Anzeige
Beitrag drucken

Schlanke Produktionsabläufe mit Kanban und RFID-Technik

Erfassungsgeräte an SAP-Systeme anbinden

Viele Unternehmen gestalten ihre Produktion nach Lean-Prinzipien und arbeiten dazu mit einem unternehmensweiten Fertigungssystem. Ein wichtiger Faktor dabei ist die verbrauchsorientierte Wiederbeschaffung von Material, die durch einen Kanban-Prozess umgesetzt werden kann.

Statusanzeige im Kanbanregal: Grünes Licht zeigt an, wo Material mit Funketiketten liegt, bei Entnahme wechselt die Farbe auf Gelb, und die Wiederbeschaffung wird ausgelöst. Bild: SAP

Beim aus Japan stammenden Kanban-Prinzip zirkulieren zwischen Verbraucher und Materialquelle Kisten, auf Japanisch ‚Kanban‘. Neben dem Material enthalten die Behälter eine Begleit- oder Kanbankarte. Darauf werden Quelle, Verbraucher, Material und Menge notiert. Wenn der Verbraucher den Kanban geleert hat, muss Material wiederbeschafft werden. Die Kanbankarte wird dazu dem Erzeuger übergeben, der in der Verantwortung ist, das Material zu beschaffen. Der Kreislauf schließt sich, sobald Material und Karte erneut beim Verbraucher zur Verfügung stehen. Auf diese Art lassen sich Kanban-Prozesse recht einfach durchführen. Allerdings gestattet erst die IT-Unterstützung dem Anwender, nachgelagerte Prozesse wie die Rechnungsstellung ohne System- und Prozessbrüche auszulösen. Diesen Prozess nennt man elektronisches Kanban oder E-Kanban.

Die Wiederbeschaffungszeit kann beim elektronischen Kanban halbiert werden, da die Nachschub-Karte nicht physisch transportiert wird. Stattdessen wird eine neue Karte oder ein Produktionsauftrag bei der Quelle gedruckt, der dann beim Verbraucher wieder mit der Kanbankarte ‚verheiratet‘ wird. Im SAP ERP-System ist die Kanban-Funktionalität schon seit Mitte der 90er-Jahre im Modul Produktionsplanung und Steuerung (PPS) enthalten. Dabei arbeitet der Produktionsmitarbeiter ausschließlich zur Voll- und Leermeldung des Kanbans mit dem System. Die Eingabe der Kanbannummer erfolgt per Tastatur, Barcodeleser oder durch ein mobiles Endgerät, das über WLAN online mit dem Enterprise Resource-Planning-System (ERP) verbunden ist. Der Prozessverantwortliche, beispielsweise der Produktionsmeister, verschafft sich über eine Kanbantafel einen Überblick über die aktuelle Bestands- und Fertigungsplanungssituation.

Überblick per Kanbantafel

Dabei zeigt jede Zeile der Bildschirm-Kanbantafel einen Regelkreis, der angibt, wie viele Kanbans welchen Materials zwischen Quelle und Verbraucher zirkulieren. Farblich ist gekennzeichnet, in welchem Status sich der Kanban aktuell befindet. Für die Quelle ist einsehbar, wie das Material wiederbeschafft wird, etwa in Eigenfertigung, durch externe Beschaffung oder Umlagerung. Im Fall der Eigenfertigung erzeugt das Leersetzen eines Kanban einen neuen Produktions- oder Serienauftrag. Ist das Material gefertigt, wird der Status des Kanban auf ‚voll‘ gesetzt, was die Rückmeldung zum Fertigungsauftrag auslöst und das Material als Wareneingang bucht.

Umgekehrt kann auch die Rückmeldung zum Fertigungsauftrag den Kanban auf ‚voll‘ setzen. Im Fall der externen Beschaffung legt das ‚Leer-Setzen‘ des Behälters im Materialwirtschaftsmodul eine Bestellung an, oder es wird eine Einteilung zum Lieferplan erzeugt, die konventionell oder über Electronic Data Interchange (EDI) an den Lieferanten gesendet werden kann. Bei Einsatz der Lieferketten-Software ‚SAP SCM Supply Network Collaboration‘ (SNC) kann dem Lieferanten zudem die Möglichkeit gegeben werden, Bestellungen oder Kanban-Abrufe online einzusehen und anschließend die Kanbankarten zu drucken, die dem Material bei Auslieferung beigelegt werden. Auch im Fall einer Umlagerung können über die Nachschubstrategie mehrere Prozessvarianten unterschieden werden, etwa für die Umlagerung mit oder ohne Reservierungen oder die lagerplatzgenaue Verwaltung von Materialen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wartung vorrauschauend und planbar machen, dieses Ziel verfolgt Igus mit seinen Smart-Plastics-Lösungen. Intelligente Sensoren messen so beispielsweise den Verschleiß von Energieketten, Leitungen, Rundtischlagern oder Linearführungen. Mit dem neuen Kommunikationsmodul Icom.plus kann der Kunde jetzt entscheiden, in welcher Form er die gewonnen Daten der Sensoren einbinden möchte. Von einer Offline-Version für restriktive Umgebungen bis hin zur Anbindung der Werte an den Igus-Server, zur automatischen Ersatzteilbestellung, ist es dem Anwender frei möglich seine Daten zu integrieren und auszulesen.‣ weiterlesen

Im Maschinen- und Anlagenbau sind laut der aktuellen Ingenieurerhebung des VDMA 199.800 Ingenieure beschäftigt – Rekordniveau, wie der Branchenverband mitteilt. Dennoch haben die Unternehmen Schwierigkeiten entsprechende Stellen zu besetzen.‣ weiterlesen

Bei der Alfred Härer GmbH aus Lorch weiß das eingesetzte Manufacturing Execution System am besten, wie die Maschinen optimal belegt werden und reduziert die Liegezeiten auf ein Bruchteil. Für die Firma heißt das: Mehr Projekte und mehr Umsatz.‣ weiterlesen

Ab dem nächsten Frühjahr sollen die Arbeiten am InformatiKOM auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie beginnen. Auf 10.000m² entstehen zwei Gebäude, in denen unterschiedliche Disziplinen zusammengebracht werden sollen.‣ weiterlesen

Die große Mehrheit der im Rahmen einer IFS-Studie befragten Unternehmen plant, in KI-Technologien zu investieren. Davon erhoffen sie sich an erster Stelle Produktivitätssteigerungen der Belegschaft.‣ weiterlesen

Im neuen Projekt ‘PQC4MED‘ arbeitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gemeinsam mit mehreren Partnern an Verfahren daran, medizinische Daten durch updatefähige Systeme langfristig vor Attacken durch Quantencomputer zu schützen.‣ weiterlesen

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im November gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legte der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,5 auf 102,1 Punkte zu. Verbessert hat sich der Ausblick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit.‣ weiterlesen

Von Rittal zu MR: Zum April nächsten Jahres stößt Holger Michalka zur Maschinenfabrik Reinhausen und übernimmt dort die Leitung des Geschäftsbereichs ‘Products und Operations‘.‣ weiterlesen

Käse ist nicht einfach zu produzieren. Die Temperaturen müssen stets im richtigen Fenster bleiben, damit er optimal schmeckt, den Qualitätsanforderungen entspricht und nicht in den Abfall wandern muss. Im familienbetriebenen Käsehof aus Pilsum unterstützen IoT-Gateways von Inovolabs die Produktion und sorgen für Transparenz.‣ weiterlesen

Jede Infrastrukturanlage wird in Form von Daten dokumentiert, wodurch sämtliche Informationen der Anlage bekannt sein sollten — so zumindest die Theorie.‣ weiterlesen

Der neu gegründete Zusammenschluss ISA Global Cybersecurity Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, die IT-Sicherheit in industriellen Betrieben voranzutreiben.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige