Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Projektcontrolling für den Anlagenbau

Bei komplexen Anlagen entscheiden viele Faktoren über den Erfolg eines Projektes. Dazu gehören Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, genauso wie das Management notwendiger Änderungen sowie die Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit der zugehörigen Dokumente. IT-seitig spielt dabei das Zusammenspiel von CAD und Produktdatenmanagement eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Bild: ISD Software und Systeme GmbH

Erfahrungsgemäß werden rund ein Drittel der Projekte im Maschinen- und Anlagenbau nicht planmäßig zu Ende geführt. Umso wichtiger ist es, dass die eingesetzte Software dem Ingenieur die notwendige Flexibilität gibt, aber gleichzeitig eine hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit der Dokumente gewährleistet. Insbesondere bei der Erstellung und Änderung von Rohrleitungs- und Instrumentenfließschemata (R&I) und Aufstellungsplan – den zentralen Dokumenten und gleichzeitig Kommunikationsgrundlage im Anlagenbau – können Ingenieure durch zahlreichen Automatismen und Spezialfunktionen bei einer effizienten Arbeitsgestaltung unterstützt werden.

Früher Zugriff auf Entwicklungsdaten

Dazu bietet beispielsweise das CAD-System Hicad bereits bei der Planung des R&I-Schemas eine Integration in das Produktdatenmanagement-System (PDM) an. So können Anwender des Systems des Anbieters ISD Software und Systeme GmbH schon bei der Fließbilderstellung den Symbolen Bauteil- und Rohrklassendaten zuweisen. Auf diese Weise haben die Projektbeteiligten bereits in dieser frühen Phase umfangreichen Zugriff auf Entwicklungsinformationen; gleichzeitig wird die Datenkonsistenz der Bauteile sichergestellt. Das System enthält umfangreiche Bibliotheken mit Symbolen der verschiedensten Typen wie Behälter, Pumpen, Antriebe, Armaturen, Abzweige, Rohrleitungsteile und Rohrteilzubehör. Eine im Schema hinterlegte Intelligenz warnt den Anwender bei der Symbolplatzierung vor Regelverstößen wie etwa einer fehlerhaften Kombination von Ventil und Rohrleitung.

Brückenschlag zwischen R&I-Schema und 3D-Modell

Das R&I-Schema ist zudem mit dem Aufstellungs- und Rohrleitungsplan gekoppelt. Dadurch lassen sich die Anlagenkomponenten auf der Grundlage des R&I-Schemas direkt im Aufstellungsplan platzieren und die Informationen der Datenbank übernehmen. Umgekehrt lassen sich im R&I-Schema die 3D-Modelle der Bauteile durch einfache Auswahl der Symbole anzeigen. In beiden Plänen warnen Hervorhebungen, wenn nicht alle Komponenten positioniert wurden. Spätere Änderungen zum Beispiel von Rohrklassen werden, wenn sie im R&I-Schema eingetragen werden, automatisch auch im Aufstellungsplan umgesetzt. Zudem werden Leitlinien auf Wunsch automatisch mit Rohren und Rohrbögen der zugeordneten Rohrklasse belegt. Rohre werden – falls nötig – automatisch aufgetrennt, beispielsweise beim Einfügen von Armaturen. Und bei der Änderung der Nennweite einer bestückten Rohrleitung wird diese mit den Bauteilen der neuen Nennweite komplett neu aufgebaut. Bereits platzierte Bauteile lassen sich jederzeit entfernen, verschieben oder auf Knopfdruck gegen andere Bauteile austauschen.

3D-Aufstellungsplan schafft Überblick

Zusammen mit dem 2D-Fließbild erleichtert dabei der 3D-Aufstellungsplan die Kommunikation zwischen den Projektpartnern erheblich. Durch die große Anschaulichkeit des 3D-Modells lassen sich verschiedene Lösungsmöglichkeiten von allen Beteiligten besser beurteilen – etwa zur Beurteilung von Zugänglichkeit und Bedienbarkeit von Rohrleitungen. Ein weiterer Vorteil der 3D-Darstellung ist die einfache Ableitung der benötigten Zeichnungen. Wo früher jede 2D-Ansicht nach einer Änderung neu erstellt werden musste, genügt hier ein Knopfdruck, um Ansichten und Schnitte zu erstellen. Unterlagen vom 3D-Angebot über Fertigungsunterlagen mit 3D-Darstellung, Schnitten und Details bis zu Legenden auf dem 2D-Zeichnungsrahmen lassen sich so zuverlässig und schnell zusammenstellen. Zeichnungsansichten werden automatisch erstellt und Rohrteil-, Längen- und Schweißnahtliste aus den Positionsnummern abgeleitet. Auch die Rohrleitungsisometrie lässt sich aus dem 3D-Aufstellungsplan ableiten, einschließlich Bemaßung, Bauteil- und Schweißnahtpositionsnummern mit zugehörigen Stücklisten sowie Anschlusskoordinaten und Richtungspfeilen.

