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Nutzenpotenzial von Unternehmenssoftware

Administrativ und operativ wirksame Potenziale

Nutzenpotenziale von Enterprise Resource Planning-Systemen sind bereits in der Architektur dieser Klasse von Unternehmenssoftwarelösungen angelegt. Dabei kann man zwischen Nutzenpotentialen differenzieren, die administrativ wirksam werden und solchen, die unmittelbar operativ Nutzen erzeugen.

Bild: Fotolia / gunnar3000

Grundlage für die Merkmale von Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP), die administrative Nutzenpotenziale eröffnen, ist die Eigenschaft dieser Lösungen, auf relationalen Datenbanken aufgebaut zu sein. Dies ermöglicht einerseits klare, nachvollziehbare Strukturen aufzubauen, zum anderen jedoch auch, logische Verbindungen und Verknüpfungen der Daten miteinander herzustellen und zu nutzen. Diese Eigenschaft von ERP ermöglicht einen modularen Aufbau der Software, die somit vollständig oder auch nur in Teilen genutzt werden kann. Darüber hinaus ist die Software beliebig skalierbar, sodass unterschiedliche Größen und Strukturen von Unternehmen komfortabel damit abgebildet werden können. Auch ist ERP damit Multi-User fähig, das bedeutet, dass eine Vielzahl von Benutzern gleichzeitig in unterschiedlichen oder auch im gleichen Softwaremodul arbeiten können, ohne dass Inkonsistenzen oder logische Fehler auftreten. Die Logik der in der Datenbank modellierten Prozesse sorgt für eine durchgängige, nachvollziehbare und korrekte Verarbeitung der Eingaben der jeweiligen Benutzer.

Nachvollziehbare Protokolle

Dabei wird – für die Durchsetzung von Unternehmensinternen Compliance-Richtlinien durchaus bedeutsam – jede Transaktion der Benutzer nachvollziehbar protokolliert, sodass die operativ ausgeführten Geschäftsprozesse transparent und prüfbar bleiben. ERP ist somit eine integrative und transparente Lösung zur Abbildung, Ausführung und Dokumentation betriebswirtschaftlicher Geschäftsprozesse. Ein besonderer Vorteil des Einsatzes von ERP liegt darin, dass Anwender unabhängig voneinander über unterschiedlichste verteilte Unternehmensstrukturen betriebswirtschaftliche Prozesse anstoßen und begleiten können und dennoch auf Grund des integrativen Charakters dieser Lösungen alle Vorgänge zentral geordnet und konsolidiert werden können. ERP ist somit ein zentrales Ablagesystem für alle betriebswirtschaftlichen Geschäftsprozesse betreffenden Informationen im Unternehmen, egal welchen Zuschnitt dieses auch haben mag.

Es vernetzt diese Daten nach betriebswirtschaftlich sinnvollen Regeln und stellt sie in Echtzeit umfassend und für alle betroffenen und berechtigten Nutzer zur Verfügung. Moderne ERP-Lösungen setzen dabei auf hybride Nutzermodelle. Das heißt, dass sie sowohl klassisch in den Unternehmen auf Rechnern installiert und über eine physische Vernetzung über Kabel genutzt werden, als auch Online, also mobil und über die ‚Cloud‘ verfügbar sind. Der Nutzen der Systeme wird dadurch abgerundet, dass ERP-Lösungen über zahlreiche Standardschnittstellen zu anderen Unternehmenssoftwarelösungen, zum Beispiel für das Customer Relationship Managment, das Computer Aided Design oder das Produktdatenmanagment und auch zu Automatisierungskomponenten wie die Betriebs- und Maschinendatenerfassung, verfügen. Dort wo keine Standardschnittstellen verfügbar sind, ist auf Grund der Flexibilität von ERP eine Anbindung über eine Individualschnittstelle möglich.



Volker Schnittler, Fachreferent für kaufmännische Unternehmenslösungen beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt.

Operativ wirksame Potenziale

ERP bildet die Beziehungen von Unternehmen in Wertschöpfungsnetzwerken ab. Alle kaufmännisch relevanten Informationen und Vereinbarungen zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden auf der einen Seite und den Lieferanten auf der anderen Seite werden strukturiert und nachvollziehbar abgebildet. Sie können so jederzeit in hoher Qualität und Prozesssicherheit genutzt und nachvollzogen werden und bilden somit das Rückgrat aller kaufmännischen Interaktion des Unternehmens. Dabei ist ERP sowohl Rollen- als auch Kontextbasiert. Das bedeutet, dass einerseits die unterschiedlichen Akteure in der kaufmännischen Abwicklung der Geschäftsprozesse des Unternehmens gemäß ihrer Rolle und ihrem Aufgabenbereich geführt und spezifisch unterstützt werden. Auf der anderen Seite werden aber auch betriebswirtschaftliche Abläufe derart abgebildet, dass sie in logischer Abfolge und vollständig, das heißt mit den notwendigen Informationen, in Form von Workflows durchgeführt werden. Dies dient erneut der Transparenz, der Nachvollziehbarkeit, der Prozesssicherheit sowie der Effizienz bei der Durchführung.

Modellierte Rollen

Dabei ist es möglich, die Rollen der beteiligten Benutzer sachgerecht und individuell durch Benutzerrechte zu modellieren und so die individuelle Methodik der Abläufe eines Unternehmens abzubilden. Über die operative Durchführung der kaufmännischen Geschäftsprozesse hinaus bietet ERP umfassende Möglichkeiten als Informationssystem zu Prozessen und Beziehungen. Als zentralen Informationssystem hält es alle relevanten Daten für beliebige Auswertungen, Reports und Berichte zur Unterstützung von Managemententscheidungen und für das Controlling des Unternehmens. ERP ist damit ein offenes System für alle kaufmännischen Belange und Bedürfnisse im Unternehmen. Als führendes System stellt es darüber hinaus auch die Brücke zu anderen im Unternehmen eingesetzten Unternehmenssoftwarelösungen und Subsystemen her und ist in den maßgeblichen Bereichen auch kommunikationsfähig zu den ERP-Lösungen innerhalb von Wertschöpfungsnetzwerken.


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