Beitrag drucken

Effizientes Zusammenspiel von Entwicklungs- und Geschäftsprozessen

Zukunftsthema Integration

Maschinen- und Anlagenbauer müssen die Wandlungsfähigkeit ihrer Produktionsprozesse optimieren, um schnell und flexibel auf individuelle Kundenanforderungen reagieren zu können. Voraussetzung dafür ist die Verbesserung der unternehmensinternen und übergreifenden Informationsflüsse. Um die Kommunikation zwischen Produktdatenmanagement und Enterprise Resource Planning zu vereinfachen, wird im Rahmen des Forschungsprojektes WInD eine prozessorientierte Standard-Schnittstelle entwickelt.

Bild: Contact Software

Das Thema Schnittstellengestaltung zwischen Produktdatenmanagement (PDM) und Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP) ist so lange noch kein alter Hut, wie Firmen Materialdaten und Stücklisten trotz PDM-Einsatz von Hand in ihr ERP-System eingeben. Und das betrifft nicht unbedingt nur kleinere Unternehmen. Manchmal entsteht der Eindruck, dass mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer weiter als manche Großunternehmen sind, wenn es um integrierte IT-Prozesse geht.

Interessanterweise ist das Thema PDM/ERP-Integration selbst für Unternehmen, die bereits ein hohes Maß an Prozessdurchgängigkeit erreicht haben, aktueller denn je. Um die wachsende Zahl von kundenspezifischen Aufträgen mit tendenziell kleiner werdenden Losgrößen flexibler durch den Produktionsprozess zu schleusen, benötigen gerade Maschinen- und Anlagenbauer umfassendere Schnittstellen-Funktionen, um Informationen aus beiden Systemwelten kontinuierlich zu synchronisieren und nach Möglichkeit in Echtzeit abzurufen.

Sowohl Anwender als auch Softwarehersteller und Systemintegratoren treiben erheblichen Aufwand, um dieses Mehr an Funktionalität in proprietären Schnittstellen abzubilden. Mit Blick auf die Gesamtkosten für Anschaffung, Betrieb und Wartung der Integrationslösungen ist dieser Aufwand eigentlich nicht zu rechtfertigen. „Wir brauchen mehr Standardisierung, nicht im Sinne einer PDM/ERP-Integration von der Stange, sondern in Form von Best Practices und standardisierten Schnittstellen-Funktionen, die sich entsprechend den Prozessanforderungen des Kunden und den Möglichkeiten der eingesetzten Systeme einfach konfigurieren lassen“, kommentiert Dr. Ing. Jan Kickstein, Leiter Application Development & Manager Research Projects bei der Contact Software GmbH, einem der führenden deutschen Hersteller von PLM-Lösungen.

Flexible Produktionsprozesse unterstützen

Eine engere Verzahnung von PDM- und ERP-Welt spielt eine entscheidende Rolle für die Flexibilisierung der Produktionsprozesse. Wie zukunftsträchtig das Thema auch aus ERP-Sicht ist, zeigt auch die Erweiterung der ERP-Landschaft des ERP-Innovation Lab der RWTH Aachen um die PDM/PLM-Lösung CIM Database von Contact Software. Die Implementierung erfolgte im Rahmen des WInD-Projekts, in dem Contact als Konsortialpartner zusammen mit Psipenta eine universelle PDM/ERP-Schnittstelle entwickelt. Zielsetzung des vom Forschungsinstitut für Rationalisierung der RWTH Aachen (FIR) zusammen mit Partnern aus Verbänden und Industrie initiierten Forschungsprojekts ist es, Produktionssysteme durch Integration der IT-Strukturen und Dezentralisierung der Produktionssteuerung und -planung wandlungsfähiger zu gestalten. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördert.

Ein wichtiges Teilprojekt ist die Schaffung prozessorientierter Standard-Schnittstellen, sowohl zwischen ERP- und PDM-, als auch zwischen ERP- und MES-Systemen. Bei der Standardisierung der PDM/ERP-Schnittstelle geht es nicht darum, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu definieren, sondern eine maximale Vielfalt möglicher Schnittstellen-Funktionen bereit zu stellen. „Einen Baukasten von Funktionsmodulen, die entsprechend den spezifischen Anforderungen der Unternehmen und unter Berücksichtigung der Möglichkeiten der eingesetzten ERP- und PDM-Systeme zusammengestellt werden können“ beschreibt Kickstein das Projektziel. Basierend auf Erfahrungen aus zahlreichen Integrationsprojekten wird der PLM-Anbieter für bestimmte Branchen oder Fertigungsarten – beispielsweise die Einzelfertigung – Referenzlösungen entwickeln.


Das könnte Sie auch interessieren:

Auf der IT-Sicherheitsmesse IT-SA hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik seinen aktualisierten IT-Grundschutz vorgestellt. In der Veröffentlichung findet sich eine Methode, um anhand verschiedener Module die IT-Sicherheit gezielt zu erhöhen. Viele Erneuerung zielen darauf ab, gerade kleine und mittlere Unternehmen bei der Aufgabe IT-Sicherheit zu unterstützen.‣ weiterlesen

KrackAttacks: BSI warnt vor WLAN-Nutzung

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat kürzlich davor gewarnt, sensible Daten über WLAN-Verbindungen zu übertragen. Grund seien Schwachstellen im Sicherheitsstandard WPA2. Beim Antiviren-Softwarehersteller F-Secure heißt es, das noch keine Angriffstools bekannt sind, die die Schwachstelle ausnutzen. Jetzt sind Hardware- und Softwarehersteller gefragt, schnell Updates anzubieten, die den Fehler beheben.‣ weiterlesen

Produktionsbarometer August 2017

Die deutschen Produzenten haben im Monat August 2,6 Prozent mehr Güter hergestellt als im Vormonat. Das teilte das statistische Bundesamt mit.
‣ weiterlesen

Adel B. Al-Saleh wird Telekom-Vorstand und CEO von T-Systems

Adel B. Al-Saleh wird zum 1. Januar 2018 neues Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG und CEO der T-Systems International GmbH. Al-Saleh folgt auf Reinhard Clemens, der die Deutsche Telekom zum Jahresende verlässt.
‣ weiterlesen

Datenschutzgrundverordnung Mehrheit ignoriert Anforderungen

Aktuell haben erst 13 Prozent erste Maßnahmen angefangen oder umgesetzt. Nur eine Minderheit glaubt, die EU-Verordnung fristgerecht umzusetzen. Größte Hürden sind unklarer Umsetzungsaufwand und Rechtsunsicherheit.‣ weiterlesen

Holografische Produktentwicklung bei Ford

Ford erweitert seine Tests mit der Microsoft Hololens-Technologie beim Fahrzeugdesign. Die drahtlosen Headsets können Entwicklern Hologramme von Teilen so anzeigen, als ob sie bereits in ein physisches Fahrzeug integriert seien. Der Fahrzeughersteller verspricht sich davon, die Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.
‣ weiterlesen