Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Regelkonformität im Product Lifecyle Management-System sichern

Mit IT-Unterstützung die Spielregeln leichter einhalten

Neben Kunden- oder Marktanforderungen müssen Unternehmen bei der Produktentwicklung Vorgaben aller Art beachten: Nationale und internationale Normen, Umweltauflagen und Bestimmungen zum Schutz von Mitarbeitern, Verbrauchern und Patienten. Ein Software-gestütztes Compliance Management hilft, die Spielregeln einzuhalten und dies auch nachzuweisen.

Wenn Compliance Management bereits im Product Lifecycle Management-System eines Unternehmens verankert ist, lässt sich Regelkonformität von Entwicklungsprozessen, Produktdaten und letztendlich den Produkten IT-gestützt absichern und nachweisen. Bild: Contact Software

Die Einhaltung von Bestimmungen ist neben der Erfüllung der Markt- und Kundenanforderungen zu einem wichtigen Faktor für den Erfolg eines Produktes geworden. Produkte, die solche Vorgaben nicht erfüllen, dürfen nicht in den Verkehr gebracht oder müssen aufwendig nachgebessert werden. Das treibt die Kosten in die Höhe und kann die Gewinne schmälern, vor allem wenn der Wettbewerb schneller ist oder eine verspätete Auslieferung empfindliche Konventionalstrafen nach sich zieht. Normen und Richtlinien werden ständig erweitert und verschärft, sodass Unternehmen ohne es zu wollen Gefahr laufen, gegen die Spielregeln zu verstoßen. Hinzu kommt, dass aufstrebende Industrienationen etwa aus Asien anfangen, eigene Regelwerke zu entwickeln. ‚Regulation & Compliance‘ gehören einer Studie von Ernst & Young zufolge zu den ‚Top 10 Risks for Business‘, deren Risikopotenzial in den letzten fünf Jahren größer geworden ist. Vor diesem Hintergrund gewinnt Compliance Management in vielen Unternehmen immer mehr an Bedeutung.

Zwischen Compliance und Corporate Governance

Compliance Management ergänzt die Corporate Governance, mit der sich Unternehmen über die Einhaltung externer Auflagen hinaus verpflichten, bestimmte ethische Grundsätze zu respektieren. Es umfasst sämtliche Maßnahmen und Prozesse, die darauf abzielen, Regelverstöße frühzeitig zu entdecken und die Regelkonformität sicherzustellen. Ohne ein verlässliches Compliance Management können Unternehmen zudem nicht an Ausschreibungen, Projekten und Exportprogrammen mit dedizierten Compliance-Anforderungen wie FDA, ROHS, CMII, Spice oder APQP nach VDA teilnehmen, und auch nicht ihren Dokumentationspflichten gemäß Maschinenrichtlinie nachkommen. Compliance Management sichert außerdem die Nachweisfähigkeit in Problemfällen, zum Beispiel bei Produkthaftungsklagen. Für Produkthersteller bedeutet Compliance in erster Linie die Zusicherung, dass die Prozesse in der Produktentwicklung, die Produktdaten und die Produkte selbst regelkonform sind. Diese Produkt-Compliance musste schon immer sichergestellt werden, dies erfolgte jedoch meist losgelöst vom Entwicklungsgeschehen.

Aufgrund der Fülle an Normen und Richtlinien, die sich ständig ändern, wächst nicht nur die Gefahr, dass Regeln unwissentlich missachtet werden, sondern meist auch der mit der Absicherung der Regelkonformität verbundene Zeit- und Kostenaufwand. Ein Ansatz, um die Prozesssicherheit zu verbessern und Aufwände zu minimieren, sieht eine Einbettung des Compliance Managements in den Produktentstehungsprozess (PEP) vor. IT-gestütztes Product Lifecycle Management (PLM) bietet meist ein breites Spektrum an Funktionen, um Compliance sicherzustellen und nachzuweisen. Die Abbildung der Regularien im PLM-System erlaubt es, Kernfunktionen für die Produktentwicklung wie das Änderungs-, Konfigurations- oder Projektmanagement auch in den Dienst des Compliance Managements zu stellen. So lassen sich beispielsweise Quality Gates in einem Entwicklungsprojekt definieren, an denen Compliance anhand definierter Ergebnisse – oder Deliver ables – überprüft wird.

Konformität ohne Zusatzaufwand herstellen

PLM-Lösungen erfüllen viele Compliance-Anforderungen automatisch gewissermaßen aus dem Stand, ohne dass dafür zusätzliche Funktionen notwendig wären. Die geltungssichere Verwaltung aller Daten und Dokumente sowie das Konfigurationsmanagement, also die Planung, Dokumentation und Kontrolle der im Entwicklungsprozess verwendeten Änderungen und Versionsstände eines Produkts und seiner Komponenten, gehören zu den Kernaufgaben der Systeme. Ein Beispiel ist das Engineering Change-Management, das Aktivitäten der Nutzer Workflow-gestützt begleiten und dokumentieren kann. Ein weiteres Beispiel ist die Materialverwaltung, wo die Zusammensetzung eines Produkts auch im Hinblick auf Grenzwerte unerwünschter Inhaltsstoffe – wie nach der ROHS gefordert – möglichst lückenlos geplant, erfasst und kontrolliert werden kann. Eine wesentliche Anforderung an ein PLM-gestütztes Compliance Management ist die Möglichkeit, produkt- und prozessorientierte Kennzahlen zu definieren und auszuwerten.


Das könnte Sie auch interessieren:

ERP-Lösungen spielen eine zentrale Rolle in den Unternehmen und das tun sie gut. So die Erfahrungen von 2.089 Anwenderunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, die im Zuge der aktuellen Studie ‘ERP in der Praxis‘ durch die Analysten der Trovarit mittlerweile zum 10. Mal befragt wurden. Die Studie weist Zufriedenheitsbewertungen von mehr als 40 ERP-Lösungen aus.‣ weiterlesen

Insbesondere Unternehmen der Fahrzeugbau- und Elektroindustrie besitzen großes Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauchs in ihrer Produktion. Daher haben die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und Limtronik als Mitglieder des SEF Smart Electronic Factory e.V. einen Use-Case entwickelt, in dem Wartungsintervalle eines energieintensiven Reflow-Ofen sensorgestützt optimiert werden.‣ weiterlesen

Edge Computing ist für die industrielle IT grundsätzlich nichts Neues. Seit Jahrzehnten werden Geräte und Monitore in der Produktion weit entfernt von zentralen Rechenzentren betrieben. Das aktuelle Revival des Begriffes ist auch technologischen Innovationen geschuldet, die Latenzen auf wenige Millisekunden senken.‣ weiterlesen

Auch durch Bewegungen wie Fridays for Future und extreme Wetterphänomene befassen sich Unternehmen intensiver mit dem ökologischen Wandel. Doch während Energieeffizienzprojekte bereits häufig betrieben werden, stehen die Möglichkeiten zum Materialsparen eher selten im Fokus. Dieser Artikel liefert Impulse entlang der Wertschöpfungskette, Ressourcen erst gar nicht zu verbrauchen.‣ weiterlesen

Mit Microsoft Dynamics 365 Online und einer CRM-Branchenlösung von Orbis hat Triflex den Grundstein zur Harmonisierung der IT-Landschaft und für durchgängige Datenflüsse und Prozesse im Vertrieb und im Marketing gelegt. Datenverwaltung in der Cloud schafft jetzt die Transparenz für effizienteren Vertrieb und zum Heben neuen Absatzpotenzials.‣ weiterlesen

Wenn Unternehmen Digitalisierungsprojekte angehen, tun sie dies oft mit einem externen Partner. Die Frage ist nur mit Welchem? IFS hat in einer Studie ermittelt, welche Faktoren bei der Auswahl eine Rolle spielen.‣ weiterlesen

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird im neuen Forschungsbereich 'Nachhaltige Produktion' erarbeitet, wie Unternehmen ihre meist noch linearen Fertigungsprozesse in Richtung einer Kreislaufwirtschaft entwickeln können. Erste Projekte laufen bereits.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige