Anzeige
Anzeige
Anzeige

Integriertes Service-Management

Vom Wartungsplan bis zur Geräteakte

Beitrag drucken

Bild: Oxaion
„Der Maschinenbauer muss sich über den gesamten Produktlebenszyklus für die verkaufte Maschine verantwortlich fühlen, und der Kunde kann damit wertschöpfend fertigen.“ Manfred Schultis, Senior-Berater bei Oxaion

Planungswerkzeug für den Einsatz mobiler Monteure

Ein Beispiel dafür, wie sich integrierte Service-Abwicklung umsetzen lässt, bietet die Jöst GmbH & Co. KG: Früher hatte der Maschinen und Anlagenbauer eine Insellösung dafür im Einsatz. Mit der ERP-Software des Ettlinger Softwarehauses und dem integrierten Service- Modul hat sich der Kundendienst deutlich verbessert. „Wir können schneller reagieren und unsere Außeneinsätze wirtschaftlicher organisieren”, sagt IT-Leiter Volker Grothaus. Als ein international führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Schwingungstechnik konstruiert und fertigt Jöst Maschinen, Antriebe und Anlagen zum Fördern, Sieben, Dosieren sowie zur thermischen Aufbereitung von Schüttgut. Zentrales Werkzeug im Servicemanagement des Unternehmens ist die integrierte grafische Personaleinsatzplanung von Oxaion. Das Grundprinzip: Anhand grafischer Balken entlang des Zeitstrahls visualisiert das Software-Werkzeug die Serviceeinsätze.

Die Serviceleitung bei dem Maschinenbauer ist so jederzeit informiert, welche Monteure im Moment wo beschäftigt, für welche zukünftigen Aufträge sie bereits eingeplant und welche Kapazitäten noch frei sind. Auf dieser Grundlage kann die Leitung neu hinzukommende Serviceaufträge übersichtlich einplanen, bereits geplante Einsätze gegebenenfalls umplanen und den Aufträgen die entsprechenden Ressourcen wie Monteure und Material zuordnen. Dafür, dass sich die Servicefälle in Form eines Einsatzbalkens in der grafischen Plantafel niederschlagen, sorgt das durchgängige Gesamtsystem: Es meldet nötig gewordene Einsätze an das Servicemanagement weiter und führt sie dort zusammen − beispielsweise aus dem Verkauf.

Erfasst dieser den Kundenauftrag für eine Maschine oder Anlage in der Unternehmenssoftware, lässt sich direkt daraus ein Auftrag für die Montage generieren. Dieser erscheint dann zunächst als ungeplanter Einsatz im Service- Modul der ERP-Software. Einmal täglich sichtet die Serviceleitung von Jöst alle noch ungeplant anstehenden Aufträge und disponiert sie. Mit Hilfe der grafischen Einsatzplanung erkennt das Serviceteam dabei auf einen Blick, ob die Ressourcen vorhanden sind beziehungsweise welche Umplanungen gegebenenfalls erforderlich und möglich wären. Plant die Leitung den Auftrag ein, erzeugt die Software automatisch einen entsprechenden Balken in der grafischen Plantafel. „Weil die Daten immer aktuell sind, können wir viel schneller reagieren und haben eine wesentlich höhere Transparenz bei der Einsatzplanung im Service”, sagt IT-Leiter Volker Grothaus. Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei der Ausstattung der Monteure mit Informationen: Direkt aus ihren Service-Aufträgen heraus erhalten die Mitarbeiter unterwegs und vor Ort schnell Zugriff auf die Stücklisten und verbauten Teile der Anlage oder Maschine.

 

Das Auftragsstücklistenarchiv als zentrale Datenquelle

Sämtliche Bauteile, die zu einer Maschine gehören, lassen sich im Auftragsstücklistenarchiv von Oxaion ERP ablegen. Die Daten des originären Auslieferungszustandes können beispielsweise aus den Stammstücklisten und Fertigungsauftragsstücklisten ins Archiv gelangen. Ist die Maschine oder Anlage beim Kunden montiert, lassen sich Maschinenprojekte samt Auftragsstücklisten in das Auftragsarchiv spiegeln. Auf diese Weise lassen sich Teile bis hinunter zur einzelnen Schraube nachvollziehen, aber auch Teiletausch bei Reparaturen oder Umbauten dokumentieren. Das Archiv kann damit auch als Grundlage für technische Dokumentation in Papierform, CD oder DVD sowie die Ersatz- und Verschleißteilbeauskunftung und die Belieferung dienen. Über das zugehörige Webportal können Anwender zudem ein Online- Auskunfts- und Bestellsystem für ihre Kunden einrichten.

Stücklistenarchiv unterstützt Fertigung und Service




Bild 5: Jöst konstruiert und fertigt Maschinen und Anlagen zur Aufbereitung von Schüttgut. Im Service-Management setzt der Anlagenbauer auf integrierte ERP-Software. Bild: Oxaion

Wie das in die ERP-Lösung integrierte Stücklistenarchiv den Service unterstützt, zeigt sich am Beispiel der Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co. aus Hardheim. Eirich fertigt Maschinen und Anlagen zur Aufbereitung von Rohstoffen. Die Schwerpunkte liegen beim Mischen, Granulieren, Trocknen und Feinmahlen. Alle Maschinen und Komponenten werden individuell nach Kundenanforderungen konstruiert und hergestellt. Mit einem 24-Stunden-Service unterstützt Eirich höchste Laufzeiten der Maschinen. Denn bei großen Mischanlagen kann eine Stunde Betriebsausfall viel Geld kosten. Steht beispielsweise ein Eirich-Mischer in der Gießerei eines Automobilherstellers, lassen sich kurzzeitige Stillstände zwar noch auffangen, bei längerem Ausfall steht die gesamte Gießerei. Da ist es wichtig zu wissen, was wann wo verbaut wurde. Einen großen Vorteil bietet hier das Auftragsstücklistenarchiv des ERP-Systems: Sämtliche Bauteile, die zu einer Maschine gehören, sind dort archiviert. Die Daten gelangen größtenteils aus den Stammstücklisten und Fertigungsauftragsstücklisten ins Archiv. Das Stücklistenarchiv ist neben der Fertigung auch für den Kundenservice von Eirich wichtig. Damit lassen sich sämtliche Teile bis hinunter zur einzelnen Schraube nachvollziehen.

Nachbetreuung und Ersatzteilgeschäft im Blick

Ist die Maschine oder Anlage beim Kunden montiert, werden alle Maschinenprojekte samt Auftragsstücklisten in ein Auftragsarchiv gespiegelt. Über das Archiv lässt sich der Teiletausch bei Reparaturen oder Umbauten nachvollziehbar dokumentieren: Schnell ist so ermittelt, wann welche Bauteile ausgetauscht bzw. ergänzt worden sind. Damit stehen dem Service von Eirich die Informationen zur Verfügung, die er für die Nachbetreuung und das Ersatzteilgeschäft benötigt. Bei Umbauten und beim Austauschen von Teilen vor Ort beim Kunden wird die neue Teilenummer für das entsprechende Bauteil im Auftragsstücklistenarchiv eingepflegt; der interne Servicetechniker bucht das Teil für seinen Wartungsauftrag direkt in der ERP-Software. Die alte Teilenummer wird gelöscht, bleibt aber in der Historie nachvollziehbar. Der Kunde erhält anschließend von Eirich die aktuelle Dokumentation zu dem Bauteil.


Das könnte Sie auch interessieren:

Google Cloud und Siemens wollen im Rahmen einer Partnerschaft und unter Einsatz von KI-Technologien Fertigungsprozesse verbessern.‣ weiterlesen

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom April 2021 um 5,9 Punkte und liegen damit bei 70,7 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit November 2020. Laut ZEW liegen die Erwartungen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.‣ weiterlesen

Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Unternehmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial IoT-Technologien. Zu diesen Ergebnissen kommt eines Studie des IIoT-Spezialisten Relayr, die unter 200 Entscheidern aus der Fertigungsindustrie in Deutschland im Sommer 2020 vom Marktforschungsunternehmen Forsa durchgeführt wurde.‣ weiterlesen

Damit die anspruchsvollen Maschinen von Heidelberger Druckmaschinen nicht ungeplant ausfallen, bietet das Unternehmen die Software Maintenance Manager zur vorausschauenden Wartung an. Jetzt hat Tochterunternehmen Docufy das Tool hinter der Lösung als White-Label-Angebot auf den Markt gebracht.‣ weiterlesen

Im Rahmen einer Partnerschaft wollen T-Systems und GFT gemeinsame Lösungen für die Fertigungsindustrie anbieten, mit denen Fehler in der Produktion schneller erkannt werden können.‣ weiterlesen

John Abel wechselt von Veritas zu Extreme Networks, wo er künftig die Position des CIOs wahrnehmen wird.‣ weiterlesen

Nach fünf Messetagen ging am Freitag die Hannover Messe zu Ende. Insgesamt 90.000 Teilnehmer haben sich für die digitale Edition der Industrieschau registriert. Auch ohne Präsenzveranstaltung zog die Deutsche Messe ein positives Fazit. Ein Ersatz sei die digitale Messe jedoch nicht, so Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. Die nächste Messe soll als Hybridveranstaltung teilnehmen.‣ weiterlesen

Produzierende Unternehmen brauchen Transparenz über Zusammenhänge, über Kosten und Erträge und die Prozessqualität. Business Intelligence ist die Antwort der Softwareanbieter für dieses Problem. Für SAP S/4Hana-Anwender könnte dafür insbesondere die SAP Analytics Cloud interessant sein.‣ weiterlesen

Seit gut eineinhalb Jahren betreibt Simus Systems eine Online-Plattform, auf der Auftraggeber und Auftragnehmer die Metallbearbeitung von Bauteilen kalkulieren - und das Interesse am Tool ist rege. Anwender laden ihr CAD-Modell hoch und erhalten eine valide Vorkalkulation des geplanten Bauteils.‣ weiterlesen

Erst die Interoperabilität von Maschinen und Anlagen ermöglicht Unternehmen die Teilhabe an neuen digitalen Strukturen und ist Grundvoraussetzung für neue digitale Geschäftsmodelle. Durch interoperable Schnittstellen können neue Maschinen effizienter integriert werden. Die VDMA-Studie ‘Interoperabilität im Maschinen- und Anlagenbau‘ zeigt die Relevanz von interoperablen Schnittstellen und dazugehörigen Standards in den Unternehmen.‣ weiterlesen

Im Gewerbebau gehört ein differenziertes Zutrittsmanagement zum Standard der meisten Ausschreibungen. Für Betriebe lohnt es, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn die Infrastruktur sollte später neue Anforderungen im Besuchermanagement ohne hohe Mehrkosten abbilden können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige