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Funktechnologie in der Papierherstellung

Bindeglied zwischen Produktion und Intralogistik

Um den Kreislauf zwischen Lieferanten, Produzenten und Kunden kostengünstig und effektiv zu gestalten, setzt der Papierhersteller Technocell Dekor RFID-Technologie ein. Zur Kennzeichnung tonnenschwerer Papierrollen kommt dabei eine Kombination aus Funketikett und mobilem Schreibgerät zum Einsatz.

Seit fast 2.000 Jahren nutzen die Menschen eines der vielseitigsten Medien der Welt – das Papier. Das zu der 1895 gegründeten Felix Schoeller Gruppe gehörende Unternehmen Technocell Dekor produziert als Weltmarktführer qualitativ hochwertige Dekorpapiere zum Beispiel für die Möbelindustrie. In der Unternehmenszentrale in Osnabrück führt man die Papierherstellung heute mit modernen Methoden fort und trägt so der Vielseitigkeit dieses Materials Rechnung. Das Unternehmen mit acht Produktionsstandorten legt hohen Wert auf Qualität und Service sowie die Optimierung der Prozesse in Logistik und Produktion. Den Kreislauf zwischen Lieferanten, Produzenten und Kunden kostengünstig und zeitlich effektiv zu gestalten, ist dabei häufig eine komplexe logistische Aufgabenstellung. „Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, haben wir in der Holzwerkstoffindustrie zunächst gemeinsam mit Dekorpapierkunden die Identifikation der Papierrolle per RFID eingeführt“, erklärt Frank Meyer-Niehoff, Geschäftsführer des Systemintegrators Felix Schoeller Supply Chain Technologies (FST), einer vollständigen Tochter der Felix Schoeller Gruppe.

Kennzeichnung durch Hülsen mit Hochfrequenz-Tag

Das Papier wird dazu beim Produzenten Technocell Dekor auf eine vom Hülsenhersteller bereitgestellte Hartpapierhülse aufgerollt, die bereits mit einem RFID-Tag ausgestattet ist. FST und Technocell Dekor entschieden sich bereits in einer frühen Projektphase für die Zusammenarbeit mit dem Hülsenlieferanten Paul & Co GmbH & Co KG, der als erstes Unternehmen am Markt mit einem Ultrahochfrequenz-Tag (UHF) ausgestattete Hülsen zur Verfügung stellen konnte. „Durch die ‚getaggten‘ Hülsen konnten wir die logistischen Prozesse vom Lieferanten zum Kunden unterstützen“, führt Meyer-Niehoff aus. Nach der Verpackung wird der Tag mit allen wichtigen Informationen wie Rollennummer, Kundenrollennummer und Tag-ID beschrieben. Die eindeutige Identifizierung sollte vor allem eine Verbesserung der Verladekontrolle unterstützen, gleichzeitig konnten so die logistischen Prozesse auch für Kunden des Unternehmens erleichtert werden. Durch die klare Zuordnung jeder Rolle ließ sich nicht nur die Entladekontrolle im Betrieb verbessern, sondern auch die Zuordnung des Lagerplatzes erheblich einfacher steuern. Auch der Einsatz der Rolle in der Weiterverarbeitung kann durch die funkgestützte Datenerfassung automatisiert und damit vereinfacht werden.

Mobilgerät verbindet interne und externe Logistik

Die Kennzeichnung der Rollen mit Funketiketten war nur der Anfang einer weit reichenden Systemumstellung. „Es lag für uns nahe, nun auch nach einer Lösung zur Steigerung der innerbetrieblichen Effizienz zu suchen“, erläutert Meyer-Niehoff. Zur Optimierung des Materialflusses wollten die Verantwortlichen bei Technocell Dekor ein Handheld einsetzen, der das Beschreiben des Funketiketts bereits während der Produktion ermöglicht. Aufgrund seiner großen Lesereichweite und seiner besonders tiefen Durchdringung von in diesem Fall tonnenschweren Papierrollen kam das mobile Terminal Skeye.integral UHF des Anbieters Höft & Wessel zum Einsatz. „Unser mobiles Terminal konnte sich nach intensiven Tests durch den Realisierungspartner FST mit Handhelds von verschiedensten Herstellern durchsetzen“, erklärt Malte Gerber vom Systemanbieter Höft & Wessel AG.

Selbst der hohe Pigmentanteil im Papier und die Lage des Transponders im Umfang der Hülse stellen das Mobilgerät vor keine Probleme. „Das Gerät ist technisch optimal ausgestattet, um unseren Ansprüchen gerecht zu werden“, erläutert Meyer-Niehoff. Nachdem die ersten RFID-Anwendungen bei Technocell Dekor in Betrieb gegangen waren, gewöhnten sich die Mitarbeiter schnell an das leicht zu bedienende Gerät. „Mit dem Skeye.integral UHF können wir die Rolle nun direkt nach der Aufrollung beschreiben und so auch die Verpackungsmaschine und den Etikettendruck ansteuern“, beschreibt Meyer-Niehoff den Vorteil des Handhelds. Dieser bei Technocell Dekor ‚Taufe‘ genannte Vorgang verbindet so Produktion und Logistik direkt durch RFID. Die Daten werden via WLAN aus dem Betriebsdaten-Erfassungs-System der Schoeller Gruppe ausgelesen und nach jedem Beschreiben wieder in das System zurückgemeldet. Der Systemintegrator FST übernahm die Anbindung an das Betriebsdatenerfassungssystem (BDE) des Unternehmens.

Vernetzung ist das Ziel für die Zukunft

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Projekt blicken die Verantwortlichen bei FST bereits weiter in die Zukunft: „Unser Ziel ist die möglichst flächendeckende und effektive Vernetzung von Lieferanten, Produzenten und Kunden“, erklärt der Geschäftsführer. Nach Angaben von Gerber plant auch der Systemanbieter, über das Projekt hinaus bei Technocell Dekor weiter mit FST an Ansätzen zur Optimierung logistischer Prozesse in der Holzwerkstoff- und Papier verarbeitenden Industrie zu arbeiten, in denen RFID-Geräte zum Einsatz kommen können.

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