verfahren wird eine homogene Feldstärkeverteilung in einem metallisch abgeschirmten Lesebereich erreicht, was deutliche Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Lese-Infrastrukturen zur Pulkerfassung RFID-getaggter Objekte bedeuten kann. Die MVK-Technologie gestattet unter anderem,

  • die Sendeleistung des RFID-Readers zu minimieren und so gleichzeitig die Strahlenbelastung auf die Umgebung zu minimieren,
  • die ortsunabhängige Leseperformance oder ‚Polarisationsunabhängigkeit‘ von Transpondern im Lesebereich durch die homogene Feldstärkeverteilung zu maximieren,
  • Fehllesungen von Transpondern in der unmittelbaren Umgebung durch den abgegrenzten Lesebereich und die minimale Sendeleistung zu vermeiden.

Für die Integration von RFID-Lösungen ist es von hoher Bedeutung, im Vorfeld die Effizienzpotenziale, die durch Pulkerfassungen in den intralogistischen Prozessen erzielt werden können, zu bestimmen und die technische Machbarkeit für den jeweiligen Anwendungsfall durch Tests nachzuweisen. Das Prinzip der MVK-Technologie lässt sich gut in Infrastrukturen integrieren, in denen metallisch abgeschirmte Bereiche bestehen, etwa in Lastenaufzügen, oder in denen entsprechende Projekte ohne großen Mehraufwand umgesetzt werden können, damit bestehende intralogistische Prozesse nicht aufwendig umgestaltet werden müssen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mehr Dinge besser machen und dabei weniger Ressourcen verbrauchen. Wie dieses Ziel mit Software näher rücken kann, stand im Mittelpunkt der Keynote von Autodesk-CEO Andrew Anagnost auf der diesjährigen Autodesk University. Auf dem Nutzertreffen waren rund 10.500 Anwender, Journalisten und Analysten, um zu lernen – und sich ein Bild über die Zukunftsvision des amerkanischen Softwareanbieters zu machen. Neues zu Produkten und den Bereitstellungsoptionen der Autodesk-Lösungen gab es übrigens auch.
‣ weiterlesen

Der Limburger Technologieverein Smart Electronic Factory und die Technische Hochschule Mittelhessen machen ihre Industrie 4.0-Demonstratoren künftig Teilnehmern einer BMBF-Inititative zugänglich. Im Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sollen gerade kleine und mittlere Unternehmen Erfahrungen mit Digitalisierungsprojekten sammeln. ‣ weiterlesen

Das integrierte Manufacturing Execution Systeme (MES) insbesondere für Zulieferer der Automobilindustrie von großer Bedeutung sind, zeigt der Einsatz des MES Hydra von MPDV bei Heinrich Huhn GmbH+Co. KG‣ weiterlesen

Der Antriebssystemhersteller Rolls-Royce will enger mit Tata Consultancy Services zusammenarbeiten. Das Ziel ist es, datengetriebene Produktinnovationen auf der Basis einer IoT-Plattform voranzubringen.‣ weiterlesen

Maschinelles Lernen (ML) ist im Unternehmen angekommen – und unterstützt gerade Führungskräfte bei ihrer Arbeit. Doch wie das amerikanische Softwareunternehmen Servicenow herausfand, müssen Manager erst einmal geeignetes Fachpersonal finden, das mit Maschinen umgehen kann und zusätzlich viele Unternehmensstrukturen und -prozesse umgestaltet.‣ weiterlesen

Auch im dritten Quartal 2017 ist die Wirtschaftsleistung deutlich gestiegen. Wie das BMWi mitteilte, lieferte die globale Situation wieder mehr Impulse als zuvor. Die Auftragseingänge und Stimmungsindikatoren ließen zudem auf positive Signale für die kommenden Monate schließen. Dazu zählen die Kauflaune der Verbraucher sowie die ungebrochen stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt.‣ weiterlesen