Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Portfolio-Management als Optimierungshebel

Bei der Ausarbeitung einer Produktportfolio-Strategie ist es nicht immer zielführend, die Profitabilität von Produkten allein auf der Basis des Deckungsbeitrags zu ermitteln. Es gilt vielmehr, den Produktmix passgenau auf die Unternehmensziele abzustimmen. Um die Entscheidungen hierfür auf eine fundierte und nachvollziehbare Grundlage zu stellen, liefern Anwendungen wie IBM Ilog Werkzeuge zur Modellierung und Lösung von Optimierungsproblemen. So kann sich Planern der integrierte und wertorientierte Blick auf das Produktportfolio ihres Unternehmens eröffnen.

Finanz, Vertriebs und Produktionsaspekte sollen bei der Bestimmung des optimalen Produktportfolio betrachtet werden. Bild: Capgemini Consulting

Die Portfolio-Strategie, ein Produkt im Sortiment zu belassen, solange es einen positiven Deckungsbeitrag aufweist, scheint in der heutigen Welt begrenzter Ressourcen und volatiler Märkte nicht mehr den größten Wert zu stiften: Wachsende Abhängigkeiten zwischen Produkten und zwischen den Funktionsbereichen erfordern einen neuen, integrativen Ansatz. Ein abgestimmter Regelprozess, befähigt mit fortgeschrittenen digitalen Optimierungswerkzeugen kann die Realisierung ungenutzter Potenzialen sicherstellen. Der Vorteil ist eine deutliche Profitabilitätssteigerung sowie eine verbesserte Transparenz im Entscheidungsprozess. Wenn Unternehmen Entscheidungen über das Produktportfolio treffen, sind konkurrierende Ziele der unterschiedlichen Funktionsbereiche zu beachten. Die Geschäftsführung und das Controlling konzentrieren sich in der Regel primär auf den ‚Gewinn vor Zinsen und Steuern‘ (Ebit), also das operative Ergebnis.

Der Produktmanager hingegen richtet seinen Blick im Gegensatz zum Vertrieb nicht auf den Produktumsatz, sondern auf den Produktertrag. Somit gibt es im Unternehmen auf der einen Seite eine treibende Kraft, die die Erhöhung der einzelnen Produkt-Deckungsbeiträge anstrebt und auf der anderen Seite die Zielsetzung, eine breite Produktpalette zu haben, um durch ein breites Sortiment die Verkaufszahlen zu erhöhen und somit den Gesamtumsatz zu steigern. Ein weiterer Zielkonflikt entsteht, wenn man die Produktion mit einbezieht, die immer noch an der Ressourcenauslastung gemessen wird, was kurzfristig häufig zu einem unnötigen Produktionsvolumen führt, ohne dabei die Markseite zu beachten – erhöhte Kapitalbindung ist die häufig anzutreffende Folge dieses Steuerungsprinzips. Wenn die Einflussfaktoren wie Maschinen, Personal, Rohstoffe, Energie und Raum mittel- oder langfristig nicht ausreichen, um den Kundenbedarf zu decken, müssen Unternehmen entscheiden, wie die vorhandene Kapazität zwischen den Produkten am besten zugeteilt wird. In diesem Fall reicht die Betrachtung der absoluten Deckungsbeiträge nicht aus, um den optimalen Produktmix zu ermitteln. Vielmehr soll die Inanspruchnahme der Engpassressourcen durch die Fertigung der einzelnen Produkte in die Betrachtung gezogen werden.

Portfolio-Optimierung mit Blick auf das große Ganze

Eine integrierte, wertorientierte Produktportfolio-Optimierung verbindet die unterschiedlichen Sichten und ermittelt auf der strategischen Ebene den vielversprechendsten Produktmix, zur Steigerung der Gesamtmarge unter Berücksichtigung der Absatzprognose, der strategischen Business-Regeln und der Produktionskapazitäten. Die integrierte Betrachtung kann zu einer signifikanten Steigerung der Profitabilität führen und die Transparenz im Unternehmen deutlich verbessern. Das wird erreicht, indem die Absatzprognose, die absoluten Produktdeckungsbeiträge und die strategischen Unternehmensziele mit der Produktionsseite in Regelmeetings unter Nutzung analysierter Daten abgeglichen werden. Somit kann ein Unternehmen die echten, engpassorientierten Wertbeiträge der Produkte bestimmen sowie fundierte strategische Investitionsentscheidungen in der Produktion treffen. Darüber hinaus wird der Wertbeitrag der einzelnen Produktionsressourcen ersichtlich, sodass der richtige Grad an Flexibilität zwischen Eigenfertigung und Fremdbeschaffung bestimmt werden kann.

google plus


Das könnte Sie auch interessieren:

Gerade bei der Entwicklung komplexer Produkte offenbaren sich die Mängel von veralteten Anwendungen für Product Lifecycle Management. Die im Rahmen der Digitalisierung sinnvolle Einführung von Digitalen Zwillingen böte die Möglichkeit, unpraktische Strukturen zu modernisieren.‣ weiterlesen

Im günstigen Fall lassen sich Prozess-, Steuer- und Kontrolldaten verschiedener Maschinen gemeinsam abrufen - und die Maschinen womöglich selbst gemeinsam steuern. Um dies künftig deutlich zu vereinfachen, können die Hersteller von Kunststoffspritzgießmaschinen seit Kurzem auf den Euromap-77-Standard zurückgreifen.‣ weiterlesen

Gerade an beweglichen Geräten wie Robotern müssen sich Leitungen teils millionenfach biegen, ohne an Eigenschaften einzubüßen oder gar zu brechen. Und doch kommt der Wahl der Kabel und Stecker bei der Einrichtung von Automatisierungstechnik selten viel Aufmerksamkeit zuteil.‣ weiterlesen

Anhand Digitaler Zwillinge werden im Maschinen- und Anlagenbau schon vielfach Konzepte validiert oder die Inbetriebnahme virtuell abgesichert. Auch können im gesamten Produktlebenszyklus Tests durchgeführt und daraus resultierende Softwareoptimierungen vorgenommen werden.‣ weiterlesen

Der Maschinenbauer Rekers stellt unter anderem Misch- und Dosieranlagen, Colour-Blending-Systeme oder Steinformanlagen für die Betonwarenindustrie her. Rekers setzt in der Produktion auf ein integriertes MES- und ERP-System und verbindet so die Produktionsebene mit der Managementebene.‣ weiterlesen

Dr. Volker Kefer ist neuer Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Der 62-jährige ehemalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn soll sein Amt zum 1. Januar 2019 antreten.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige