Anzeige
Beitrag drucken

Produktionslogistik

Mobile Datenerfassung im Traktorenwerk

AGCO-Fendt Deutschland erweitert bis zum Jahr 2012 seine Standorte in Bayern. Um die Produktion flexibel zu gestalten, setzt der Landmaschinen-Hersteller auf ein flächendeckendes WLAN, installiert auf dem gesamten Werksgelände, um mobile Geräte wie Scanner, Produktionsmaschinen oder Roboter anzusteuern.

Bild: SCALTEL

Fendt, die führende High-Tech-Marke des AGCO-Konzerns, stellt Traktoren und Erntemaschinen her, die weltweit in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Derzeit arbeitet das Unternehmen am Ausbau der Produktionsstandorte Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim. Bis zum Jahr 2012 sollen dort Traktorenwerke der nächsten Generation entstehen. Dabei werden neue Montage-Konzepte aus neuen logistischen Erkenntnissen umgesetzt. Denn das Unternehmen stellt hohe Ansprüche an die Flexibilität der eigenen Fertigung – als Ergebnis sollen rund 3.300 Mitarbeiter besser, komfortabler und effizienter arbeiten können.

Schon seit Jahren investiert Fendt daher in neue Netzwerktechnologien, um Unternehmensbereiche wie Entwicklung, Produktion und Montage zu unterstützen. Die Modernisierung der Werkhallen zählt zu den Voraussetzungen dafür, dass immer wieder innovative Fahrzeuge vom Band laufen können. Gerade dieser Qualitätsanspruch veranlasste Fendt dazu, für mehr Flexibilität und Mobilität auf dem gesamten Gelände zu sorgen. Aus diesem Grund wurden bereits im Jahr 2004 zusammen mit dem Netzwerkausrüster Scaltel die ersten WLAN-Access-Points im Office-Bereich installiert.

WLAN erobert die Werkhalle

Seitdem hat sich viel getan, und die WLAN Abdeckung in den beiden bayerischen Standorten des Landmaschinenbauers liegt mit rund 160 Access Points in Marktoberdorf und in 80 Access Points in Asbach-Bäumenheim bei 95 Prozent. „Das WLAN erleichtert uns das Arbeiten enorm. Von überall können unsere Mitarbeiter, Maschinen und Roboter auf das Netzwerk zugreifen und flexibel arbeiten. Die Verwaltung der Access Points ist durch das redundante Controller-Konzept einfach und komfortabel“, äußert Robert Felder, Netzwerkadministrator von Fendt. Anfangs wurden lediglich Besprechungsräume mit WLAN angebunden und ein Gästemanagement eingerichtet, um Zulieferern und Kunden bestimmte Netzbereiche und den Zugang zum Internet bereitzustellen. Später folgte die Anbindung der Entwicklung, Fertigung, Montage, Logistik und des gesamten Versuchsgeländes.

Funknetz für Steuerungs-und Qualitätsdaten

In den Montagehallen integriert das WLAN nicht nur mobile Mitarbeiter in das Netzwerk, sondern auch Maschinen und Roboter. Diese werden über das drahtlose Netzwerk direkt mit dem ERP-System verbunden. Dieses Vorgehen unterstützt nicht nur die Steuerung und Einstellung der Roboter und Maschinen vom Arbeitsplatz aus, sondern auch die Datensammlung für die Qualitätssicherung. Alle Einstellungen der Maschinen, wie zum Beispiel mit welchem Drehmoment eine Schraube festgezogen wird, werden automatisch ins Netzwerk übergeben und gespeichert. Auf dem Versuchsgelände können Mitarbeiter direkt am Traktor Fahrzeugdaten sammeln, ins System übergeben und mit Referenzdaten vergleichen. „Früher waren mindestens zwei Personen damit beschäftigt die Fahrzeugdaten auszuwerten. Heute kann das alles direkt vor Ort und im Einsatz geschehen. Dabei wird ein Messgerät angeschlossen und die Daten werden über WLAN direkt ins Netzwerk übergeben“, erzählt Robert Felder.

google plus


Das könnte Sie auch interessieren:

Im günstigen Fall lassen sich Prozess-, Steuer- und Kontrolldaten verschiedener Maschinen gemeinsam abrufen - und die Maschinen womöglich selbst gemeinsam steuern. Um dies künftig deutlich zu vereinfachen, können die Hersteller von Kunststoffspritzgießmaschinen seit Kurzem auf den Euromap-77-Standard zurückgreifen.‣ weiterlesen

Gerade an beweglichen Geräten wie Robotern müssen sich Leitungen teils millionenfach biegen, ohne an Eigenschaften einzubüßen oder gar zu brechen. Und doch kommt der Wahl der Kabel und Stecker bei der Einrichtung von Automatisierungstechnik selten viel Aufmerksamkeit zuteil.‣ weiterlesen

Anhand Digitaler Zwillinge werden im Maschinen- und Anlagenbau schon vielfach Konzepte validiert oder die Inbetriebnahme virtuell abgesichert. Auch können im gesamten Produktlebenszyklus Tests durchgeführt und daraus resultierende Softwareoptimierungen vorgenommen werden.‣ weiterlesen

Der Maschinenbauer Rekers stellt unter anderem Misch- und Dosieranlagen, Colour-Blending-Systeme oder Steinformanlagen für die Betonwarenindustrie her. Rekers setzt in der Produktion auf ein integriertes MES- und ERP-System und verbindet so die Produktionsebene mit der Managementebene.‣ weiterlesen

Dr. Volker Kefer ist neuer Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Der 62-jährige ehemalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn soll sein Amt zum 1. Januar 2019 antreten.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige