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Ökologische Produktionsanlagen

Energieverschwendern auf der Spur

Die Bedeutung von Energieeffizienz nimmt auch in der Produktion immer weiter zu. Steigende Energiekosten, die von der Politik angestrebte CO2-Reduktion und damit einhergehende Einsparziele der Unternehmen sind Grund genug, energiearme Produktionsprozesse zu etablieren. Methoden und Leitfäden wie das Green Factory Planning zur energieschonenden Fabrikplanung können Unternehmen helfen, den betrieblichen Energieverbrauch umfassend zu analysieren und zu verringern.

Fossile Ressourcen sind begrenzt, Energiepreise steigen und gesetzliche Anforderungen bezüglich Rohstoff- und Energieverbrauchverbrauch werden strenger. Diese Situation stellt produzierende Unternehmen vor große Herausforderungen. Ob Automobilhersteller, Maschinenbauer oder Pharmaproduzent – Abnehmer und Endverbraucher fordern von Industriebetrieben zunehmend nicht nur umweltfreundliche Produkte, sondern die Erzeugnisse sollen auch nachhaltig produziert werden. Um wirtschaftlich zu agieren und gleichzeitig die immer strengeren gesetzlichen Auflagen zu erfüllen, gewinnt Umweltverträglichkeit an Wichtigkeit für produzierende Unternehmen.

Für Anlagenplaner und -betreiber bedeutet diese Entwicklung, dass sie den Faktor Energie neben den bestehenden Anforderungen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Qualität und Flexibilität zunehmend in ihre Betrachtungen mit einbeziehen müssen. Doch dazu fehlen in der Praxis häufig zeitgemäße Konzepte und umfassende Lösungsansätze: „Die Unternehmen begegnen den Herausforderungen oft nur mit isolierten Einzelmaßnahmen, die meist nicht die nötige Detailtiefe aufweisen“, sagt Berater Jan Bernhardt von IFP Consulting. „Es fehlt an einem Gesamtbild. Und das kann man sich nur mit einer ganzheitlichen Methode wie Green Factory Planning verschaffen.“

Leitfaden für ökologische Fabrikplanung

Der Green Factory Planning-Ansatz des Beratungshauses umfasst unter anderem einen Leitfaden für die ökologische Fabrikplanung. Das Papier fasst alle Aspekte zusammen, die Unternehmen für den umweltverträglichen und ökonisch sinnvollen Betrieb sowie bei der Konzeption von Fabrikanlagen berücksichtigen sollten. Die adressierten Aspekte reichen von Hilfestellungen für die Standortauswahl und das Groblayout der Anlagen über die Energiewertstrom-Analyse bis hin zum Energiepass für gewerblich genutze Immobilien.

Mit einfachen Mitteln zum Ziel

Oftmals lassen sich dabei bereits mit einfachen Mitteln merkliche Effekte erreichen: Bei der Standortauswahl sollten Unternehmen zum Beispiel darauf achten, dass im Umfeld der Anlage natürliche Kühlkreisläufe wie Seen, Flüsse oder Wind existieren, in die ein Unternehmen sein Werk integrieren kann. Zudem sollte sich ein Stromerzeuger in der Nähe befinden, der die Produktionsanlagen schnell und zuverlässig versorgen kann.

Auch die Ausrichtung des Gebäudes bietet Ansätze für eine energieeffiziente Anlagengestaltung: Offene und stark frequentierte Bereiche wie Warenein- und -ausgänge im Lager sollten an der windabgeneigten Seite der Gebäude liegen. Darüber hinaus eignen sich manche Gebäude besonders gut als Wärme- oder Kältepuffer, beispielsweise Lagerhallen im Außenbereich. Sie können zur Abschirmung der energieintensiven Produktionsgebäude im Innenbereich der Anlage dienen.

„Das Sparen beginnt bei der Neuplanung einer Fabrik schon mit der Auswahl der Himmelsrichtung“, erläutert Bernhardt. Ein Unternehmen sollte demnach auch überlegen, ob es die Sonne für die Energiegewinnung einer Abteilung nutzen möchte. In diesem Fall kann es sich beispielsweise lohnen, Dachflächen die später Solarzellen aufnehmen sollen, in Südrichtung anzulegen. Soll hingegen möglichst wenig Energie für Kühlung und Klimatisierung aufgewendet werden, bietet sich die Ausrichtung von Fensterseiten oder offenen Eingangsbereichen nach Norden an.


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