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Cloud-Computing

Ab in die Wolke?

Kostensenkung, Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit, beschleunigte Produktentwicklung, Standardisierung oder Zentralisierung: Die Liste der Argumente für Softwarebetrieb in der Cloud in der Produktion ist lang. Doch worauf kommt es an auf dem Weg in die Datenwolke? Wenn Business-Entscheider, CIOs, IT-Experten und Produktioner fünf Punkte beachten, kann die Cloud der Schlüssel für den anstehenden Transformationsprozess sein.

©Julien Eichinger / Fotolia.com

Maschinen, die Ersatzteile selbständig nachbestellen, Hersteller, die Individualfahrzeuge mit Fertigbauteilen in kürzester Zeit ausliefern, speicherintensive 3D-Entwicklungen, die weltweite Teams gemeinsam entwickeln – angesichts eines immer komplexeren Business, immer kürzerer Produktzyklen und der Chance auf neue Geschäftsmodelle innerhalb der Industrie 4.0 führt an der Cloud kaum ein Weg vorbei. Die Anzahl der Anwendungsfälle für Cloud Computing ist immens. Zudem wächst gerade eine neue Generation von Ingenieuren und Konstrukteuren heran, die es gewohnt ist, jederzeit und von überall auf Business-Daten zuzugreifen.

Im Umbruch

Entwicklung und Fertigung befinden sich im Umbruch. Automobilzulieferer gelten als Vorreiter, auch in den Maschinen- und Anlagenbau kommt Bewegung. Analysten erwarten bis 2018 einen explosiven Anstieg von Cloud-Projekten in großen und mittelständischen Unternehmen Europas sowie Nordamerikas. Von Steigerungsraten von bis zu 40 Prozent jährlich ist die Rede. Wohl jedes Unternehmen wird sich früher oder später dem Thema stellen müssen, um seine Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu sichern. Davon könnte vor allem der Standort Deutschland profitieren. Crisp Research schätzt die Einnahmen mit Cloud-Services, -Integrationsvorhaben und -Technologien in Deutschland im Jahr 2018 auf über 28 Milliarden Euro. Demnach geben deutsche Unternehmen 2014 mit rund 6,1 Milliarden Euro bereits rund sieben Prozent ihrer IT-Budgets für Cloud-Technologien, -Services und -Integration aus.

Brauchen wir die Cloud?

Wer den Einsatz einer Datenwolke plant, sollte sich zunächst mit der zentralen Frage befassen: Was wollen, was können wir mit der Datenwolke erreichen? Welche Ziele verbinden wir damit in qualitativer oder quantitativer Hinsicht? Oder geht es um Kostensenkungen? Ab wann wird es wirtschaftlich sinnvoll, ein konsequentes Cloudsourcing zu betreiben statt IT-Strukturen weiterhin intern zu managen? Das lässt sich nicht pauschal oder eindimensional beantworten, sondern muss auf einer sorgfältigen Analyse des Status Quo fußen. Dazu gehört die Antwort auf die Frage: Welche Daten dürfen überhaupt in die Cloud und unter welchen Voraussetzungen? Zur Verfügung stehen unterschiedlichste Modelle, von der Private oder Public Cloud, über Virtual Private Clouds, Community Clouds oder Hybrid Clouds.

Von den eingangs definierten Zielen und Einsatzgebieten hängt es zudem ab, wie die spätere Cloud-Strategie im Einzelfall aussehen kann: Liegt der Fokus im Zuge von Industrie 4.0 auf einem steigenden, bedarfsgerechten Einsatz großer Mengen an Speicherplatz und Rechenleistung, kann der Einkauf von IaaS-Cloud-Ressourcen sinnvoll sein. Wer zudem im globalen Wettbewerb mithalten will, wird Prozesse zunehmend unternehmensübergreifend in Echtzeit steuern müssen, um die komplette Wertschöpfungskette – Hersteller, Zulieferer, Sublieferanten – zu integrieren und die Synergien zu nutzen. Es ist außerdem davon auszugehen, dass Innovationen möglicherweise neue Formen unternehmensübergreifender Kollaboration erfordern. Hier gibt es einzelne interessante SaaS-Leistungen, die sich auch in Use Cases für die Industrie entwickeln. Im Rahmen dieser Ziele bieten sich unter Umständen Datenspeicher- und Synchronisationsdienste an.

Modelle kombinieren

In der Praxis hat sich die Kombination mehrerer Cloud-Modelle etabliert. Damit verbunden ist die Herausforderung, unterschiedliche Provider und Service-Level-Agreements (SLA) Compliance-sicher zu verwalten. Grundsätzlich dürfte es spannend sein, wie die Industrie die unternehmensübergreifende Prozesslogik umsetzen wird. Hier sind mittelfristig neue Ökosysteme zu erwarten, in denen mit geschlossenen Cloud-basierten Lösungen für die Herausforderungen im Kontext von Industrie 4.0 zu rechnen ist. Sicher ist, dass Apps und Software-Dienste weiter an Bedeutung gewinnen. Es stellt sich die Frage, wann sich entsprechende Cloud-Marktplätze herausbilden, die den Austausch und die Verarbeitung großer Datenmengen innerhalb geschlossener Industrie-Unternehmen beziehungsweise -zweige sowie die horizontale Vernetzung über Apps weiter befördern. Modellhafte Projekte sind derzeit in der Entwicklung.


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