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Komplexe Liefernetzwerke steuern

Internationale Produktionsabläufe im Blick

Deutsche Industriegüter sind weltweit gefragt, und Unternehmen spannen internationale Produktionsnetzwerke. Innovative Software erlaubt es, auch komplexe Wertströme intuitiv zu modellieren und Kapazitäten zu maximieren, um flexibel auf Kundenbedarf zu reagieren.

Bild: Bosch Rexroth AG

Als einer der führenden Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnologien ist die Bosch Rexroth AG weltweit tätig. Im Jahr 2009 erwirtschaftete das Unternehmen mit mehr als 500.000 Kunden und 34.225 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro, 74 Prozent davon außerhalb Deutschlands. Dass die Nähe zu internationalen Kunden Teil des Erfolges ist, spiegelt sich in der Struktur des Produktionsnetzwerkes wider: Um lokale Kundenbedürfnisse unmittelbar wahrnehmen zu können, hat das Unternehmen seine Produktion auf 67 Fertigungs- und Customizing-Standorte in insgesamt 25 Ländern verteilt. Durch dieses komplexe Netzwerk, aber auch durch komplexe Produktionsanforderungen, ergeben sich Herausforderungen für die Kapazitätsplanung. Das Unternehmen reagiert darauf unter anderem durch den Einsatz einer neuen Software zur Unterstützung von Investitionsentscheidungen.

Der Markt verlangt Flexibilität

Bereits kurz nach dem internationalen Krisenjahr 2009 setzte eine spürbare Erholung der Weltwirtschaft ein. In unterschiedlichen regionalen Ausprägungen folgt nun auf einen starken Abschwung der ebenso schnelle Aufschwung. Dadurch schwankt der Bedarf in der globalen Industrie zunehmend. Betriebe, die sich im Wettbewerb durchsetzen wollen, müssen daher schnell auf Konjunkturphasen reagieren. Denn wer wachsenden Kundenbedarf nicht befriedigen kann, verliert Marktanteile. Doch je komplexer das Produktionsnetzwerk aufgebaut ist, um so herausfordernder gestaltet sich das flexible Agieren am Markt. Gerade für international aufgestellte Unternehmen gilt es daher, Transparenz im Netzwerk zu schaffen. Nur so lässt sich etwa erkennen, ob durch eine Verteilung der Produktion auf alternative Standorte Kapazitäten geschaffen werden können, oder in welchen Standorten Investitionen erforderlich sind, um ausgelastete Kapazitäten zu erweitern.

Komplexität in der Produktion

Doch Komplexität zeit sich heutzutage nicht nur im Liefernetzwerk, sondern auch in der eigentlichen Produktion. Komponentenlieferanten bieten eine Vielzahl von Produkten an, entsprechend komplex fällt die Produktion aus: Für viele Produkte sind alternative Arbeitspläne mit alternativen Maschinen und alternativen Ablaufabschnitten definiert. Für eine flexible Planung müssen daher auch die komplexen Wertströme in der Fertigung intuitiv modellierbar sein. Denn die Investition in Maschinen lohnt sich erst, wenn bestehende Kapazitäten nicht durch eine Umverteilung der Produktionsmengen besser genutzt werden können. Hinzu kommt, dass verschiedene Produktvarianten identische Ressourcen unterschiedlich auslasten, was wiederum eine optimale Verteilung der Produkte auf alternative Arbeitspläne erfordert. Investitionsentscheidungen im Netzwerk erfordern daher den schnellen Zugriff auf eine verlässliche Datenbasis.

Investitionen per IT absichern

Vor dieser Situation stand auch Bosch Rexroth: Das Unternehmen suchte eine Software-Lösung, um hohe Transparenz bei der Planung internationaler Produktionsnetzwerke zu erreichen. Gleichzeitig sollte die Lösung den Anwendern helfen, komplexe Logistikabläufe in bestehenden Netzwerken zu beherrschen. Dazu hat der Konzern im Rahmen eines umfassenden Industrial-Engineering-Konzepts das Programm ‚Aurelie‘ entwickelt. Der Name steht für ‚Advanced Utilization of Resources and Locations‘, die grafisch orientierte Planungs-Software dient der Modellierung komplexer Wertströme sowie der Kapazitätsmaximierung in internationalen Produktionsnetzwerken.

Im Ergebnis gestattet die Software-Lösung die objektive Ermittlung des Ressourcenbedarfs für Investitionsentscheidungen. Im Fokus steht dabei ein einfach zu erfassendes grafisches Modell, das vom Planer erstellt und anschließend optimiert wird. Basis der Entwicklung ist die Eclipse Rich Client Platform für Java. Der Einsatz dieser Technologie gestattet die einfache Einrichtung der Software in allen Unternehmensbereichen. Als nächsten Entwicklungsschritt plant das Unternehmen die Integration in die eigene Systemlandschaft, um Anwendern den direkten Zugriff auf aktuelle Stammdaten zu gestatten.


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