Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Energiemanagement beim Wälzlager-Produzenten

Energieverbrauch 'Beyond Zero'

'Beyond Zero' heißt eine Initiative beim Wälzlagerhersteller SKF, deren Inhalt die ökologische Nachhaltigkeit ist. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu reduzieren und die ökologische Entlastung zu unterstützen. Dies soll unter anderem mit Hilfe eines skalierbaren Energiemanagementsystems gelingen, das Energie- und Prozesswerte erfasst und auswertet. So lässt sich darstellen, wo Handlungsbedarf besteht und in welchem Umfang Effizienzmaßnahmen – jenseits einer gedachten 'Nulllinie' – greifen.

Bild: Siemens

Die Unternehmensgeschichte der SKF GmbH in Schweinfurt zeigt seit der Gründung 1907, dass von Anbeginn viel soziales Engagement und Umweltdenken die Entwicklung des Konzerns begleitet hat. „Nachhaltigkeit spielt in unserer Firmenphilosophie eine unglaublich wichtige Rolle“, erläutert Dipl.-Ing. Matthias Ennulat, Leiter elektrische Energieversorgung, Energiemanangement und Service bei SKF heute. Das schwedische Unternehmen beschäftigt weltweit rund 45.000 Mitarbeiter – rund zehn Prozent allein im Werk Schweinfurt. Damit gilt der Standort neben der Firmenzentrale im schwedischen Göteborg als bedeutendste Produktionsstätte.

Im Jahr 2012 wurde der Konzern vom World Wide Fund For Nature (WWF) in die Liste der WWF Climate Savers aufgenommen. Ein Grund dafür ist, dass das Unternehmen mit Energie sehr bewusst umgeht und bereits seit Jahren konsequent an Energiesparmaßnahmen arbeitet und auch beim Strombezug auf eine umweltfreundliche Erzeugung achtet. Ennulat nennt ein Beispiel: „Wir betreiben in Schweinfurt sogar eine Solaranlage auf dem Dach des Logistikzentrums mit cirka 700 Kilowatt Peak, über die wir nahezu die gesamte Logistik mit ökologischem Strom versorgen können.“ Zu einem seiner vielen Aufgabenbereiche gehört auch das Energiemanagement für rund 50 Produktionsstätten weltweit.

Zusätzlich hat jedes Werk mit einem Stromverbrauch von mehr als 0,2 Gigawattstunden einen eigenen Energiekoordinator. Mit diesem stimmt Ennulat übergeordnete Maßnahmen zur Energieeinsparung oder zur Erhöhung der Energieeffizienz ab. Jüngstes Projekt, das unter dem Stichwort ‚Beyond Zero‘ läuft und eine Laufzeit von 2011 bis 2016 hat, ist eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von 30 Prozent. Der Energie-Manager betont: „Dieses anspruchsvolle Ziel wollen wir über eine Vielzahl an Maßnahmen realisieren.“

Mit Beyond Zero erreichen die SKF-Aktivitäten in Sachen Umweltschutz und nachhaltigem Wirtschaften eine neue Dimension. Denn nun wird jdie gesamte Wertschöpfungskette der Produkte auf ihren Nachhaltigkeitswert geprüft: Rohmateriallieferanten, Logistikkette, Fertigung in den Fabriken, die Nutzung beim Kunden. Das Konzept zielt primär auf die Einsparung von Energie und damit auf die Minimierung von CO2-Emissionen. Als Ergebnis sollen positive Auswirkungen des industriellen Wirtschaftens mögliche negative Auswirkungen reduzieren und diese sogar verbessern. Produkte und Dienstleistungen, die diesen Anforderungen gerecht werden, bilden das Beyond-Zero-Portfolio.

Massive CO2-Reduktion systematisch angehen

Dazu gehört unter anderem, dass im Jahr 2016 der Gesamtenergieverbrauch für die Fertigung fünf Prozent niedriger sein soll, bezogen auf das Referenzjahr 2006. Ein zweites Ziel ist, den Quotienten aus Gesamtenergieverbrauch und Wertschöpfung ab 2012 jährlich um fünf Prozent zu reduzieren. Damit führt SKF bisherige Energiesparprogramme fort und legt die Messlatte weiter nach oben. Schon heute erreicht das Werk Schweinfurt nach eigener Darstellung einen CO2-Faktor von 176 Gramm pro Kilowattstunde.

Ennulat zieht eine Zwischenbilanz: „Vor dem Hintergrund, dass sich dieser Wert in Deutschland aufgrund des Energiemixes bei cirka 500 Gramm pro Kilowattstunde befindet, liegen wir heute schon gut im Rennen.“ Weltweit liegt der Energiebedarf der SKF bei rund 1.868 Gigawattstunden. Bezogen auf das Werk Schweinfurt verbrauchen die Maschinen anteilig 19 Prozent, die Wärmebehandlung 18 Prozent, Heizung,Klima und Lüftung 31 Prozent sowie die Druckluft zehn Prozent.

Hinzu kommen viele weitere Verbraucher. Dieser Status, der im Jahr 2011 im Rahmen eines Energie-Audits als Ausgangspunkt fixiert wurde, bildet nun die Grundlage für künftige Energieoptimierungen. Ennulat berichtet: „Für die systematische Datenaufbereitung und das spätere Controlling haben wir eine geeignete Energiemanagementsoftware gesucht.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Forschungsprojekt ’Fluently’ wollen die Beteiligten das Teamwork von Mensch und Maschine optimieren. So sollen zwischen beiden echte soziale Interaktionen ermöglicht werden.‣ weiterlesen

Selbst gut ausgeprägte ERP-Systemlandschaften weisen meist Lücken auf, in denen Prozesse ohne digitales Abbild ablaufen. Individuell erstellte mobile Anwendungen können solche Lücken schließen - und so manch andere Schwachstelle in der ERP-Landschaft ausbügeln.‣ weiterlesen

Waren Cloudkosten verschwendet oder sinnvoll? Wer Ausgaben keinen Verursachern zuordnet, kann dies kaum hinlänglich beantworten. Erst die interne Verrechnung legt die Ursachen für die Ausgaben offen - und somit das Potenzial für Optimierungen.‣ weiterlesen

Zum Jahresende verzeichnet der Maschinen- und Anlagenbau einen rückläufigen Auftragseingang. Preisbereinigt vermeldet der VDMA ein Minus von 4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021. Im vierten Quartal gingen die Aufträge um 16 Prozent zurück.‣ weiterlesen

Zehn Unternehmen beteiligen sich am Joint Venture Cofinity-X. Die Partner wollen damit die Umsetzung von Datenökosystems Catena-X weiter vorantreiben.‣ weiterlesen

Mit einem Plus von 1,9 Punkten verzeichnet das Geschäftsklima der Digitalbranche im Januar einen erneuten Anstieg und liegt nun bei 18,5 Punkten. Erstmals seit Sommer 2022 liegen zudem die Geschäftserwartungen im positiven Bereich.‣ weiterlesen

Ob zur Remote-Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort, zur Schulung und technischen Einweisung neuen Personals oder bei der Umplanung von Produktionsstraßen - fotorealistische digitale Zwillinge können Unternehmen vielfältig unterstützen.‣ weiterlesen

Viele ERP-Lösungen wurden einst von Spezialisten entwickelt und danach nur noch angepasst, erweitert und mit Updates versorgt. Doch steigende Digitalisierungsanforderungen, schnellere Produkteinführungen sowie der Fachkräftemangel schrauben die Anforderungen in die Höhe. Könnte Low-Code-Softwareentwicklung die Lösung sein?‣ weiterlesen

Mit einem Anstieg von 1,6 Punkten im Januar liegt das IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,9 Punkten und damit über der neutralen Marke von 100. Für die Arbeitsmarktforscher deutet dies auf positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hin.‣ weiterlesen

Mit ProKI, einem Demonstrations- und Transfernetzwerk für künstliche Intelligenz (KI) in der Produktion, soll die Anwendung von KI bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiter vorangetrieben werden.‣ weiterlesen