Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

IT-Systeme für den Anlagenbau

Große Projekte in der Unternehmenslösung abbilden

Förderanlagen im Bergbau gehören zu den größten Anlagen, die Menschen je errichtet haben. Sie können aus Zehntausenden von Einzelteilen entstehen. Ihre technischen Parameter werden in Maßeinheiten wie Meganewton oder Megawatt beschrieben. Das deutsche Traditionsunternehmen Siemag Tecberg plant, konzipiert und errichtet solche Anlagen in aller Welt. Um von der Konstruktionszeichnung bis zur Montage den Überblick zu behalten, setzt das Unternehmen auf eine umfassende Branchenlösung.



Bild: Siemag Tecberg

Die Historie von Siemag Tecberg geht bis auf das Jahr 1871 zurück. Aus dem Lieferanten für Bergbauzubehör hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts ein international aufgestellter Systemanbieter entwickelt – mit Kunden und Projekten in aller Welt. „Wir stellen zwar sehr große und schwere Geräte her. Aber wir sind trotzdem eine Manufaktur“, beschreibt Stephan Sartor, Geschäftsführer bei Siemag Tecberg, die Arbeitsweise des Unternehmens. Entsprechend hoch ist der Stellenwert von Stücklisten und Strukturplänen im Enterprise Resource Planning-System des Unternehmens. Zur Steuerung seiner komplexen Abläufe nutzt der Bergbauspezialist schon seit langer Zeit Microsoft Dynamics NAV. Zuletzt lief eine hoch spezialisierte und individuell programmierte Software auf Basis der Version 3.60.

Zum Firmenumzug ein neues System integriert

Als der Anlagenbauer per Management-Buy-Out eigenständig an den Markt ging, stellten sich gleich mehrere Herausforderungen: Denn Kunden, Mitarbeiter und Infrastruktur gingen zum eigenen Betrieb über, das Firmengebäude und die IT-Mitarbieter blieben jedoch Bestandteil des früheren Mutterkonzerns. So musste das Unternehmen gleichzeitig die Herausforderung bewältigen, ein neues Gebäude zu beziehen und eine IT-Landschaft zu etablieren. Ein Weiterbetrieb des alten Systems kam aus verschiedenen Gründen nicht infrage. Deshalb beschloss das Management, eine aktuelle Version von Microsoft Dynamics NAV einzuführen

So nah am Standard wie möglich

Dabei wollte das Unternehmen so nahe wie möglich am Standard bleiben. Dennoch war den Projektverantwortlichen des Anlagenbauers klar, dass es allein mit dem Funktionsumfang der Geschäftsanwendung nicht getan war. „Wir brauchten eine Branchenlösung, die unsere speziellen Anforderungen im Anlagenbau abdeckt“, schildert Sartor. Und die sind analog zu den Produkten des Unternehmens umfangreicher als der Durchschnitt. Eingeführt wurde schließlich die Branchenlösung Kumavision Factory des Software-Anbieters Kumavision. Von Projektbeginn an war klar, dass sich Individualprogrammierungen nicht völlig vermeiden lassen. Dabei galt die Regel: Nur wenn es keine andere Möglichkeit gibt, kommen die Programmierer zum Einsatz. Im Ergebnis konnte der Anwenderbetrieb zu 90 Prozent die Standards der Branchenlösung übernehmen.

Kostenkalkulation auf Grundlage abgeschlossener Projekte

Damit ist das Unternehmen in der Lage, fast den gesamten Workflow innerhalb der Lösung abzubilden. Lediglich Kalkulationen im Vorfeld eines Vertragsabschlusses berechnen die Mitarbeiter des Vertriebs mit Microsoft Excel-Werkzeugen. Dafür können sie jedoch Informationen aus ähnlichen Projekten aufrufen und in der Kalkulationsphase eines Projektes in die Berechnungen miteinbeziehen, insofern die abgeschlossenen Projekte genügend Ähnlichkeit haben, um Ableitungen in Hinblick auf die Risikoabschätzung und Kostenrechnung treffen zu können. Anschließend setzt wieder die Unterstützung der Unternehmenslösung ein: Sobald eine verbindliche Bestellung vorliegt, lassen sich Excel-Tabellen aus der Kalkulation mit Hunderten von Positionen automatisiert im System einlesen. Strukturpläne und Budgets werden automatisch angelegt.

Vorhandene Strukturen nehmen und überarbeiten

In der Phase des Anpassungsengineerings greifen die Konstrukteure auf die Pläne bereits gebauter Anlagen zurück, übernehmen teilweise vorhandene Strukturen, überarbeiten sie und fügen sie zu etwas Neuem zusammen. „Hier verlangen wir von unserem ERP-System ein außergewöhnlich hohes Maß an Flexibilität“, erläutert Sartor. Ein Standard hierfür ist nicht bekannt.“Es genügt uns nicht, eine Datenstruktur komplett per Copy und Paste zu übernehmen. Wir müssen die Struktur auf jeder Ebene verändern können.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickelt zusammen mit europäischen Partnern im Projekt QLSI eine skalierbare Technologie für Silizium-Qubits für Quantencomputer.‣ weiterlesen

Mit dem Strategiepapier ‘Cyber Security Design Principles‘ will die Open Industry 4.0 Alliance darüber informieren, wie Unternehmen das Thema Sicherheit von der Werkshalle bis zur Cloud umsetzen können.‣ weiterlesen

Mit ihren Systemen rund um Dämpfe, Gase und Ventile spielt die GEMÜ Gruppe weltweit in der ersten Reihe. Als digitaler Knotenpunkt dient das ERP-System PSIpenta. Dessen Module zur adaptiven Produktionsplanung- und Steuerung verhelfen dem Familienunternehmen über Werks- und Landesgrenzen hinweg zu fast hundertprozentiger Liefertermintreue.‣ weiterlesen

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.‣ weiterlesen

Aus dem Industrie-4.0-Barometer der Management- und IT-Beratung MHP geht hervor, dass sich die Position eines CIO in der Geschäftsführung positiv auf Umsetzung von Industrie-4.0-Ansätzen auswirkt.‣ weiterlesen

Durch die Pandemie und durch die Digitalisierung steigt der Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Wie die aktuelle CGI-Studie zeigt, können agile Unternehmen besser mit den damit verbundenen Herausforderungen umgehen.‣ weiterlesen

Das Internet der Dinge bringt physische und digitale Welten zunehmend zusammen. Schon längst geht es nicht mehr nur um die pure Vernetzung von Geräten, sondern um Systeme, die Menschen, digitale Lösungen und Objekte aus der realen Welt verknüpfen.‣ weiterlesen

Kooperationen mit Technologie-Startups bieten für etablierte Unternehmen Chancen, um die digitale Transformation zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch selbst wenn große Organisationen schon mit jungen Firmen kooperieren, nutzen sie das Potenzial dieser Zusammenarbeit oft kaum aus.‣ weiterlesen

231.000 offene Stellen weniger als im vierten Quartal 2019 verzeichnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der aktuellen Stellenerhebung. Demnach ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem dritten Quartal 2020 jedoch gestiegen.‣ weiterlesen

Die vermehrte Arbeit im Homeoffice reduziert die CO2-Emissionen, die beispielsweise durch Pendeln entstehen. Auf der anderen Seite steigt der Stromverbrauch zuhause. Wie dieser reduziert werden kann, zeigen Tipps der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung.‣ weiterlesen

Nach 90,3 Punkten im Januar ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar gestiegen. Die Unternehmen schätzen dabei nicht nur die aktuelle Lage besser ein sondern sind auch mit Blick auf die kommenden Monate weniger pessimistisch.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige