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Einblick in die Automatisierungssoftware

Programmstände lückenlos dokumentieren

Rund vierzig Mitarbeiter passen im Werk Biessenhofen von Nestlé die Programme der zahlreichen Anlagen und Maschinen an die Anforderungen der Lebensmittel-Produktion an. Um den Überblick über Programme, Versionen und Rezepturen zu verbessern, führte der Hersteller im Jahr 2009 eine Versionierungssoftware für Automatisierungsgeräte ein. Das Werkzeug dokumentiert seitdem alle eingesetzten Programme und Änderungen. Treten einmal Fehler im Anlagenbetrieb auf, entfallen langwierige Suchvorgänge nach der passenden Version und das Problem kann häufig schneller gelöst werden.

Bild: Auvesy GmbH & Co. KG

Biessenhofen ist eine von 23 Produktionsstätten des Lebensmittel-Herstellers Nestlé in Deutschland. Im Jahr 2012 betrug der Umsatz des Konzerns in Deutschland 3,4 und weltweit rund 75 Milliarden Euro. Erzielt wird dieses Ergebnis in der Lebensmittelbranche mit über 100 Markenprodukten. Das Werk in Biessenhofen wurde 1934 gegründet und hat seither diverse Umbauten und Vergrößerungen erfahren. Hergestellt werden hier die Produkte Nestlé Alete, Beba und klinische Trinknahrung. Dafür sind insgesamt 700 Mitarbeiter im Mehrschichtbetrieb im Einsatz. In der IT-Abteilung des Werkes arbeiten zwölf Mitarbeiter. Insgesamt 40 Personen können auf die unterschiedlichen Programme der Anlagen und Maschinen zugreifen und auch Änderungen vornehmen.

Um den Überblick über die Software in den Automatisierungsgeräten zu behalten, setzt das Werk seit 2009 auf die Versionierungslösung Versiondog von Auvesy. Die Anwendung wacht stetig über den aktuellen Stand aller laufenden Programme in den Automatisierungsgeräten und nimmt eine automatisierte Dokumentation sowie Versionierung vor. Das Programm arbeitet herstellerunabhängig und unterstützt die Umsetzung internationaler Normen und Vorschriften für das Qualitätsmanagement wie ISO 900X, FDA und GAMP. Abgestimmt ist das Werkzeug auf Automatisierungssysteme von Herstellern wie Siemens, ABB, Kuka, Rockwell, Mitsubishi und anderen.

Die Suche nach Programmständen

Zu den Gründen für die Systemeinführung in Biessenhofen zählte, dass es in der betrieblichen Praxis immer wieder zu Problemen bei Reparaturen, Umbauten oder Wartungen kam. „Wir hatten damals keine zentrale Verwaltung der aktuellen Programmstände im Werk. Man musste sehr viel und das bei sehr vielen Mitarbeitern nachfragen. Das hat leider auch eine große Anzahl von Fehlern ergeben. Die Suche nach dem richtigen und aktuellen Programm hat oft bis zu einer Stunde gedauert. Das war natürlich problematisch, weil die Anlage im schlimmsten Fall stillstehen musste oder aber nicht mit voller Produktivität arbeiten konnte“, sagt Reinhold Grondinger, Mitarbeiter der IT-Abteilung.

Änderungen überwachen und kommentieren

Dieses Problem wollte der Lebensmittel-Hersteller mithilfe der Versionierungs-Anwendung in den Griff bekommen. Im Rahmen der Systemeinführung wurde das Programm entsprechend den Anforderungen des Werks Biessenhofen konfiguriert und dokumentiert seitdem alles, was die hauseigenen Betriebselektriker, die IT-Mitarbeiter oder externe Dienstleister an Änderungen in den verschiedenen Programmen vornehmen. Die Anwendung stellt jedem Beteiligten die aktuell versionierte Software zur Verfügung. Ob bei den Steuerungsprogrammen wie Simatic S7, Rockwell Control Logix oder anderen, Rezepturen der Produkte oder bei Optimierungsläufen: Neben dem aktuellen Stand liefert das Tool Informationen darüber, welche Änderungen vorgenommen wurden und wie die ursprüngliche Version aussah. Somit kann sichergestellt werden, dass immer das aktuelle Programm bekannt sowie im Einsatz ist und es für jeden, der in die verschiedenen Anlagen oder Steuerungsprogramme hineinschaut, deutlich ist, dass der Serverstand mit dem der Anlage übereinstimmt. Änderungen von Mitarbeitern oder Dienstleistern können diese zudem mit Kommentaren ergänzen. Dafür ist jedoch eine gewisse Disziplin unter den Anwendern erforderlich, da die Informationen unmittelbar bei den entsprechenden Arbeiten in das System eingegeben werden müssen.

Projektdaten von Dienstleistern erfassen

„Wir haben in diesem Zusammenhang von Anfang an auf Personaldisziplin geachtet. Wer was wann wo und warum geändert hat, ist vom ersten Tag an in Versiondog hinterlegt worden. Um dies zu erreichen, haben wir Mitarbeiter und Fremdfirmen permanent geschult und tun dies auch heute noch“, schildert Grondinger. Für das Werk Biessenhofen war es ebenfalls wichtig, dass Projektdaten von Dienstleistern erfasst wurden. Diese Klarheit erleichtert auch die Kommunikation aller am Produktionsprozess Beteiligten, da sofort ersichtlich ist, über welche Programmversion gesprochen wird und in welchem Zustand sie sich befindet. Neben verkürzten Suchvorgängen ermöglicht die Anwendung auch, auftretende Fehler sicher zu reproduzieren und somit auch zu beheben.

Jederzeit Rückgriff auf alte Versionen möglich

Für Betriebselektriker in Biessenhofen ist das System zu einem allgegenwärtigen Werkzeug geworden, etwa bei der Justage einer Förderpumpe zur Anlagenversorgung mit einem Rohstoff für die Alete-Produktion. Der Elektriker checkt sich mit seinen Zugangsdaten in das System ein und lässt sich von der Software die aktuelle Programmversion anzeigen. Die Dokumentation zeigt ihm auch die bisher an der Pumpe ausgeführten Arbeiten an. Dann führt er die notwendigen Änderungen aus, kommentiert sie und hinterlegt die Informationen im System und checkt sie ein. Bei Problemen im Anlagenbetrieb lässt sich der alte Versionsstand jederzeit rekonstruieren.

Im vollautomatisierten Produktionsprozess stellt Nestlé in Biessenhofen unter anderem Kindernahrung her. Gesteuert wird dies mit vielfältiger Software, die Auvesy versiondog managt und versioniert. Bild: Auvesy GmbH & Co. KG
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