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Erfolgsfaktoren für Product Lifecycle Management in der Cloud

Eine Funktionsverlagerung in die Cloud kann Fertigern helfen, Produktentwicklung und -management flexibel und kostengünstig zu gestalten. Doch vielen Betrieben fehlt das nötige Know-how rund um Planung, Konzeption und Einführung von Online-Mietsystemen.



Bild: Seeburger AG

Der weltweite Umsatz mit Software-as-a-Service (SaaS) soll einer Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner zufolge im Jahr 2013 14,5 Milliarden US-Dollar betragen. Eine Studie des Marktforschungshauses Techconsult unter 840 Unternehmen der Fertigungsbranche weist darauf hin, dass sich auch Produzenten im Laufe des vergangenen Jahres vermehrt SaaS-Lösungen zugewandt haben. Zahlreichen deutschen Fertigungsunternehmen sind Product Lifecycle Management-Leistungen (PLM) als Online-Mietsystem und deren Konzepte jedoch noch nahezu unbekannt. So herrscht zum Beispiel Unwissenheit über Lösungsmodelle oder Anforderungen an cloudfähige Systeme. Einer höheren Marktdurchdringung steht dabei an erster Stelle das fehlende Vertrauen in Fragen Datenschutz und Datensicherheit im Weg. Eine weitere Befürchtung vieler Unternehmen lautet, in zu große Abhängigkeit von PLM-Anbietern zu geraten. Aktuell befindet sich ‚Cloud PLM‘ daher in der frühen Phase der Marktausbreitung, auch wenn zu erwarten steht, dass SaaS-Angebote langfristig einen Teil der traditionellen PLM-Leistungsangebote ergänzen oder ersetzen werden.

Mietmodelle: Neues Potenzial für den Software-Markt

Der Begriff Cloud PLM kann als eine Form der bedarfsgerechten und flexiblen Nutzung von Product Lifecycle Management-Leistungen (PLM) definiert werden, die in Echtzeit als Service über das Internet bereitgestellt werden. Dabei lassen sich die angebotenen Dienste in drei Ebenen einteilen: ‚Infrastructure-as-a-Service‘, ‚Platform-as-a-Service‘ und ‚Software-as-a-Service‘. Diese Einteilung hat sich inzwischen weitgehend durchgesetzt und gilt mittlerweile auch für die Unterscheidung der Organisationsformen in ‚Public‘, ‚Private ‚und ‚Hybrid Cloud‘. Diese Entwicklung hinsichtlich Cloud-Technologie betrifft Softwareanbieter und Beratungsdienstleister genauso wie Systemintegratoren oder IT-Dienstleister. Insbesondere global aufgestellte Unternehmen können so künftig in die Lage versetzt werden, Produktdaten über Teile, Baugruppen, Komponenten oder andere Produktinformationen sicher aus der Cloud zu beziehen sowie diese mit anderen Daten anzureichern und in ihre PLM-Prozesse zu integrieren.

Anforderungen an cloudfähiges Lebenszyklusmanagement

Die wohl größte Herausforderung stellt der Einsatz von Mietlösungen für die Softwareanbieter dar. Sie müssen eine grundsätzliche Neuorientierung hin zu PLM-Software-as-a-Service vollziehen. Dabei steht auch die Anforderung der Integration in andere Lösungen im Raum. Zu erwarten steht die Entwicklung hochwertiger, cloud-basierter Komponenten mit ausgeprägtem Fokus auf der Integration prozessrelevanter und branchenspezifischer Anwendungen im PLM-Umfeld, wie CAX- und Enterprise Resource Planning-Systeme (ERP). Hieraus resultieren folgende wesentliche Anforderungen an eine Cloud-PLM-Lösung:

  • Verteilte Architektur: Verteile Vaults, Datenbanken, Applikation Servers auf Basis service-orientierter Architekturen (SOA) eignen sich in hohem Maße zur Ergänzung von Cloud-Systemen.
  • Virtualisierung: Anwender sehen bereitgestellte Dienste als virtuelle PLM-Ressourcen, die physikalische Realisierung bleibt für den Endanwender unsichtbar. Der Betreiber kann so die Infrastruktur hinsichtlich Effizienz und Standardisierung optimieren.
  • Elastizität: Die vom Unternehmen benötigten PLM-Ressourcen werden bedarfsabhängig bereitgestellt. Die Anwendungslandschaft kann mit den Anforderungen wachsen, nicht benötigte Leistungen werden freigegeben.
  • Skalierbarkeit: Rechenleistung und Speicherumfang sollten sich schnell an geänderten Bedarf anpassen lassen.
  • Mandantenfähigkeit: Wenn sich Hard- und Software von mehreren Anwendern gleichzeitig nutzen lassen, und nicht dedizierte Ressourcen für jeden Kunden eingesetzt werden, verbessert dies die Auslastung der Rechenzentren und erlaubt attraktivere Preismodelle.
  • Anpassungsfähigkeit: Die Anpassung von Datenmodell und Workflows sollte ohne komplexe Programmierung ermöglicht werden.
  • Update-Fähigkeit: Software-Updates sollten ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs erfolgen.
  • Föderation/Integration: Das Zusammenspiel mit Anwendungen wie ERP- und CAX-Systemen sowie prozessrelevanten On-Premise- oder Cloud-Diensten sollte unbedingt unterstützt werden.
  • Datensicherheit: Neben der Sicherheit der Datenhaltung muss auch der Informationstransfer via Internet, etwa über HTTPS mit gesicherten Ports und Verschlüsselungstechniken sowie Firewalls, abgesichert werden.

Alternative Betriebsmodelle für gehostete Systeme

Im Allgemeinen wird bei Hosting-Angeboten unter Berücksichtigung von Betriebs-, Eigentums- und Organisationsaspekten zwischen Private Cloud und Public Cloud unterschieden. Auch die Hybrid Cloud, eine Mischform von Private Cloud, Public Cloud und vor Ort installierter PLM-Umgebung, gewinnt zunehmend an Wichtigkeit. Dabei stehen verschiedene Betriebsmodelle zur Verfügung: Beispielsweise kann eine Private Cloud vom Anwender im eigenen Unternehmen durch ein eigenes Personal betrieben werden. Der Vor-Ort-Betrieb kann aber auch in Form einer ‚Managed Private Cloud‘ durch einen externen Dienstleister erfolgen. In diesem Fall trägt der PLM-Dienstleister auf Basis von verbindlichen Service Level Agreements die Verantwortung für den Betrieb. Bei der Variante der ‚Outsourced Private Cloud‘ wird die komplette Infrastruktur von einem externen Dienstleister betrieben, ohne dass andere Anwender Zugriff auf die entsprechenden Ressourcen erhalten. In der Form von ‚Public Cloud‘ ist der Kunde weder der Eigentümer der Infrastruktur noch der Software. Bei diesem Modell bleiben Ort und Form der Datenhaltung verborgen, die PLM-Prozesse sind standardisiert und industrialisiert.

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