Anzeige
Anzeige
Anzeige

Entwicklungszusammenarbeit koordinieren

Beitrag drucken

Standardschnittstellen als Alternative

Einen anderen Ansatz liefern standardisierte Benutzeroberflächen wie PLM-Services. Diese definieren neben einem Datenmodell auch den Zugriff auf die Informationen. Dabei gestatten Kollaborationswerkzeuge Anwendern, über eine einheitliche Schnittstelle mit verschiedenen Systemen zu kommunizieren. So lassen sich Lösungen umsetzen, die auf bestehende Infrastruktur aufbauen, aber selbst den gesamten Arbeitsplatz inklusive Kollaborationswerkzeuge integrieren. Von einer solchen standardisierten Schnittstelle können auch unternehmensinterne Kollaborationen profitieren. Von technischer Seite her basieren diese Services auf einem Online-Dienst und einer Spezifikation des dahinter liegenden Datenmodells auf Basis von XML-Schemata. Diese gängigen Technologien erlauben eine rasche Umsetzung bei der Entwicklung von Anwendungen, welche die PLM-Services verwenden. Auch in diesem Fall können die Systeme nur die Daten zur Verfügung stellen, die im Datenmodell definiert sind. Über festgelegte Zugriffsmechanismen können die Ursprungssysteme jedoch aktualisiert werden, ohne Daten in den verbundenen Anwendungen zu beeinflussen.

Unterschiedliche Sichten auf Produktdaten

Um die fachliche Kollaboration zu unterstützen, wie sie in stark heterogenen IT-Systemlandschaften auftreten oder durch die Entwicklung mechatronischer Systeme gegeben sind, liefert die Forschung erste Lösungen. Dazu zählt beispielsweise eine Kooperationsplattform, die unterschiedliche Sichten auf die Produktdaten gestattet. Hierbei wird sowohl das Problem des technischen Datenaustauschs behandelt als auch etwaige Kommunikationsprobleme, die durch die Zusammenarbeit von Disziplinen entstehen. Unterschiedliche Datensichten stellen dem Ingenieur einer Disziplin den Blick auf seine gewohnten Produktstrukturen zur Verfügung. Im Hintergrund sorgt die Kooperationsplattform dafür, dass Änderungen an dieser Unterstruktur in die vollständige Produktstruktur integriert werden. Dieselben Mechanismen ermöglichen beispielsweise Zulieferern bei einer unternehmensexternen Kollaboration, auf Unterstrukturen einer oder mehrerer Disziplinen zuzugreifen.

Voraussetzung für erfolgreiche Kooperation schaffen

Selbst die modernsten PDM/PLM-Systeme und Kollaborationswerkzeuge verlangen von Unternehmen einige grundlegende Voraussetzungen, um eine erfolgreiche kollaborative Produktentstehung umzusetzen. So ist für die Verständigung nicht nur eine gemeinsame Sprache wichtig, sondern auch die Nutzung von sogenannten Ontologien. Darin werden Begriffe, Relationen und Produktstrukturen, wie sie beispielsweise im PLM verwaltet werden, zusammengefasst. Die Ontologie bildet damit die Basis für den Gebrauch von Fachwörtern im Rahmen der Produkt-entstehung. Zur optimalen Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen bedarf es zudem der organisatorischen Einbindung von externen Arbeitsvorgängen in die unternehmensinternen Arbeitsprozesse.

In einigen Kollaborationsfällen kann es daher notwendig werden, das IT-System eingeschränkt zu öffnen, damit Partnerunternehmen Zugang zu den Produktdaten erhalten. Andererseits kann es auch erforderlich werden, Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen, sofern die Richlinien eines Partnerunternehmens dies vorschreiben. Der Schutz des intellektuellen Eigentums muss dabei durch technische Methoden genauso unterstützt werden wie durch organisatorische Ansätze, etwa durch Schulung der Mitarbeiter. Diese Schutzmaßnahmen sind grundlegende Voraussetzungen für das Vertrauen in den Kooperationspartner und die verwendeten Technologien. Zugleich ist aber auch ein hohes Maß an Transparenz bezüglich der Sicherheitstechnologien notwendig, um die tägliche Arbeit nicht unverhältnismäßig zu erschweren.

Schließlich soll auf Grundlage abgestimmter Prozessbeschreibungen langfristig eine Vereinheitlichung der technischen und organisatorischen Prozesse zwischen den kooperierenden Unternehmen erfolgen. Heutige PDM/PLM-Systeme bieten bereits vielfältige Mechanismen zur Kollaboration und zur Umsetzung granularer Sicherheitsrichtlinien. Doch bislang nutzen nur wenige Unternehmen diese umfassenden Software-Instrumente in vollem Umfang. Die historische Entwicklung der IT-Lösungen und damit verbundene, ausgeprägte System-Heterogenität in vielen Unternehmen sorgt weiterhin für hohen Bedarf an Lösungen, die eine effektive Kollaboration auf PLM-Basis gestatten, ohne umfangreiche Änderungen an bestehenden IT-Systemlandschaft vorzunehmen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Cenit will sein Marktpräsenz in Osteuropa ausbauen und plant eine Übernahme des Dassault Systèmes-Geschäfts des rumänischen Software-Hauses Magic Engineering SRL.‣ weiterlesen

Mit einer Marktstudie will das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik Energieeffizienz und Treibhausgas-Emissionen von Logistikstandorten untersuchen. Unternehmen sind aufgerufen, an der Erhebung teilzunehmen.‣ weiterlesen

Herbert Hufnagl ist neues Vorstandsmitglied und General Manager beim österreichischen Softwarespezialisten TTTech Industrial. Er zeichnet für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Produktmanagement verantwortlich.‣ weiterlesen

Mit dem Mess- und Analysesystem Leakwatch beugen Techniker Problemen durch unerwünschte Ableitströme vor. Das System der Firma EPA kennt die Ableitströme entlang der Auslösekennlinien marktüblicher Fehlerstrom-Schutzschalter und hilft Anwendern so bei der Wahl des passenden FIs.‣ weiterlesen

Die IAB-Stellenerhebung für das zweite Quartal hat den Höchstwert aus dem Vorquartal übertroffen, und mit 1,93 Millionen offenen Stellen ein neues Allzeithoch erreicht.‣ weiterlesen

Im ersten Halbjahr haben deutsche Unternehmen insgesamt mehr Waren exportiert als im Vorjahreszeitraum. Die wichtigsten Exportgüter waren dabei Kraftfahrzeuge und Maschinen.‣ weiterlesen

Die Strecke zur Industrie 4.0 bewältigen Anlagenbetreiber nicht im Sprint, sondern im Marathon. Reifegradmodelle helfen ihnen, die vielversprechenden Meilensteine anzusteuern. Wobei bereits die Visualisierung zahlreiche Ansätze zur Modernisierung bietet – in der Balance zwischen Funktionalität und Sicherheit.‣ weiterlesen

So gut die Förderanlagen von Kühne im Betrieb auch funktionierten - bei den internen Fertigungsabläufen war Luft nach oben. Eine weitreichende Digitalisierungskampagne sollte das ändern. Heute fertigt die Firma vom Auftragseingang bis zur Auslieferung in einem durchgängigen Prozess - was künftig Optimierungen auf einem ganz neuen Niveau erlaubt.‣ weiterlesen