Langfristige Verfügbarkeit von Informationen

Ein weiterer Aspekt der PDM-Integration stellt die langfristige Nachvollziehbarkeit des Anlagenaufbaus dar. Das Beispiel von Schweißverbindungen zeigt, welche Vorteile die PDM-Integration hier bietet: Bei der Erstellung der Rohrleitungsisometrie werden die Schweißverbindungen automatisch generiert. Die zugehörigen Informationen werden in der Datenbank gespeichert, also Informationen über die Schweißer, ihre Diplome, die jeweiligen Prüfer sowie das Röntgenfoto. Diese und alle anderen Daten und Dokumente zum Projekt stehen in den aktuellen Änderungsständen unternehmensweit zur Verfügung und können später problemlos aufgerufen werden. Gleichzeitig lassen sich mit der PDM-Lösung Helios des Software-Anbieters die Zugriffsrechte auf Dokumente und Teile steuern und über To-do-Listen die zügige Durchleitung der zu prüfenden Dokumente unterstützen.

Ansätze für stringentes Projektcontrolling

Angesichts der standortübergreifenden, weltweiten Projekte im Anlagenbau lässt sich eine sichere und schnelle Projektbearbeitung letztlich nur mit PDM-Unterstützung erreichen. Als kritische Faktoren im Projektverlauf stehen die Kommunikation der Projektbeteiligten, späte Änderungen und das Claimsmanagement sowie die langfristige Nachvollziehbarkeit im Fokus. Die integrierte Anlagenbaulösung leistet hierbei durch die Kopplung der zentralen Dokumente, durch Automatismen in der Erstellung von Unterlagen und durch frühzeitige Prüfmechanismen wichtige Unterstützung für die verantwortlichen Ingenieure.Doch erst durch den unternehmensweiten Zugriff auf die Datenbank stehen dazu alle Informationen sicher, aktuell und langfristig zuverlässig zur Verfügung.

 

Branchenlösungen für komplexe Entwicklungsaufgaben

Bild: SELA Maschinen GmbH

Um auf die besonderen Herausforderungen im Anlagenbau eingehen zu können, setzt der Anbieter ISD Software und Systeme GmbH auf eine enge Verzahnung von CAD und Produktdatenmanagement (PDM). Das Softwarehaus bietet mit der CAD-Lösung Hicad eine Branchenlösungen für den Anlagen-, Maschinen- sowie Stahl- und Metallbau. Das System eignet sich außerdem für den Einsatz in der Blechfertigung. Im Portfolio befindet sich mit Helios auch eine umfassende PDM-Lösung. So konnten die Entwickler umfangreiche PDM-Funktionen direkt im CAD-System integrieren, um einen sicheren und nachvollziehbaren Projektablauf auch bei der Entwicklung komplexer Anlagen zu unterstützen.

google plus


Das könnte Sie auch interessieren:

Altair hat Simsolid übernommen. Das Unternehmen arbeitet auf Grundlage detailgetreuer CAD-Baugruppen und bietet schnelle, genaue und robuste Struktursimulationen, die ohne Geometrievereinfachung, Bereinigung und Vernetzung auskommen.‣ weiterlesen

Die Montage von Kunststoff-Führungshülsen für die Kopfstützenverstellung der SUV-Baureihen eines deutschen Premiumherstellers stellt hohe Ansprüche an die Automation. Der Automobilzulieferer Ros setzt deshalb auf eine in Eigenregie konzipierte Anlage mit zwei Sechsachs-Robotern, um die Ziele zu erfüllen.‣ weiterlesen

Aufgrund der hohen Zahl zu testender Fahrsituationen spielt zukünftig Simulation eine zentrale Rolle bei der Homologation automatisierter Fahrzeuge. Zur Validierung der Simulation als Methode für die Fahrzeugzulassung starten TÜV Süd, der Chip-Hersteller Nvidia und der Antriebssystem-Anbieter AVL aus Österreich eine Kooperation. Ziel ist es, Sicherheitsanforderungen, kritische Fahrszenarien sowie die notwendigen Bewertungskriterien zu definieren und die Simulation als Prüfwerkzeug zu etablieren.‣ weiterlesen

Die Volkswagen AG will ihr Vertriebsmodell umbauen: Der Konzern hat angekündigt, den Online-Vertrieb massiv auszubauen und somit auch den Direktvertrieb seiner Fahrzeuge zu ermöglichen. Ziel ist zudem eine nahtlose und individuelle Betreuung der Kunden über den Fahrzeugkauf hinaus mittels neuer Kunden-ID.‣ weiterlesen

Deutschland fehlt es nicht nur bei technisch-naturwissenschaftlichen Berufen an Fachkräften, das Phänomen macht sich branchenübergreifend bemerkbar. Mit digitalen Assistenzsystemen (Datenbrillen) lassen sich den daraus folgenden Effekten entgegenwirken.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige