Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Regenerative Energiequellen im Fokus

Energiebewusste Produktionsplanung

Die Industrie setzt, auch getrieben durch Regularien wie das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz, verstärkt auf den Einsatz regenerativer Energiequellen. Ein Prototyp in der SAP Future Factory in Dresden verdeutlicht, wie bereits in der Produktionsplanung der Anteil von Energie aus regenerativen Quellen maximiert werden kann.

Bild: SAP AG

Mit der Energiewende rückt auch der Einsatz regenerativer Energiequellen in den Fokus produzierender Unternehmen. Zum einen werden stetig steigende Energiekosten immer mehr zu einem wesentlichen Kostenfaktor bei der Produktion von Gütern. Zum anderen fordern neue Gesetze und Regularien Unternehmen zur Reduktion ihres Energieverbrauch und ihrer Treibhausgasemissionen auf. Ein Beispiel stellt das deutsche Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz dar. Es verpflichtet Unternehmen mit Anlagen, die hohe Treibhausgasemissionen aufweisen, zur Ermittlung und Meldung aller Emissionen an die zuständige Behörde.

Dabei darf die Abgabemenge nicht die zuvor berechtigten Einheiten übersteigen. Andernfalls wird eine Gebühr für jede zu viel emittierte Tonne Kohlendioxidäquivalent fällig. Dies hat zur Folge, dass Emissionsrechte zwischen verschiedenen Unternehmen gehandelt werden. Somit wird der Verbrauch von nichtregenerativer Energie, auch als ’nicht-grüne Energie‘ bezeichnet, neben dem eigentlichen Energieverbrauch zum zusätzlichen Kostenfaktor in der Produktion. Weitere Gesetze dieser Art sind zu erwarten, denn vor allem die Europäische Union als Vorreiter im Klimaschutz hat sich als Ziel gesetzt, die Treibhausgasemission bis zum Jahr 2050 gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt ist zudem für immer mehr Unternehmen Bestandteil ihrer Unternehmensethik: Wer eine grüne Produktion vorweisen kann, fördert sein Image.

Problem der ungleichen Verfügbarkeit

Der steigende Einsatz von regenerativen Energiequellen zur Energieerzeugung in Produktionsumgebungen bringt jedoch einen entscheidenden Nachteil mit sich: Die meisten erneuerbaren Energiequellen haben die Eigenschaft, nicht permanent in gleicher Intensität zur Verfügung zu stehen. Dies führt zu Schwankungen bei der Verfügbarkeit von Energie. Ursache hierfür sind vor allem Wetterabhängigkeiten, beispielsweise bei Wind- und Solarkraftwerken. Eine Speicherung temporär überschüssiger Energie ist hingegen aufwändig, teuer und verlustbehaftet. Kommt es zu einem Energiemangel, müssen traditionelle Energiequellen diesen ausgleichen.

Dynamische Preismodelle zunehmend verbreitet

Erzeugt eine Fabrik ihre Energie selbst, so besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Energieverfügbarkeit und den dafür aufzuwendenden Energiekosten. Deckt die selbst produzierte Energie den Bedarf der Produktion, so muss keine Energie zugekauft werden. Selbst wenn die Fabrik ihren Strom nicht allein produziert, besteht ein indirekter Zusammenhang zwischen Energieverfügbarkeit und Kosten, da Strom an Strombörsen wie der European Energy Exchange (EEX) in Frankfurt am Main gehandelt wird. Der Preis wird entsprechend Angebot und Nachfrage definiert, wodurch sich Verfügbarkeitsschwankung im Preis niederschlagen. Energieversorger reichen diese Preisschwankungen zunehmend an ihre Kunden weiter, indem sie entsprechende dynamische Preismodelle anbieten. Diese sollen die Kunden dazu bringen, Ihre Verbräuche an die Verfügbarkeit der Energie anzupassen und entsprechende Lastspitzen auszunutzen.

Energieplanung für Produktionsprozesse

Es ist daher betriebswirtschaftlich sinnvoll, Energie zu den Zeiten und an den Orten zu verbrauchen, an welchen diese erzeugt wird. Bestenfalls sollte der zusätzliche Parameter Energieverfügbarkeit bereits bei der Produktionsplanung berücksichtigt werden. Enterprise Resource Planning- und Produktionsplanungssysteme (ERP/PPS) unterstützen heutzutage unter anderem die Überwachung und Optimierung von Rohmaterialverbrauch, Produktionsaufträgen, Maschinenauslastung und Transporten. In der Regel gibt es jedoch keine Unterstützung für eine integrierte Energiedatensammlung und -auswertung sowie für eine Optimierung der Energieverbräuche und der damit verbundenen Kosten in der Produktion.


Das könnte Sie auch interessieren:

Das Systemhaus Solid System Team wird von einer Doppelspitze geleitet. Neben Werner Heckl ist seit 1. April auch Torsten Hartinger mit der Geschäftsführung betraut.‣ weiterlesen

Materialise erwirbt Kaufoption von MES-Anbieter Link3D. Mögliche Übernahme könnte den Weg zum cloudbasierten Zugriff auf die 3D-Druck-Software-Plattform von Materialise ebnen.‣ weiterlesen

Ist die IoT-Infrastruktur in der Fertigung erst einmal installiert, müssen die erfassten Daten analysiert und in Nutzen überführt werden. Dabei kommt Event-Streaming-Technologie vor allem dann in Frage, wenn Anwender ihre Daten echtzeitnah verarbeiten wollen.‣ weiterlesen

Frank Possel-Dölken (Phoenix Contact) ist neuer Vorsitzender des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0. Er übernimmt das Amt von Frank Melzer (Festo).‣ weiterlesen

Der VDMA hat die Produktionsprognose für das laufende Jahr angehoben. War der Verband bisher von einem Zuwachs von 4 Prozent ausgegangen, so rechnet man nun mit einem Produktionsplus von 7 Prozent.‣ weiterlesen

Roboter gehören zum Rückgrat der smarten Fabrik. Doch die Automaten könnten außerhalb der Fabriken viel leisten. Das Dresdner Unternehmen Wandelbots hat jetzt eine Lösung entwickelt, die den Robotereinsatz auch für kleine und mittlere Unternehmen vieler Branchen interessant machen soll. Ein Industrie-PC von Kontron übernimmt in diesem System eine zentrale Aufgabe.‣ weiterlesen

Die Auftragsbücher der deutschen Industrieunternehmen füllen sich und die Produktion nimmt zu. Laut Ifo-Konjunkturumfrage liegen die Produktionserwartungen im März sogar auf dem höchsten Stand seit 1991.‣ weiterlesen

xyzWieviel sind Daten wert? Welche Daten sind für die Effizienzsteigerung der Produktion, die Qualitätssteigerung der Produkte oder neue Geschäftsmodelle für die produzierende Industrie und ihre Dienstleistungen von Nutzen und wie kann ihr Wert gemessen und beziffert werden? Am 13. Januar 2021 konstituierte sich dazu der Fachausschuss 7.24 Big Data in der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik neu, um die Experten-Empfehlung VDI/VDE 3715 'Data Assets' zu entwickeln. Im Fachausschuss wird ein metrischer Standard entwickelt für die Ermittlung des ökonomischen Wertes technikbezogener Daten innerhalb der Wertschöpfungskette.‣ weiterlesen

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.‣ weiterlesen

Zutrittskontrollsysteme dokumentieren Aufenthaltszeiten, können bei der Corona-Kontaktverfolgung unterstützen und ermöglichen die individuelle Arbeitszeiterfassung. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung, der Pandemie sowie dem Trend zum dezentralen Arbeiten lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuellen Anforderungen.‣ weiterlesen

Mit dem Security Operations Center will Vinci Energies Cybersecurity-Spezialisten vernetzen. Die Eröffnung ist für das zweite Halbjahr 2021 vorgesehen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige