Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Gemeinsame Sache machen

Entwicklung und Produktion verbinden

Klassische Lösungen für Product Lifecycle Management sind optimiert für die Verwaltung und Steuerung aller Vorgänge, die mit einem Produktentstehungs- und Fertigungsprozess verbunden sind. Entsprechende Werkzeugunterstützung wird von namhaften Unternehmen angeboten und hat einen hohen Reifegrad erreicht. Erst langsam erkennt man aber, dass die Verknüpfung dieser IT-Umgebungen mit 'benachbarten' Domänen im Unternehmen weiteres Potenzial für die Optimierung betrieblicher Abläufe beinhaltet.




Bild: IBM

Als Schnittstelle zwischen Produktlebenszyklusmanagement (PLM) und anderen Fachbereichen kristallisiert sich besonders die Verbindung zur Forschung und Entwicklung als kritisch für den Erfolg heraus. Dabei kann das durchgängige Management der Anforderungen von Kunden und Märkten eine entscheidende Rolle für die Akzeptanz des Produktes spielen – und damit eine wichtige Grundlage für das Erzielen dauerhafter Wettbewerbsvorteile darstellen. Idealerweise sind dabei die Anforderungen an das Produkt über den gesamten Lebenszyklus von Entwicklung und Produktion transparent und nachverfolgbar. Dies gelingt nur, indem man allen beteiligten Diszplinen eine gemeinsam nutzbare Plattform bietet, auf die Experten aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise Produktmarketing, System- und Softwareentwicklung, Maschinenbau sowie Elektonik und Elektrik zugreifen können.

Die Entstehung von Software und Systemen ist geprägt von der Notwendigkeit der Zusammenarbeit und Kommunikation in zwei Dimensionen: ‚horizontal‘ über die verschiedenen Phasen und Iterationen des Entstehungsprozesse hinweg und ‚vertikal‘ über alle Projektbeteiligten aus verschiedenen Spezialistenteams und anderen Unternehmensbereichen, die in das Projekt eingebunden werden müssen. Mit den Software-Werkzeugen, die oft unter dem Begriff Lifecycle Management zusammengefasst werden, verbindet man die Projektphasen und die beteiligten Teams über das ganze Unternehmen hinweg. Es entsteht eine Art Infrastruktur für den automatischen Austausch von Informationen und für die Synchronisation von Projektdaten über das gesamte Projektteam. Typische Disziplinen, die erfolgreiche Projekte kennzeichnen, sind

  • Anforderungsmanagement inklusive der durchgängigen Verfolgbarkeit von Anforderungen über die verschiedenen Realisierungsstufen bis hin zum Test
  • Änderungsmanagement inklusive der Möglichkeit, für die Änderung an Anforderungen einen konsistenten und nachvollziehbaren Prozess zu bieten
  • Qualitätsmanagement und Test, inklusive der Rückmeldung bis zu den Anforderungen

Dem Anforderungsmanagement kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu als Steuerungsinstrument für das Entwicklungsprojekt. Diese Disziplin unterstützt Designentscheidungen unter Berücksichtigung von Marktdaten und Trends und stellt sicher, dass das entstehende Produkt genau die Eigenschaften und Fähigkeiten mitbringt, die das höchste Marktpotenzial haben – und die den spezifischen Kundenbedürfnissen entsprechen.

Informationsfluss zwischen Prozessbereichen etablieren

Schon innerhalb des reinen Entwicklungsvorgangs zahlreicher heutiger komplexer Produkte finden sich in der Praxis noch häufig große Synchronisationsschwierigkeiten zwischen den Entwurfsprozessen für die Mechanik, Elektronik und Steuerungssoftware. Hier wird oft in verschiedenen ‚Fachsprachen‘ gesprochen, und das gegenseitige Prozessverständnis lässt zu wünschen übrig. Anforderungen werden gerade an den Schnittstellen zu benachbarten Prozessbereichen oft unterschiedlich interpretiert. Methodiken, wie die Abhängigkeiten der einzelnen Entwicklungsschritte in den unterschiedlichen Disziplinen besser miteinander abgestimmt und durchgängig dokumentiert werden können, sind noch recht rudimentär und setzen sich nur langsam in der Praxis durch.

Erfolg versprechen hier neue Ansätze wie eine Initiative der TU Darmstadt, der eine Erweiterung des aus dem Systems Engineering bekannten ‚V-Modells‘ in Richtung eines sogenannten W-Modells darstellt, durch das eine zweistufige virtuelle und physische Absicherung des Systemverhaltens möglich wird. Erst recht wird dazu eine domänenübergreifende, frühzeitige und kontinuierliche Abstimmung zwischen Entwicklung und Produktion unverzichtbar, um schlummernde Effizienzpotenziale zu heben. Denn auch hier gibt es heute stark fragmentierte und arbeitsteilige Vorgehensweisen, die zu zeit- und kostenaufwändigen Iterationen führen.

