Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Datenverwaltung

Nachvollziehbar zu sterilen Instrumenten

Bei der Entwicklung und Konstruktion von Medizinprodukten ist das Abspeichern von CAD-Dateien nur die halbe Miete. Verknüpfungen, Querverweise und nachvollziehbare Versionsänderungen werten die Konstruktionsdaten auf und tragen zur Effizienzsteigerung bei. Für das Datenmanagement setzt die Melag Medizintechnik auf eine eigenständige Lösung. In ihr lassen sich zudem Produktlebenszyklus-Management-Prozesse ebenso abbilden wie sie die Forderungen des Qualitätsmanagement-Systems nach EN13485 erfüllt.

Bild: Melag Medizintechnik

Egal ob in der Klinik, in der Arzt- oder Zahnarztpraxis – heutzutage gelten hohe Anforderungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Am Patienten verwendete Instrumente werden nach der manuellen oder maschinellen Desinfektion in Autoklaven mit Dampfdruck sterilisiert. Dass eine Desinfektion von Händen und Instrumenten die Übertragung von Krankheitserregern und tödlichen Entzündungen verhindern kann, wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Robert Koch machte in den 1880er-Jahren erste Versuche zur Sterilisation von medizinischen Instrumenten mit Dampf und entwickelte erste Vorgänger moderner Autoklaven. Gut 60 Jahre später gründeten Alfred Gebauer und Kurt Thiede 1951 die Firma Melag in Berlin, die anfangs Heißluftsterilisatoren und später auch Dampfsterilisatoren herstellte. Dieser Spezialisierung auf die Praxishygiene ist die Firma mit über 200 Mitarbeitern bis heute treu geblieben.

Fertigung in Berlin

Mittlerweile umfasst die Produktpalette neben Autoklaven auch Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, Zubehör zur Verpackung und Lagerung von Sterilgut, Wasseraufbereitungsanlagen und Software zur Dokumentation der Aufbereitungsprozesse. Das Unternehmen fertigt seine Produkte ausschließlich in Berlin. „Die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer haben wir für uns nie ernsthaft erwogen“, erklärt Kai Creutzburg, CAD-Verantwortlicher und Entwicklungsingenieur für Klein-Dampfsterilisatoren bei Melag. „Nur so können wir höchste Qualitätsstandards realisieren und beibehalten, die wir uns selbst für unsere Produkte auferlegen und die unsere Kunden zu Recht von uns erwarten.“ Ein Entwicklerteam sorgt dafür, innovative Produkte zu entwickeln und bestehende Serien zu verbessern und leistungsfähiger zu machen. Denn wenn es um Hygiene in medizinischen Einrichtungen und um die Sterilisation von Medizinprodukten geht, gelten zahlreiche Gesetze, Normen und Vorgaben verschiedener Institutionen, wie vom Robert-Koch-Institut.

Normen für Sterilisatoren

Die europäische Norm EN13060 beschreibt den technischen Standard für Klein-Dampfsterilisatoren, der für alle in Europa angebotenen Geräte gilt. Seit Jahren wird auch in vielen Ländern außerhalb Europas die Erfüllung dieser Norm gefordert. Bereits seit 20 Jahren kommen bei dem Medizintechnik-Hersteller Autodesk-Lösungen bei der Entwicklung und Konstruktion der Produkte zum Einsatz. Vor einiger Zeit wurde schließlich der ‚Inventor‘ eingeführt, die 3D-Konstruktionslösung des Software-Herstellers. Diese Anwendung ist auch in der ‚Product Design Suite‘ des Anbieters enthalten, die das Konstruktionsteam mittlerweile nutzt. Das Softwarepaket enthält Lösungen für die Produktentwicklung, die innerhalb der Suite verknüpft und nahtlos zueinander kompatibel sind. So entwickeln die Ingenieure ihre Produkte anhand eines dreidimensionalen digitalen Modells. Die Eigenschaften der Konstruktionen lassen sich dadurch schon vor dem Bau des ersten realen Prototyps überprüfen und optimieren. Neben einem 3D-Modell, das die Konstrukteure mit der Software generieren, erstellen sie Stromlaufpläne und Rohrleitungen mit ‚Autocad‘, die anschließend in das ‚Inventor‘-Modell eingefügt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Bauteile und -gruppen zusammenpassen und die Fertigung möglichst einfach erfolgen kann. Das Risiko für Planungsfehler, die sonst erst beim Zusammenbau erkannt werden, kann somit erheblich verringert und hohe Kosten für nachträgliche Änderungen vermieden werden.


Das könnte Sie auch interessieren:

ISPE, APV, Concept Heidelberg und die VDI/VDE Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik richten am 30. November bis zum 1. Dezember 2021 im Dorint Kongresshotel in Mannheim die 14. Offizielle GAMP 5 Konferenz aus.‣ weiterlesen

Die Simulation am digitalen Zwilling macht die Inbetriebnahme von Anlagen und Maschinen mit automatisierten Bewegungen sicherer. Fehler fallen früher auf und können behoben werden, bevor die Anlage aufgebaut ist. So lassen sich Schäden und Verzögerungen vermeiden. Auch als Schulungstool für Bediener und Programmierer ist die digitale Maschine hilfreich.‣ weiterlesen

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt die Lieferketten und erhöht somit den Druck auf die Geschwindigkeit von Digitalisierungsprojekten. Für Enterprise-Ressource-Planning(ERP-)Systeme bedeutet das einen Boost. Dabei führt der Weg hin zu einem 'Best of Platform'-Ansatz.‣ weiterlesen

Schnaithmann Maschinenbau hat die Web-Applikation EasyGo vorgestellt. Das browserbasierte Tool soll die Anlagenplanung und -konzeption vereinfachen und beschleunigen.‣ weiterlesen

Die Konsolidierung großer Datenmengen, um damit KI-Anwendungen für Produktionsprozesse zu entwickeln, fällt vielen Unternehmen noch schwer. Im Projekt ExDRa sollen Lösungen entstehen, die diesen Prozess spürbar vereinfachen. Dieser Text ist der Auftakt zu einer Artikelreihe zu den produktionsbezogenen Initiativen des vom BMWi geförderten Technologieprogramms Smarte Datenwirtschaft.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat einen neuen CTO. Zum 1 Juli hat Cyril Perducat das Amt des Chief Technology Officers übernommen.‣ weiterlesen

Um schon vor der Lieferung einer Werkzeugmaschine Einblicke in ihre Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, arbeitet die Schweizer Starrag-Gruppe mit der NC-Simulationslösung Vericut. Anhand der ermittelten Daten lassen sich die für später angedachten NC-Programme feinjustieren, noch bevor die Maschine ihr Werk verlässt.‣ weiterlesen

Viele Firmen befassen sich gerade mit der Neuausrichtung Ihrer Lieferketten. Dabei bietet das europäische Estland auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen beispielhafte Digitalisierungs- und Fertigungsexpertise. Zusammen mit dem vergleichsweise einfachen Marktzugang, der räumlichen Nähe und dem Rahmen der EU-Gesetzgebung dürfte das kleine Land ein zunehmend wichtiger Partner der hiesigen Industrie bei ihrer digitalen Transformation werden.‣ weiterlesen

Änderungen in Personalzeitwirtschaft und Entgeltabrechnung gehören im HR-Management zu den oft ungeliebten, aber dennoch regelmäßig anstehenden Aufgaben. Jede Änderung in den Betriebsvereinbarungen, Gesetzesnovellen oder tarifliche Neuregelungen verlangen die Überarbeitung von Schemen und Regeln in den Personalabteilungen. Und auch Adhoc-Änderungen müssen unmittelbar umgesetzt werden.‣ weiterlesen

Signalsäulen sind eine beliebte Lösung, um schnell und günstig Informationen zu den Betriebszuständen der Maschinen und Anlagen in einer Fabrik anzuzeigen.‣ weiterlesen

ERP-Branchenlösungen sollen Standardgeschäftsprozesse und Spezialfunktionen unter einen Hut bringen. Innovachem für mittelständische Chemieunternehmen verbindet den Systemkern aus Basis von SAP S4/Hana etwa mit Modulen zur Rezepturentwicklung und Compliance-Prüfung. Das erspart so manche Programmierarbeit und Schnittstellenpflege.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige