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Hallenübergreifendes Produktionsmanagement

Die Technische Informationssysteme GmbH hat Mitte Oktober 2013 ihre neue Software für Fertigungsmanagement und Prozessverfolgung der Öffentlichkeit vorgestellt. Das mit dem Start der Kunststoffmesse K verfügbare System adressiert die Bedürfnisse von Kunststoff- und Spritzgussherstellern. Die Lösung zur Überwachung großer Maschinenparks lässt sich aber auch in anderen Branchen einsetzen, etwa in Automotive- und Medizinindustrie sowie in der diskreten Fertigung.



Übersichtliche Darstellung von Produktionskennzahlen mittels des neuen Production Monitors. Bild: T.I.G. Technische Informationssysteme GmbH

Auf der Kunststoffmesse K stellte der Softwareanbieter Technische Informationssysteme GmbH (T.I.G.) vom 16. bis 23. Oktober 2013 das Nachfolgesystem seiner Software ‚Manufacturing Manager‘ erstmals der Öffentlichkeit vor. Nach über zweieinhalb Jahren Entwicklungszeit startet parallel zu der Industrieausstellung die Vertriebsfreigabe und Markteinführung des grundlegend überarbeiteten Manufacturing Execution-Systems (MES). Den Produktnamen wird die Geschäftsführung des Software- und Beratungshauses erst anlässlich der offiziellen Präsentation auf der Messe in Düsseldorf und zum 20-jährigen Firmenjubiläum bekannt geben. Das Ziel bei der Entwicklung der neuen Lösung bestand darin, eine leistungsfähige Anwendung zu generieren, mit der mehrere hundert Maschinen vernetzt sowie Betriebs-, Produktions- und Prozessdaten erfasst, visualisiert und ausgewertet werden können. Somit kann die Produktion in mehreren Hallen mit nur einer installierten Systeminstanz gesteuert beziehungsweise überwacht werden. Dazu wurde die Plattform der neuen Produktgeneration auf aktuelle Microsoft-Technologie migriert; das Unternehmen setzt dabei auf .NET, C“, Windows Presentation Foundation (WPF) und Windows Communication Foundation (WCF). Gleichzeitig wurde die Lösung um neue Funktionen für Rückverfolgbarkeit und Simulation erweitert. Im Fokus stand neben der Überarbeitung der Systemarchitektur auch die Entwicklung einer neuen Bedienoberfläche sowie ein einfacher Installationsprozess. Um Daten per Smartphone oder Tablet-PC abzurufen, werden Cloud- und Webanwendungen unterstützt.

Neue Funktionen für Rückverfolgung und Alarme

Die Traceability-Funktionen der Software gestatten dem Anwender nun, produktionsrelevante Informationen bis zu jedem einzelnen hergestellten Produkt zurückzuverfolgen. Speziell in der Medizin- und Automotive-Industrie entwickelt sich dies immer mehr zur Notwendigkeit. Im Falle einer Produktrückrufaktion stehen die benötigten Daten so im System zur Qualifizierung ‚auf Knopfdruck‘ zur Verfügung. Die Erfassung und Auswertung der Maschinendaten erfolgt in Echtzeit. Dies ermöglicht es, auf Änderungen im Produktionsablauf zeitnah zu reagieren. Wichtige unternehmerische Entscheidungen können auf diese Weise umgehend anhand konkreter Zahlen getroffen werden. In den Modulen ‚Planning‘ und ‚Monitoring‘ wurde zusätzlich die Funktion der Energieoptimierung aufgenommen, damit Einsparungen auch unter Berücksichtigung des Ressourcenverbrauchs umgesetzt werden können. In Kooperation mit den Spritzgießmaschinen-Herstellern Engel, Haitian, Kraussmaffei und Sumitomo Demag wurden Funktionen entwickelt, um das Arbeiten auf der Automatisierungsebene komfortabler zu gestalten: Im Setup Viewer und Änderungslogbuch kann zum Beispiel online nachgesehen werden, wann und wo Änderungen der Sollwerte an den Maschinensteuerungen durchgeführt wurden. Außerdem verfügt die Software über selbstlernende Prozessparameter und Alarme: Werden von der Maschine Werte oder Warnungen an das MES übermittelt, die bisher noch nicht definiert oder bekannt waren, dann vergibt die Lösung neue Prozess- und Alarmdefinitionen. Diese automatisch angelegten Parameter können bei Bedarf vom Anwender bearbeitet werden.



Der Optimierungs- und Simulationsalgorithmus verplant Aufträge nach verschiedenen Kriterein. Bild: T.I.G Technische Informatinssysteme GmbH

Fertigungssimulation nach verschiedenen Kriterien

Der ebenfalls neu entwicklte ‚Optimizer‘ dient dazu, Produktionsaufträge nach Kriterien wie Energiekosten der Produktionseinrichtung, Rüstzeiten, Lagerhaltung oder Termintreue zu optimieren und zu verplanen. Dazu kommt ein parametrierbarer Optimierungs- und Simulationsalgorithmus zum Einsatz, der seine Ergebnisse direkt in der grafischen Plantafel visualisiert. Je nach Fertigungsphilosophie kann mit der Software kosten-, energie-, rüstzeiten-, oder durchlaufzeitenoptimiert gefertigt werden. Anhand von Kennzahlen können die Optimierungsergebnisse anschließend in Form eines ‚Key Performance Index‘ (KPI) auf ihre Güte hin verglichen werden. Die Funktion dient dazu, Produktionskosten durch das Ermitteln von Effizienzpotenzial zu senken und so die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Gleichzetig erhält der Produzent ein Werkzeug an die Hand, um auf kurzfristige Nachfrage- und Ressourcenschwankungen in Echtzeit reagieren zu können.

OEM-Vertrieb als neues Geschäftsmodell

Das Unternehmen stellt die neue Lösung live auf der K 2013 auf den Ständen seiner Partner Hahn Enersave in Halle 11/G63, Haitian in Halle 15/A41, KraussMaffei in Halle 15/C24 sowie Sumitomo Demag in Halle 15/D22 vor. Mit der neuen Produktgeneration startet der Anbieter auch den OEM-Vertrieb mit dem Spritzgussmaschinenhersteller Engel als Reseller. Bis dato wurden Projekte immer direkt mit Endkunden des Softwarehauses abgewickelt. Engel bietet das MES als Add-on zu seinen Maschinen unter dem Namen e-factory 2 ‚powered by T.I.G.‘ auf der K 2013 in Halle 15, Stand B42 und C58 an.


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