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Intralogistik & Lager

Plattform steuert Montieren und Kommissionieren

Suchen, greifen, bringen: Beim Kommissionieren von Bauteilen für Montagezwecke gibt es in aller Regel viel Spielraum für Fehler. Beim Flugzeugbauer Airbus in Hamburg wurden Montagelager mit Pick by Light-Anzeigen und Regalleuchten ausgerüstet. Unterstützt werden die Kommissionierer bei ihrer Arbeit nun auch durch eine Software-Plattform der Firma Armbruster Engineering aus Bremen, die Mitarbeitern im Lager optimierte Wege vorschlägt und so einiges an Zeit einzusparen hilft.

Bild: Airbus

Am Hauptsitz von Airbus Deutschland, im Werk Hamburg, findet die Endmontage des Flaggschiffs A380 und der A320-Mittelstreckenflugzeuge statt. Für die Ausrüstungsmontage werden rund 950 Bauteile benötigt, die aus sogenannten Freestock-Lagern in Sortimentskästen bereitgestellt werden müssen. Diese Kommissionierung galt es zu vereinfachen, abzusichern und zu dokumentieren. Armbruster Engineering hat für den Flugzeubauer eine entsprechende Lösung enwickelt und installiert.

Komplettlösungen für produzierende Unternehmen

Das Unternehmen plant, erstellt und betreut weltweit Komplettlösungen für produzierende Unternehmen. Die Lösungen umfassen alle Produktionsformen der manuellen Montage und werden aus einer Hand geliefert, mit allen Betriebsmitteln und der eigenen ELAM E4-Plattform zur Lenkung und Steuerung der Arbeitsprozesse. Die Lösung unterstützt Anwender vom Auftragseingang bis zum Versand mit visuellen Arbeitsanweisungen interaktiv und rückverfolgbar. Das System zur elektronischen Linienanbindung für Montageanlagen (ELAM) kontrolliert und überwacht die Ausführungen in einzelnen Prozessschritten der Montage und bewertet diese fortlaufend. Ein Fortsetzen nach jedem Schritt ist nur dann möglich, wenn der Vorgang in Ordnung war. Gleichzeitig wird eine umfassende Datenbasis in Form einer Produktlebenslaufakte angelegt, mit der eine Rückverfolgbarkeit der Produkte aufgebaut wird, die den Produktionsprozess dokumentiert und bei der Prozessoptimierung hilft. An den jeweiligen Arbeitsstationen unterstützt eine interaktive Bildschirmführung die Arbeit und informiert die Werker über die auszuführenden Prozesse. Insbesondere Tätigkeiten mit hohem Fehlerpotential können auf diese Weise genau beschrieben und assistiert werden. Der ELAM-Assistent wurde konsequent als aktive Schritt-Steuerung mit zuschaltbarer Grafik entwickelt. Der Clou dabei: Mit einem intuitiven Editor können die Kunden ihre Abläufe jeweils selbst definieren und anpassen.

Im Lager bei Airbus werden die Mitarbeiter mit Lichtern zu den Fächern geführt. Der Projektleiter bei Airbus sagt, dadurch sei die Fehlerzahl gesunken und neue Mitarbeiter ließen sich schneller anlernen. Bild: Armbuster Engineering GmbH & Co. KG

Kommissionierung mit System

Aber vor jeder Montage gilt es, die richtigen Teile bereitzustellen. Diese Kommissionierung muss meistens manuell erfolgen. Sie ist aufwendig und oftmals eine Fehlerquelle. Eine solche Aufgabe kann durch die ELAM-Plattform mit Hilfe von elektronisch angebundenen Geräten, wie Handdatenterminals und beleuchteten Fachanzeigen, deutlich erleichtert und abgesichert werden. Aus der Stückliste abgeleitete Teilarbeitsfolgen führen dazu, dass Abgriffoperationen durch Pick by Light-Systeme angezeigt und überwacht werden können, so dass Bauteilverwechslungen vermieden werden. Pick by Light- und Pick to Light-Verfahren bezeichnen papierbeleglose Verfahren, bei dem ein Werker via Lichtsignalen durch einen Kommissioniervorgang geleitet wird. Vorteile von Pick by Light-Systemen können unter anderem verringerte Suchzeiten, direkte Rückmeldung an das Lagerverwaltungssystem, Quittierung der Entnahme und Korrektur bei Fehlbestand sein. Des Weiteren hilft das System, Pickfehler zu reduzieren, wodurch wiederum weniger Retouren anfallen, sich Auftragsdurchlaufzeiten verkürzen und eine höhere Produktsicherheit erzielt werden kann. Durch die extrem kurzen Anlernzeiten ist auch eine hohe Personalflexibilität möglich.

Pick by Light bei Airbus

Bei Airbus in Hamburg wurden zwei Lagerbereiche mit insgesamt 28 Regallagern mit Pick by Light-Anzeigen sowie Regalleuchten ausgerüstet. Das System führt die Kommissionierer zügig mit Lichtsignalen dorthin, wo Waren entnommen werden sollen. Darüber hinaus wurden alle Sortimentskästen mit einem Barcode versehen, der mit Handdaten-Terminals abgescannt wird. So ist genau nachverfolgbar, welche Bauteile entnommen werden – und Fehler werden sofort angezeigt. Das System erlaubt dabei die Ermittlung der optimalen Route für die Entnahme der geforderten Bauteile. Am Bedienrechner können Aufträge eingesehen, Auswertungen vorgenommen und Routen optimiert werden. Die Anlage wurde innerhalb von drei Monaten komplett geliefert, aufgebaut, programmiert und in Betrieb genommen.

Teile lassen sich leichter finden

Die Teilefindung ist jetzt wesentlich leichter, Fehlerquellen sind weitgehend ausgeschlossen. H. Grundke, Projektleiter der Airbus Operations GmbH sagt: „Im Rahmen des Projektes ist es gelungen, die Anzahl der fehlerhaften Kommissionierungen zu reduzieren. Darüber hinaus konnten wir aufgrund der Pick by Light-Installation die Anlernzeiten neuer Mitarbeiter deutlich verkürzen. Als nächster Schritt soll auch die Bestückung des Freestocks mittels Put to Light eingeführt werden.“ Die Anlage ist sowohl optisch als auch funktional ansprechend gestaltet und wird gerne Besuchern von Airbus vorgeführt.


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