Eine permanente Synchronisation zwischen den Domänen hat den Vorteil, dass der Zugang zu Anforderungen und anderen Entwicklungsartefakten unternehmensweit für alle Beteiligten rollenspezifisch ermöglicht werden kann, bis hin zu Lieferanten und Kunden, falls erforderlich. Damit wird beispielsweise eine Änderung an stücklistenrelevanten Eigenschaften durch das Entwicklungsteam praktisch sofort im Produktionsbereich sichtbar und kann bearbeitet werden. Umgekehrt können Änderungsanforderungen, die sich aus dem Produktionsablauf ergeben, sofort in den Entwicklungsbereich zurückfließen und dort entsprechend berücksichtigt werden. So kann unter anderem sichergestellt werden, dass jede Komponente das vorgegebene Bedarfs-, Funktions- und Kostenprofil einhält und dass gleichzeitig die Kompatibilität mit der Lösung als Ganzes erhalten bleibt.


Das könnte Sie auch interessieren:

In digitalen Produktions- und Geschäftsprozessen nutzen Unternehmen in immer stärkerem Maße intelligente Automatisierungssysteme. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die Robotic Process Automation, kurz RPA, ein. Mit diesen Softwarerobotern können zeitraubende Aufgaben etwa im Service beschleunigt werden. Dabei muss die Entwicklung einer RPA-Lösung nicht einmal lange dauern.‣ weiterlesen

Viele Produktionsräume müssen besonders sauber gehalten werden. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Dresden hat für Reinigungsaufgaben in Industrieumgebungen kürzlich zwei Varianten eines modularen Reinigungsroboters entwickelt.‣ weiterlesen

Die Lage ist paradox: Die einen verdammt das Virus zur Untätigkeit, weil Lieferketten reißen, Aufträge ausbleiben, Quarantäne ansteht – oder gar der Betrieb geschlossen ist.‣ weiterlesen

Autoneum CZ verfolgt das Ziel, alle Logistikprozesse zu digitalisieren. Auf dem Weg dorthin wurde im Jahr 2019 die Produktionsplanung digitalisiert. Die hohen Anforderungen erfüllt das Advanced Planning and Scheduling-System von Asprova.‣ weiterlesen

Das Ludwigshafener Softwarehaus Fasihi hat ein digitales Assistenzsystem ins Programm genommen. Es unterstützt Mitarbeiter in der Produktion durch die Anzeige von Dokumenten wie Handbücher, Anleitungen, Betriebs- und Verfahrensanweisungen oder auch Informationen aus Modulen wie einer Gefahrstoffdatenbank.‣ weiterlesen

Die FOG Software Group will mit der Übernahme von Facton ihr Portfolio an Softwarelösungen für die intelligente Fertigung ausbauen.‣ weiterlesen

Eplan startet mit der Gründung eines neuen Partnernetzwerks in das neue Jahr. Durch den Austausch der Partner soll unter anderem die Integration unterschiedlicher Systeme vereinfacht werden.‣ weiterlesen

Am Unternehmenshauptsitz von Dyer Engineering laufen bis zu 1.000 Aufträge gleichzeitig ab, bis zu 5.000 Komponenten sind dafür im Umlauf. Wer da auf technische Unterstützung verzichtet, verliert schnell den Überblick und riskiert Stillstände und Zusatzaufwand. Gelöst hat die Firma dieses Problem mit einer Asset-Tracking-Lösung auf Bluetooth-Basis.‣ weiterlesen

Mit der Übernahme des US-Unternehmens Diversified Automation will Leadec seine Präsenz in Nordamerika stärken.‣ weiterlesen

Wer bei der SMS Group in Hilchenbach wirklich alle Maschinendaten in die MES-Software integrieren will, muss bis zu 30 Jahre alte Steuerungen zum Reden bringen. Wie das geht, wussten die Mitarbeiter des Metallspezialisten zwar. Aus Zeitgründen erhielt jedoch der Dienstleister Schmid Engineering den Auftrag, die 55 Maschinen ans MES anzuschließen.‣ weiterlesen

Campus-Netze sind in Deutschland zur Zeit der vielversprechendste Ansatz, wenn es um den industriellen Einsatz von 5G-Funktechnik geht. Denn erstmals erlaubt die Bundesnetzagentur auch Unternehmen außerhalb der Telekommunikationsbranche, Funkfrequenzen zu buchen. Doch welche Konzepte für den Aufbau eines Campus-Netzes gibt es?‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige