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IT-Einsatz bei hybriden Produktionsprozessen

Prozessabläufe und diskrete Fertigung im Einklang

Bei der Herstellung von Zahnersatz, Kronen und Brücken kommt eine hohe Anzahl von Einzelschritten zum Tragen. Entsprechend sind die Fertigungs- und Unternehmensabläufe bei Wieland Dental + Technik und den Schwesterunternehmen Wieland Dental Ceramics und Wieland Edelmetalle in eine tiefgreifende Wertschöpfungskette mit unterschiedlichen Fertigungsarten eingebettet. Diesen komplexen Prozessen muss auch die Unternehmenssoftware Rechnung tragen.

Bild: Wieland Edelmetalle

Von der Edelmetallschmiede über Zahntechniksysteme bis zu technischen Werkstoffen verarbeitet die Wieland-Gruppe Edelmetalle zu einer Vielzahl unterschiedlicher Produkte. Als bedeutender Anbieter dentaler Systemlösungen steht Wieland Dental + Technik aus Pforzheim mit großer Tradition seit 1871 für den Fortschritt in Zahnmedizin und Zahntechnik. Mit mehr als 200 Mitarbeitern bietet das Unternehmen ein breites Angebotsspektrum von der CAD/CAM-Technologie für das Fräsen und Modellieren von Zahnersatz über Dentallegierungen und Verblendkeramiken bis zur Galvanotechnik zur Erstellung besonders stabiler Restaurationen. Die Schwesterfirma Wieland Edelmetalle stellt technische Werkstoffe, Hartlote und Galvanoprodukte zur Oberflächenbehandlung sowie hochwertige Vorlegierungen für die Industrie her. Dabei werden viele Rohstoffe in der Scheideanstalt aus angeliefertem Schrott, Abwasser oder Zahnersatz recycelt und in Metallkonten verwaltet.

Verteilte Geschäftsprozesse per IT harmonisieren

Um dem Wachstum der letzten Jahre und der damit verbundenen Reorganisation des Unternehmens gerecht zu werden, war es nötig die verschiedenen IT-Systeme im Unternehmen auf eine einheitliche Plattform zu bringen. Nur so konnte der Transformationsprozess sicher gesteuert und flexibel gestaltet werden. Bislang benutzte man je eigene Systeme für die Finanzbuchhaltung, die Warenwirtschaft, eins für die Qualitätssicherung und das Abwassermanagement sowie für die Faktura und die Außenlager. „Diese Vielzahl von Systemen stand einer einheitlichen Unternehmenssteuerung im Weg“, sagte Friedrich Karle, Geschäftsführer bei Wieland Dental + Technik. Doch ein System zu finden, welches allen Anforderungen aller Unternehmensbereiche gerecht wird, war nicht leicht.

Vom Fräs-Automaten bis zum Legierungsrechner

Wieland liefert Fräsautomaten und Materialien für die Erstellung der Zahnprothesen aus einer Hand. Daher wird in den Unternehmen sowohl in diskreter Fertigung als auch in Chargen nach Rezepturen gefertigt. Bei der Herstellung der Fräsautomaten wird mit Stücklisten gearbeitet, zudem unterstützt ein Lohnfertiger die Firmengruppe, der zum Teil mit Beistellungen arbeitet und bei Bedarf auch selbst Materialien einkauft. Bei der Bearbeitung des von Wieland Dental Ceramics gefertigten Keramikmaterials wird die angelieferte Rohmasse gepresst und gehärtet und im Anschluss vermessen. Die fertigen Päckchen werden vor der Auslieferung mit einem RFID-Tag versehen, der auch Informationen zum chargenspezifischen Schrumpfungsfaktor der Keramik enthält. Auf Basis der Daten auf dem Funketikett können die Fräsautomaten im Zahntechniklabor später exakt bemaßte Prothesen herstellen und brennen.

Für metallische Prothesen wiederum müssen Edelmetalllegierungen hergestellt werden. Die Verbundstoffe entstehen im Verlauf komplexer Arbeitsvorgänge, die von einem Legierungsrechner unterstützt werden. Das System disponiert die auf Lager befindlichen Legierungen und Metalle nach betriebswirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten. Auch Galvanikprodukte für die Oberflächenbehandlung des Zahnersatzes werden im eigenen Werk nach chemischen Rezepturen gefertigt. Schließlich entstehen Kuppel- und Abfallprodukte sowie Abwässer, die fachgerecht aufbereitet, recycelt oder entsorgt werden müssen.


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