Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Mobile Anwendungen

Eine Plattform für digitale Abläufe

Mit ihrer IT-Plattform Simplifier stand das junge Unternehmen Itizzimo im Finale des Industriepreises 2016. Die Idee dahinter ist, konfigurierbare Bausteine für Business-Apps zentral zu sammeln und bereitzustellen. Mit wachsender Basis soll der Aufwand für jedes neue IT-Projekt sinken.



Bild: Itizzimo AG

Innovativ zu sein bedeute für ihn, eine hohe Wertschöpfung mit einem einfach zu bedienenden Produkt auf der Basis einer komplexen Technologie zu erzielen. Was Professor Stefan Altmeyer, Professor an der Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik der TH Köln und Jurymitglied des Industriepreises 2016, zum Ausdruck bringt, scheinen die Mitarbeiter der Itizzimo AG beherzigt zu haben. Mit der IT-Plattform Simplifier stand das junge Unternehmen im Finale des Industriepreises 2016. Die Plattform unterstützt Anwender bei der schrittweisen Digitalisierung und Gestaltung ihrer Geschäftsprozesse. In der webbasierten Umgebung werden Anwendungen für mobile Endgeräte aus vorkonfigurierten Elementen zusammengestellt, statt zeitaufwändig zu programmieren.

Einsatzgebiet? Universell!

„Durch die große Bandbreite an Möglichkeiten wissen wir selbst nicht ganz genau, welche Anwendungen die größten Erfolge feiern werden und genau genommen kommt es darauf auch gar nicht an. Wichtig ist, dass wir die Technologie anbieten, die eine schrittweise aber nachhaltige Umsetzung digitaler Unternehmensprozesse ermöglicht”, erläutert Itizzimo-CEO Reza Etemadian die Absicht hinter der Entwicklung des Simplifier. Allein aufgrund des Potenzials und der großen Nachfrage aus verschiedenen Branchen liegt der Fokus derzeit auf integrierten Wartungs- und Produktionsanwendungen. Doch mobile Wartungslösungen gibt es inzwischen einige auf dem Markt, auf den ersten Blick unterscheiden sie sich kaum im Funktionsumfang. Was also macht die Plattform anders? In Zeiten der digitalen Transformation ist für Itizzimo das Denken in isolierten Anwendungen für einzelne Prozesse nicht mehr zielführend.

Welches Unternehmen wird nach der Implementierung einer digitalen Lösung alle anderen Vorgänge unvernetzt lassen? Selbst wenn jede Abteilung nur eine einzige digitale Lösung implementiert, kann die Administration für die interne IT schnell zur unlösbaren Aufgabe werden. Hier setzt die Plattform an: Sie schafft eine unternehmensweite Basis für Digitalisierungsprojekte, seien es Prototypen mit Datenbrillen und Augmented Reality, gängige Wartungslösungen auf Tablet und Smartphone oder ganz andere Anwendungen. Mit der einheitlichen technologischen Basis und der webbasierten Konfigurationsumgebung der Plattform sollen sich Bestandteile wie Funktionen, Schnittstellen sowie Inhalte wie Buttons und Navigationsbereiche von einer in eine andere Anwendung kopieren lassen. Auch bei Änderungen soll das Prinzip ‘Konfigurieren statt Programmieren’ seine Stärken ausspielen: Anstatt mit Programmcode zu arbeiten, können Nutzer auf einer grafischen Oberfläche Inhalte per Drag and Drop verschieben, hinzufügen oder anpassen − unabhängig vom mobilen Betriebssystem. Spezialwissen soll dafür nicht notwendig sein, auch Programmierkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich − wobei ein gewisses Grundverständnis dennoch die Nutzung erleichtern soll.

Beispiel Wartung

Die Plattform fungiert als eine Art Abstraktionsschicht zwischen Bestandssystemen und Anwendungen. So ist eine tiefe Integration möglich. Eine Wartungsanwendung könnte zum Beispiel so aussehen: Im Bereich des Auftragsmanagements erhält der Mitarbeiter einen Überblick über alle ausstehenden Aufträge. Diese werden der Anwendung aus dem ERP-System übermittelt und stehen so quasi in Echtzeit zur Verfügung. Mit Auswahl eines Auftrags startet die Bearbeitung, hier die Wartung einer Produktionsmaschine in einer großen Anlage. In der Übersichtsanzeige erhält der Mitarbeiter einen Überblick über den Auftrag mit Angaben zur Maschine. Zur Absicherung wird ein an der Maschine angebrachter Barcode gescannt, der sie durch Abgleich mit den Angaben im Wartungsauftrag eindeutig identifiziert. Damit ist sichergestellt, dass der Mitarbeiter seinen Einsatzort gefunden hat und die eigentliche Wartung starten kann. Informationen aus der technischen Dokumentation leiten nun Schritt für Schritt durch den Auftrag. Die Menge und Tiefe der Information kann dabei der Erfahrung des Mitarbeiters angepasst werden. Bestätigungen der jeweiligen Arbeitsschritte sorgen im Nachhinein ebenso für eine nahtlose Dokumentation, wie die Aufnahme von Fotos und Videos. Entdeckt der Prüfer einen Mangel, wird dieser protokolliert. Helfen die Anweisungen in der Anwendung nicht weiter, können mittels Smartglass Kollegen oder Vorgesetzte kontaktiert werden. Durch Handover-Funktion ist es möglich, einen Prozessschritt auf einem Gerät zu beginnen und auf einem anderen Gerät weiterzuführen. Ist das Problem behoben und die Wartungsmaßnahme durchgeführt, bestätigt der Mitarbeiter via Unterschrift auf dem Tablet, weitere Dokumentation oder papierbasierte Schritte sind nicht nötig. Alle Informationen werden im angebundenen ERP-System gespeichert, Kalkulationen für notwendige Reparaturen generiert und die Verrechnung der Wartungsarbeiten angestoßen. Der Auftrag wird als bearbeitet markiert und aus der Liste der ausstehenden Aufträge entfernt.

Jede App geht schneller

Bei der hier skizzierten Anwendung handelt es sich um ein Beispiel. Doch im Grunde lassen sich alle Anwendungen immer wieder auf einen gleichen Grundstock an Features zurückführen, egal ob in der Wartung, in der Produktion oder in einem völlig anderen Bereich. Werden neue umgesetzte Schnittstellen oder Funktionen für eine Anwendung gebraucht, ist der Initialaufwand höher, jedoch noch immer nicht vergleichbar mit dem der herkömmlichen Programmierung, die oft bis zu zehnmal so viel Zeit in Anspruch nimmt. Je mehr Projekte Unternehmen mit der neuen Plattform umsetzen, desto schneller wächst der Funktionsumfang. In einem Enterprise App Store, ähnlich Google Play oder iTunes, sollen bald Funktionen, Widgets, Schnittstellen und ganze Anwendungen zur Verfügung stehen. Noch handelt es sich dabei meist um Entwicklungen von Itizzimo. „Nach und nach werden sowohl Industrieunternehmen als auch externe Entwickler die Plattform nutzen, um die digitale Transformation voranzutreiben. Wir sind stolz, die Basis dafür geschaffen zu haben“, sagt Reza Etemadian.


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Anschluss eines IT-Projektes setzen viele Unternehmen auf eine Rückschau, um daraus Erkenntnisse für kommende Projekte zu gewinnen. Für das Projekt selbst kommt dieses Wissen zu spät. Beim agilen Projektmanagement ist das anders. Aber passen Sprints und 'Lessons-Learned' zur Projektarbeit mit hohen Compliance-Ansprüchen?‣ weiterlesen

Um Maschinendaten etwa für Predictive Maintenance zu erfassen und zu verarbeiten, gibt es sehr individuelle Lösungen. Vom Mini-PC bis zum Edge Device samt Middleware lassen sich Konzepte für datengetriebene Aufgaben realisieren. Am Beispiel des SAP-Portfolios zeichnet der Beitrag die Szenarien nach.‣ weiterlesen

Um digitale Zwillinge produktiv einzusetzen, muss das Zusammenspiel der Informationen aus Engineering, Shopfloor und Topfloor rund laufen. Mit dem SAP-Portfolio lässt sich dieser Digital Thread spannen, wie neue Geschäftsmodelle des Prozesstechnikherstellers Endress+Hauser belegen.‣ weiterlesen

Auch 2022 werden sich die IT-Systeme von Unternehmen weiterentwickeln. Oliver Rozić, Vice President Product Engineering bei Sage, weiß wie und welche Trends dabei eine Rolle spielen könnten.‣ weiterlesen

Die Bamberger Docufy hat im März 2021 die Instandhaltungssoftware Maintenance Manager auf den Markt gebracht. Das System soll Anlagenbetreibern helfen, ihre Regelwartung mit Maschinendaten so zu verknüpfen, dass eine vorausschauende und zeitoptimierte Wartung möglich wird. Zudem kommen Firmen mit dem Computerized Maintenance Management System einen großen Schritt weiter in Richtung Predictive Maintenance.‣ weiterlesen

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der Digitalisierung keine Spitzenposition, sondern tendiert eher zum Mittelfeld. So zumindest legt es eine Studie des Ifo Instituts nahe. Demnach sei nicht nur die Politik, sondern auch die Unternehmen selbst gefragt.‣ weiterlesen

Gerade betagte Bestandsmaschinen lassen sich oft nur schwierig an IT-Systeme anbinden. Für eine tiefe Integration müsste häufig sogar deren Automatisierungstechnik getauscht werden, was dann aus Kostengründen unterbleibt. Doch Edge-Boxen können selbst älteren Maschinen eine Menge Daten für Optimierungsprojekte und die Mitarbeitervernetzung entlocken.‣ weiterlesen

Kontron Electronics hat mit Wirkung zum 1. Dezember den Geschäftsbetrieb des EMS-Dienstleisters Ultraschalltechnik Halle (UST) übernommen. Ziel der Übernahme ist es laut Pressemitteilung, die eigene Kompetenz im Bereich Entwicklung und Produktion auszubauen.‣ weiterlesen

Bauteilschwingungen, die bei vielen Fertigungsverfahren entstehen, führen oftmals dazu, dass die Oberfläche des Werkstücks beschädigt wird. Darüber hinaus sind sie ein Grund für erhöhten Werkzeugverschleiß. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT hat gemeinsam mit Industriepartnern einen digitalen Zwilling entwickelt, mit dem Bauteilschwingungen bei der Fräsbearbeitung vorhergesagt werden können.‣ weiterlesen

Jacqueline Fechner ist neue General-Managerin für die DACH-Region bei DXC Technology und soll künftig die Geschicke des IT-Dienstleisters in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantworten.‣ weiterlesen

Ein Erfolgsfaktor für das Konzept des digitalen Zwillings ist, dass es sich entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts anwenden lässt. Bevor mittelständische Unternehmen seinen individuellen Nutzen erschließen können, müssen sie einige praktische Herausforderungen lösen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige